Sorge um zunehmende Kriminalität auf den Bahamas

In Nassau auf den Bahamas häufen sich offenbar Raubüberfälle und Kleinkriminalität auch gegen Kreuzfahrt-Touristen. Das US State Department stuft die Sicherheitslage auf den Bahamas bereits seit einiger Zeit als „critical“ ein. Lokale Tageszeitungen sorgen sich öffentlich um die Sicherheit der Urlauber und ein allerdings für seine etwas radikalen Ansichten bekannter Kreuzfahrt-Anwalt aus Miami warnt sogar ausdrücklich davor, in Nassau überhaupt noch das Schiff zu verlassen.

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Der Tourismus-Minister der Bahamas sagte, man empfehle Kreuzfahrern bei ihren Landgängen auf ihre Sicherheit zu achten und sich über vorausgegangene Fälle von Kriminalität gegen Touristen zu informieren. Crewmitgliedern der Kreuzfahrtschiffe werde dagegen schon seit einiger Zeit empfohlen, in Nassau lieber am Schiff zu bleiben oder lediglich in die beliebte Hafen-Bar „Senor Frogs“ zu besuchen.

Erst am Sonntag, 12. Mai 2013, war ein amerikanisches Crewmitglied eine Segelschiffs in Nassau erschossen worden. Er war mit einem weiteren Mann sowie zwei Frauen zu Fuß etwa zwei Kilometer vom Kreuzfahrthafen entfernt nahe der Atlantis-Brücke unterwegs, als die Gruppe überfallen wurde. Der Mann wollte einer seiner Begleiterinnen zu Hilfe kommen.

Der für seine Kreuzfahrt-kritischen und teils recht extremen Ansichten bekannte US-Anwalt Jim Walker nahm den aktuellen Zwischenfall in seinem Blog zum Anlass, Kreuzfahrtpassagieren generell davon abzuraten, in Nassau an Land zu gehen. Er schreibt wörtlich: „[…] you’d be crazy to take your family there.“

Tourismus wichtigste Einnahmequelle für die Bahamas

Für Nassau und die Bahamas bedeuten die enormen Umsätze mit den Kreuzfahrtschiffen eine äußerst wichtige Einnahmequelle. Man werde daher, so Tourismus-Minister Obie Wilchcombe, jetzt ernsthafte Anstrengungen unternehmen, um für Sicherheit der Besucher auf den Bahamas zu sorgen. Eine eigene Polizei-Einheit zum Schutz der Touristen, wie auf einigen anderen Karibik-Inseln, gibt es auf den Bahamas bislang nicht.

Aber auch für die Reedereien ist Nassau ein wichtiger Hafen bei Karibik-Kreuzfahrten. Die Inselgruppe der Bahamas ist von den US-Häfen Miami, Fort Lauderdale und Port Canaveral schnell zu erreichen und dient als wichtige Zwischenstation für Kreuzfahrten zu weiter entfernten Karibik-Inseln. Zudem kann Nassau bis zu sechs große Kreuzfahrtschiffe gleichzeitig aufnehmen und ist nicht nur wegen des Luxus-Hotels Atlantis auch bei den Passagieren ein beliebter Hafen.

Einschätzung vom Auswärtigen Amt und US State Department

Das US State Department, in seiner Bewertung traditionell eher übervorsichtig, beurteilt die allgemeine Sicherheitslage auf den Bahamas als „kritisch“ und weist darauf hin, dass die Berichte über bewaffnete Raubüberfälle auf Touristen zugenommen habe. Diese Warnung bezieht das State Department ausdrücklich auch auf Downtown Nassau einschließlich der Bereiche um die Kreuzfahrtschiff-Docks und schreibt, dass es in einigen Fällen auch am helllichten Tag zu Zwischenfällen gekommen sei. Die überwiegende Zahl der Vorkommnisse seien Fälle von Raub, Diebstahl und das Entreißen von Taschen und Kameras im Vorbeilaufen oder -fahren. Gewaltverbrechen, insbesondere auch Vergewaltigungen, ereigneten sich allerdings außerhalb der touristischen Bereiche, beispielsweise in dem als weniger von Touristen frequentiert aufgeführte Gebiet „over-the-hill“ südlich der Bay Street.

Das deutsche Auswärtige Amt sieht die Sache gelassener. Dort wird lediglich empfohlen, keine Wertsachen und Schmuck zu tragen und Bargeld nur im unbedingt nötigen Umfang mitzunehmen. Wichtige Dokumente wie Flugschein und Reisepass solle man im Hotelsafe (respektive am Schiff) lassen und lediglich Kopien mitführen.

1 Kommentar zu “Sorge um zunehmende Kriminalität auf den Bahamas

  1. Da wir in diesem Jahr dort noch einen Halt machen werden, wenn die Reederei diesen nicht ändern wird, werden wir uns auf jeden Fall überlegen, von Bord zu gehen. Wir kennen die Insel von früheren Aufenthalten, daher ist ein Verzicht nicht so schlimm. Ähnliche Bedenken hatte ich bisher nur bei Jamaika gehabt, weil dort ein Bekannter beim Verlassen seiner Hotelanlage niedergestochen worden ist.
    Der Unterschied zwischen Arm und Reich wird halt in der Karibik immer extremer und damit steigt dann leider auch die Kriminalität. Und ich möchte mich in meinem Urlaub sicher fühlen.

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