Der Flussschiff-Spezialist United Waterways erweitert sein Geschäft in die Hochsee-Kreuzfahrt: Über die Tochtergesellschaft Ocean Advice bringt das Unternehmen ein White-Label-Konzept für kleinere Hochseeschiffe mit zwei Schiffstypen für Küstenkreuzfahrten und Expeditionen an den Start. Ein Rahmenvertrag sieht den Bau von insgesamt acht Einheiten vor. Die Auslieferung eines zusätzlichen Expeditionskreuzfahrtschiffs ist bereits für 2028 vorgesehen. Zielgruppe sind Kreuzfahrtveranstalter, welche die Schiffe unter ihrer eigenen Marke betreiben.
Der jetzt geschlossene Rahmenvertrag umfasst vier Küsten- und vier Expeditionsschiffe mit Auslieferung des ersten Schiffs im Jahr 2029. Für drei der acht Projekte habe man bereits Reservierungen von potenziellen Kunden, so United Waterways. Zusätzlich gibt es einen erste, konkreten Neubauvertrag für ein Expeditionsschiff, das schon 2028 in Dienst gehen soll.
Gebaut werden die Schiffe für Ocean Advice bei China Merchants Heavy Industry in der chinesischen Provinz Jiangsu. Die Schiffe entstehen laut United Waterways auf einer modularen Plattform. Kernelemente seien elektrische beziehungsweise hybride Antriebskomponenten und ein Energiemanagement, das den Betrieb in sensiblen Regionen unterstütze.
Das Design sowie zentrale Technologien kommen laut Unternehmen aus Europa und den USA, ergänzt um chinesisches Know-how bei der Elektrifizierung. Das Ergebnis soll ein Hybridschiff sein, das bereits existierende beziehungsweise absehbare Nachhaltigkeitsanforderungen erfüllt.
Mit dem White-Label-Modell richtet sich das Unternehmen an etablierte Marken, die ihr Portfolio um hochseetaugliche, aber kompakte Schiffe erweitern wollen, ohne selbst komplette Neubauprojekte aufzusetzen. Ocean Advice stellt nach eigenen Angaben standardisierte Plattformen bereit: Expeditionsschiffe mit bis zu 186 Passagieren sowie Küstenschiffe mit Kapazitäten bis 260 Passagiere. Der Fokus liege auf einer Größe, die Anläufe in kleinen Häfen entlang der Küste erlaubt, die mit größeren Schiffen nicht erreichbar seien.
Zum Vermarktungsansatz betont Ocean Advice, dass die Plattform auf Geschwindigkeit in der Umsetzung ziele: Man rechne mit Verträgen für die restlichen fünf Neubauten innerhalb von zwölf Monaten.
United Waterways verweist auf mehrjährige Erfahrung in der Verwaltung von Expeditions- und Kreuzfahrtschiffen. Chairman Robert Straubhaar bringe zusätzliches Know-how aus einem früheren Joint Venture ein, das zu den größeren Expeditionsflotten im Markt gezählt habe. CEO Sascha Gill und Ocean-Advice-Geschäftsführer Mathias Kracht positionieren das Vorhaben als logischen Schritt: Marken, die nah an Destinationen und kleinen Häfen operieren möchten, erhalten standardisierte, kurzfristig verfügbarere Plattformen, ohne die Entwicklungsrisiken eines Eigenprojekts zu tragen.




