Saga Ruby mit Pech auf ihrer letzten Reise

Auf ihrer letzten Reise vor der Ausmusterung hat die Saga Ruby das Pech eingeholt: Sie sitzt mit einem Schaden an einem Stromgenerator in Teneriffa fest. Statt in der Karibik verbringt die Saga Ruby nun Weihnachten mit ihren Passagieren im Mittelmeer.

Eigentlich sollte die Saga Ruby für ihre letzte Passagier-Reise für die britische Reederei Saga noch über den Atlantik in die Karibik fahren und über Weihnachten dort bleiben. Der ausgefallene Generator kann erst nach Anfertigung eines Ersatzteils repariert werden, ist aber zum Betrieb der Klimaanlage nötig, sodass Saga beschlossen hat, das Schiff stattdessen ins Mittelmeer fahren zu lassen, wie UK-Kreuzfahrtexperte John Honeywell berichtet.

Die Passagiere an Bord sollen die Option erhalten, bei voller Reisepreis-Erstattung nach Hause zu fliegen. Viele werden nach Einschätzung von John Honeywell aber wohl bleiben, weil sie als Fans der Saga Ruby mehr am Schiff selbst als am Fahrgebiet interessiert seien. Nur 20 Passagiere sollen das Angebot angenommen haben, alle anderen 537 Passagiere bleiben für den Rest der Reise an Bord und bekommen eine Reisepreiserstattung von 40 Prozent.

Die Saga Ruby ist übrigens auch in Deutschland kein ganz unbekanntes Schiff: Als Vistafjord wurde sie 1981/82 als erstes Fernseh-„Traumschiff“ bekannt. Das 1973 gebaute Schiff wurde 1983 an Cunard Line verkauft, fuhr dort zunächst weiter unter dem Namen Vistafjord, bevor sie 1999 in Caronia umgetauft wurde. 2004 ging da Schiff als Saga Ruby an Saga.

Nach ihrer Ausmusterung bei Saga soll die Saga Ruby nach Asien verkauft und dort als Hotelschiff genutzt werden.

Update 28.1.2014: Die Saga Ruby hat am 9. Januar 2014 in Southampton ihre letzte Reise für Saga beendet. Offenbar wurde die Saga Ruby danach an Millennium View Ltd. verkauft, eine Tochterfirma eines Finanzinvestors aus Singapur. Sie soll als Hotelschiff nach Myanmar gehen.

Update 3.2.2014: Das Schiff wurde inzwischen in “Oasia” umbenannt und auf den Bahamas registriert. Später erfolgte noch eine Umbenennung in “Oasis”.

Update 12.4.2017: Das Schiff wurde in Alang, Indien gestrandet und anschließend verschrottet.

Vorausgegangene Berichterstattung zur Saga Ruby / Vistafjord:

Saga Ruby, ex-Vistafjord wird 2014 ausgemustert

Der britische Kreuzfahrtanbieter Saga trennt sich Anfang 2014 von der Sage Ruby, ex-Vistafjord. Das knapp 40 Jahre alte Schiff sei in einem Alter, in dem es zunehmend zu einer Herausforderung werde, den Qualitätsansprüchen an das Schiff gerecht zu werden, begründet Saga die Entscheidung. Erst kürzlich waren Gerüchte kursiert, Saga plane einen Schiffsneubau, was das Unternehmen bislang aber dementiert.

Mit der Saga Ruby verabschiedet sich Saga von einem weiteren Kreuzfahrt-Klassiker, nachdem das Unternehmen Anfang des Jahres bereits die Spirit of Adventure an FTI Cruises abgegeben hatte, wo dieses Schiff seit Mai 2012 als FTI Berlin fährt. Bereits 2009 hatte Saga die kleinere Schwester der Vistafjord, die 1965 gebaute Sagafjord (Saga Rose) in den Ruhestand geschickt. Die Sagafjord war 1996-1997 kurzzeitig als “Gripsholm” auch für den deutschen Veranstalter Transocean unterwegs. 2010 wurde die Saga Rose aka Sagafjord verschrottet.

Die Saga Ruby ist in Deutschland vor allem unter ihrem ersten Namen bekannt: Als Vistafjord war sie 1981/1982 das erste „Traumschiff“, bevor kurzzeitig die Astor (1983-1984) und dann 1986 die Berlin (die heutige FTI Berlin) diese Rolle übernahm, 1999 gefolgt von der Deutschland.

1973 als Kombination aus Oceanliner und Kreuzfahrtschiff wurde die Vistafjord in der britischen Werft Swan Hunter Shipbuiding in Newcastle für Den Norske Amerikalinje gebaut und zählte damals zu den luxuriösesten Kreuzfahrtschiffen überhaupt. Sie ist das vorletzte in Großbritannien gebaute Kreuzfahrtschiff.

1983 wurde die Vistafjord an Cunard Line verkauft, behielt ihren ursprünglichen Namen aber noch bis 1999, bevor Cunard sie in „Caronia“ umtaufte. 2004 schließlich kaufte Saga das Schiff, wo es seitdem unter dem Namen Saga Ruby fährt.

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