Tote bei Zusammenstoß von Ausflugsboot mit Viking-Flusskreuzfahrtschiff in Budapest

Mindestens 24 Menschen sind am Mittwochabend, 29. Mai 2019, bei einem Schiffsunglück in Budapest gestorben. Für die vermissten vier Passagiere gibt es keine Hoffnung mehr, sodass mit insgesamt 28 Todesopfern zu rechnen ist. Das Flusskreuzfahrtschiff Viking Sigyn hatte das Ausflugsboot „Hableany“ mit 35 Menschen an Bord gerammt, das daraufhin sofort sank.

Die Opfer und Vermissten sind Teil einer Reisegruppe des Veranstalters „Verygoodtour“ aus Südkorea. Zwei der Vermissten sind die ungarischen Besatzungsmitglieder der Hableany. Einer von ihnen wurden inzwischen 21 Kilometer flussabwärts tot geborgen. Die vermissten Touristen werden überwiegend in dem gesunkenen Boot vermutet, das möglichst bald geborgen werden soll. Die starke Strömung, Hochwasser und Treibgut im Wasser verhinderte zunächst die Bergung des Boots.

Sieben Menschen konnten kurz nach dem Unfall gerettet werden. Sie wurden mit Unterkühlung ins Krankenhaus gebracht. Auf dem Kreuzfahrtschiff Viking Sigyn wurde offenbar niemand verletzt. Update: Insgesamt 19 Todesopfer wurden inzwischen (Stand: 13. Juni) gefunden, viele davon direkt am Wrack des gesunkenen Bootes, das am 16. Juni gehoben wurde, darunter auch der Schiffsführer, ein sechsjähriges Mädchen und seine Mutter. Eine Person wurde aber auch etwa 100 Kilometer flussabwärts gefunden.

Die Unfallursache ist auch viele Tage nach dem Unglück noch nicht geklärt. Undeutliche Webcam-Bildern und Behörden-Angaben lassen darauf schließen, dass das Ausflugsboot an der Margaretenbrücke in Budapest flussauwärts, also gegen die Strömung leicht seitlich vor die Viking Sigyn gefahren war und daraufhin gerammt wurde. Videoaufnahmen ist zu entnehmen, dass die Viking Sigyn das Ausflugsboot zunächst am Heck traf, sich dieses daraufhin zur Seite drehte und in der Folge vom Kreuzfahrtschiff seitlich weitergeschoben wurde. Dabei neigte sich das Boot so stark, das es kenterte und sank.

Update: Der sehr erfahrene, aus der Ukraine stammende, 64jährige Schiffsführer wurde nach einem Verhör bei der Polizei verhaftet. Inzwischen hat auch ein Gericht Haftbefehl erlassen, eine Freilassung gegen Kaution wurde offenbar abgelehnt. Zunächst hieß es, der Schiffsführer sei seit 44 Jahren unfallfrei gefahren. Inzwischen hat sich herausgestellt, dass er wohl erst im April 2019 als Schiffsführer der Viking Idun am Zusammenstoß seines Schiffs mit einem Chemie-Tanker in den Niederlanden zwischen Gent und Antwerpen an Bord war, laut Viking zum Zeitpunkt des Unfalls jedoch nicht in verantwortlicher Position. Dabei gab es keine Verletzten, beide Schiffe wurden aber schwer beschädigt.

Innerhalb weniger Sekunden gesunken

Das Ausflugsboot soll innerhalb weniger Sekunden gesunken sein. Zum Zeitpunkt des Unglücks um 21:05 Uhr war es dunkel und es regnete stark. Die Strömung auf der Donau bei Budapest ist aktuell recht stark. Die Wassertemperatur der Donau liegt Behördenangaben zufolge bei höchstens 15 Grad.

Das gesunkene Ausflugsboot ist eines von insgesamt zwölf Booten eines Budapester Schifffahrtsunternehmens namens „Panorama Deck“. Die Hableany ist 27 Meter lang und für Sightseeing-Fahrten mit 45 Passagiere ausgelegt.

Die Viking Sigyn ist ein Flusskreuzfahrtschiff von Viking River Cruises aus der „Longships“-Baureihe, ist 135 Meter lang und 11,45 Meter breit. Sie bietet Platz für 190 Passagiere und 45 Besatzungsmitglieder. Die Viking Sigyn fährt unter schweizer Flagge und ist erst seit wenigen Wochen in Dienst: Sie wurde am 19. März 2019 in Warnemünde getauft, zeitgleich mit fünf weiteren neuen Viking-Longships. Auf dem deutschen Kreuzfahrt-Markt ist Viking River Cruises nicht aktiv, die Passagiere der Schiffe stammen aus englischsprachigen Ländern.

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