Kreuzfahrten ohne Kinder, nur für Erwachsene: Einige Reedereien beschränken einzelne Reisen auf Passagiere mit Mindestalter 18 oder erklären gleich ganze Schiffe zu „adults only“-Zonen. Vor allem bei britischem Publikum ist „adults only“ offenbar gefragt: Der größte Teil der Schiffe, auf denen die Reedereien explizit keine Kinder akzeptieren, gehören zu Anbietern am britischen Markt.
Die Kreuzfahrt-Industrie stellt sich zunehmend auf besondere Zielgruppen ein und entwickelt passende Konzepte. Setzten die Reedereien früher vor allem kleinere, ältere Schiffe für Spezialkonzepte wie etwas „adults only“ ein, sind es inzwischen auch Neubauten und relativ große Schiffe.
Zuletzt ist Oceania Cruises Anfang 2026 auf die Seite der „adults only“-Reedereien gewechselt, während P&O Cruises ab Dezember 2026 keine reinen Erwachsenenschiffe mehr haben wird.
Hapag-Lloyd Cruises hat den ursprünglichen Plan, die Hanseatic Spirit nach ihrer Indienststellung im Jahr 2021 zum „adults only“-Schiff der Expeditionsflotte zu machen, schnell und unauffällig wieder ad acta gelegt. Dafür testet TUI Cruises im Jahr 2027 auf einzelnen Reisen das Motto „Adults-only Kreuzfahrt: Entspannung pur“.
Kreuzfahrten ausschließlich für Erwachsene gibt es (Stand: Anfang 2026) bei den britischen Reedereien Marella Cruises, Fred. Olsen Cruise Line und P&O Cruises sowie international bei Oceania Cruises, Virgin Voyages und Viking Cruises.
Oceania Cruises: Seit 2026 nur noch mit Passagieren ab 18

Seit Januar 2026 nimmt Oceania Cruises keine Neubuchungen mehr für Passagiere im Alter von unter 18 Jahren an. Damit ist Oceania Cruises neben Viking die einzige internationale Reederei, die auf ein „adults only“-Konzept setzt.
Das Feedback von Stammkunden habe dabei, so Oceania Cruises, den Ausschlag für den Kurswechsel gegeben: Die Passagiere würden die Schiffe von Oceania Cruises „wegen ihrer ruhigen Atmosphäre, dem anspruchsvollen Service und dem gemächlichen Tempo wählen“.
Auch zuvor war Oceania Cruises aber keine typische Familienreederei, Kinder waren an Bord eher selten anzutreffen. Entsprechen bedeutet die Umstellung auf das „adults only“-Konzept keinen nennenswerten Bruch für die Kreuzfahrtmarke an der Grenze zwischen Premium und Luxus.
Saga: Kein Passagier unter 40
Besonders ausgeprägt ist die Idee bei der britischen Reederei Saga: Hier werden Passagiere erst ab einem Alter von 50 Jahren akzeptiert.
Eine Ausnahme gibt es lediglich, wenn ein über 50jähriger Passagier eine jüngere Begleitperson mitbringt – die muss dann aber auch mindestens 40 sein.

Beide Saga-Kreuzfahrtschiffe, die Meyer-Werft-Neubauten Spirit of Discovery (2019) und Spirit of Adventure (2020) mit jeweils maximal 987 Passagieren in 554 Kabinen fahren mit diesem Konzept.
Marella Explorer 2: adults only, ab 17 Jahren
Im Winter 2017/2018 hatte Marella Cruises (erfolgreich) einzelne Kreuzfahrten Einzelfahrten mit ausschließlich erwachsenen Passagieren getestet und daraufhin das Konzept auf ein komplettes Schiff ausgeweitet: Die Marella Explorer 2 fährt durchgehend „adults only“, dazu auch auf den anderen Marella-Schiffen auf einzelnen Reisen.
Bei Marella Cruises bedeutet „adults only“ übrigens, dass Passagiere im Alter von unter 17 Jahren nicht mitfahren dürfen.

Mit einer Kapazität von 1.814 Passagieren kam die Marella Explorer 2 im Mai 2019 zur Flotte von Marella Cruises. Das Schiff ist die ehemalige Celebrity Century.
Viking Ocean Cruises: von Anfang an „adults only“
In der rasant wachsenden Flotte von Viking Cruises waren die Luxus-Schiffe von Anfang an mit dem ersten Schiff Viking Star 2015 für reine Erwachsenen-Kreuzfahrten konzipiert worden. Wer mit Viking fahren will, muss mindestens 18 Jahre alt sein.

Und man sollte bei Viking idealerweise Nichtraucher sein, denn Rauchen ist an Bord der Viking-Schiffe komplett verboten. Lediglich ein kleiner, designierter Außenbereich dient als Raucherecke. Auch Spielkasinos, oft ein Rückzugsraum auch für Raucher, gibt es auf den Viking-Schiffen nicht.
14 weitgehend baugleiche Kreuzfahrtschiffe für jeweils gut 900 Passagiere sind bei Viking Cruises inzwischen in Dienst, zwei weitere kommen 2026 hinzu und bis 2031 sind weitere zehn geplant.
Reine Erwachsenen-Kreuzfahrten bei Virgin Voyages
Wie Viking hat sich auch Virgin Voyages seit dem Start im August 2021 einem kinderfreien Konzept verschrieben und bewirbt die Kreuzfahrten als „kids-free getaway at sea“.

Kinder seien wunderbar, so Virgin Voyages, „nur eben nicht, wenn sie am Pooldeck herumrennen“. Deshalb könne man sich bei Virgin darauf verlassen, dass „jeder Weg, den Sie einschlagen, frei von kleinen Kinderfüßen bleibt.“
Die kinderfreie Umgebung nutzt Virgin Voyages wie keine andere Reederei, beispielsweise in Bezug auf Bars und teils recht erotisch aufgeladenes Entertainment. Mangels Kinder an Bord ist da keine Rücksichtnahme nötig.
Um auf den inzwischen vier Kreuzfahrtschiffen von Virgin Voyages fahren zu dürfen, ist ein Mindestalter von 18 Jahren Pflicht.
Fred. Olsen: Borealis für Erwachsenen-Kreuzfahrten
Hatte die britische Fred. Olsen Cruise Line bislang schon eine Vielzahl von Adult-Only-Kreuzfahrten im Programm, ist die Borealis ab 2026 nun komplett „adults only“, während die beiden anderen Schiffe der Flotte, Bolette und Balmoral, weiterhin für Passagiere jeglichen Alters buchbar bleiben.

Die frühere Rotterdam von Holland America Line, Baujahr 1997), wurde Mitte 2020 an Fed. Olsen verkauft und in Borealis umbenannt. Sie ersetzt bei Fred. Olsen die beiden in der Pandemie ausgemusterten Schiffe Boudicca und Black Watch.
Keine Schiffe mehr exklusiv „adults only“ bei P&O Cruises
P&O Cruises hatte viele Jahre lang drei und zuletzt zwei der sieben Kreuzfahrtschiffe ausschließlich für erwachsene Passagiere. Dieses Konzept beendet die britische Reederei im Dezember 2026. Auf den beiden ältesten Schiffen der Flotte, der Aurora (2000) und der Arcadia (2005), der bietet P&O Cruises dann zwar weiterhin viele Kreuzfahrten nur für Erwachsene an, aber andere Reisen dann eben auch für Passagiere jeglichen Alters.

Das Motto „forget the hassles of regular family holidays“ kam zuletzt offenbar bei den Kunden nicht mehr so gut an. Jedenfalls begründet die Reederei den Schritt weg vom exklusiven „adults only“-Konzept für die beiden Schiffe mit entsprechenden Kunden-Feedback.
Auf den übrigen fünf Schiffe von P&O Cruises waren Familien und Kinder dagegen auch bislang schon sehr willkommen. P&O Cruises hatte immer betont, man wolle seinen Kunden die Wahl lassen zwischen lebendigen Familienschiffen und ruhigen Erwachsenenschiffen.
„Adults-only“-Tests auf einzelnen Reisen 2027 bei TUI Cruises
Kreuzfahrten nur für Erwachsene ab 18 Jahren auf einzelnen Reisen testen will TUI Cruises im Jahr 2027: auf der Mein Schiff Relax an zwei Terminen im September 2027 in Norwegen und auf der Mein Schiff 4 an zwei Terminen im April 2027 im Mittelmeer. Das Motto dieser Kreuzfahrten: „Adults-only Kreuzfahrt: Entspannung pur“.

Erstmals hatte TUI Cruises ein kinderfreies Konzept mit der Mein Schiff 6 im Herbst 2025 ausprobiert. Motto: „Adults only: Entspannung pur im Indischen Ozean“ – auf einer 23-tägigen Reise, bei der ohnehin ein nur sehr geringer Kinderanteil an Bord zu erwarten war, von Südafrika nach Singapur.
Auf Kreuzfahrt mit wenig Kindern, aber ohne explizites Kinder-Verbot
Neben Schiffen mit klarem Kinder-Verbot gibt es aber für ruheliebende Kreuzfahrer viele andere Möglichkeiten, allzu großem Trubel und von Kindern okkupierten Whirlpools aus dem Weg zu gehen.
Auf Premium- und Luxus-Schiffen wie denen von Hapag-Lloyd Cruises, Silversea, Seabourn, Seadream, Regent Seven Seas Cruises, Windstar und Azamara muss man sich wenig Sorgen um Kinderlärm machen. Hier gibt es an Bord kaum Angebote für Kinder und entsprechend wenig Kinder sind auf diesen Schiffen unterwegs.

Dort, wo es mitunter explizit Kinderbetreuung und -Programm angeboten wird, wie etwas bei Hapag-Lloyd Cruises, ist die Betreuung so gut, dass Kinder und Erwachsene sich nicht in die Quere kommen.
Ein interessanter Neuzugang im Luxus-Segment ist Explora Journeys, die Familien mit Kindern explizit an Bord willkommen heißen und damit ein im Luxus-Segment seltenes Angebot an finanzkräftige Familien machen.
Aber selbst auf großen, günstigeren Kreuzfahrtschiffen gibt es Rückzugsbereiche für Ruheliebende: Bei Disney Cruise Line ist der Quiet Cove Pool, einige Bars und Spezialitätenrestaurants für Kinder tabu. Bei Princess Cruises haben Kinder im (allerdings kostenpflichtigen) „Santury“-Bereich nichts verloren.

Und bei vielen Reedereien wie beispielweise Royal Caribbean, Costa und MSC Cruises sind einzelne Bereiche oder Pools für Erwachsene reserviert – worauf man sich allerdings nicht unbedingt verlassen kann, weil die Crew das an Bord nicht immer konsequent durchsetzt.
Tendenziell gilt unabhängig von „adults only“: Außerhalb der Schulferienzeiten, auf kleineren Schiffen und längeren Reisen geht es an Bord deutlich ruhiger zu als zur Hauptsaison im Mittelmeer oder in der Karibik.
Emotionales Thema mit viel Streitpotenzial
Wann immer das Thema „adults only“ oder „kinderfrei“ angesprochen wird, erhitzt es die Gemüter. Schnell gehen sich Eltern, die sich diskriminiert fühlen, und ruhesuchende Urlauber gegenseitig an die Gurgel.
Dabei sind Reise- und Kreuzfahrt-Angebote für spezifische Zielgruppen weit verbreitet. Im Urlaub will man sich wohlfühlen, und die Definitionen von „Wohlfühlen“ gehen je nach persönlichen Vorlieben und Lebenssituationen weit auseinander.
Wer partout keine Kinder auf einer Kreuzfahrt sehen und hören möchte, ist auf „adults only“-Reisen gut aufgehoben. Umgekehrt ersparen sich Eltern den Ärger mit nörgelnden Mitreisenden, wenn der eigene Nachwuchs auch einmal etwas lebhafter ist.
Und wer schon einmal auf einem großen Kreuzfahrtschiff im Mittelmeer während der italienischen Schulferien unterwegs war, kann zumindest nachvollziehen, warum es manche Menschen auf „adults only“-Schiffe zieht. Vor allem, wenn man gerne mal ganz in Ruhe im Whirlpool sitzt und das Nichtstun genießt oder ganz entspannt im Pool abhängt.





Hi Franz,
ich war jetzt ja zwei Wochen auf der Mein Schiff Relax. Da ist das „Hardware“-Angebot für Kids und Teens ja so überschaubar, dass ich mir vorstellen könnte, dass die Relax (und später dann auch die Flow) reine „Adults-only-Schiffe“ werden könnten. Das würde ja auch zu den anstehenden Tests passen. Und ganz ehrlich: welche Familie mit Kids bucht dieses Schiff – da gibts auf dem deutschen Markt mit AIDAprima aufwärts aber deutlich familientauglichere Alternativen …
VG,
Harald
Hi Harald,
da bin ich gespannt, glaube persönlich aber, dass die Relax/Flow zu groß sind, um auch nur eines davon komplett auf „adults only“ umzustellen. So groß ist die Zielgruppe, die das gezielt buchen würde, glaube ich nicht, um das Schiff zuverlässig ganzjährig damit füllen zu können. Aber wer weiß – TUI Cruises (und andere) machen da ganz sicher Marktforschung und stürzen sich nicht blind in ein solches Konzept. AIDA als Alternative für Kinder: Ich denke, da spielt noch ein anderer Aspekt eine Rolle – die Atmosphäre, das Publikum unterscheidet sich auf AIDA- und TUI-Cruises-Schiffen schon deutlich, der eine mag das eine lieber der andere das andere. So einfach austauschbar find ich das nicht und Eltern entscheiden ja nicht nur nach Kinder-Angebot an Bord, sondern achten auch darauf, dass sie sich selbst wohlfühlen. Es ist halt wie immer: „Das Beste“ gibt’s nicht, es hängt vom persönlichen Geschmack ab und die Kreuzfahrt ist so vielfältig, dass da jeder das passende findet.
Herzliche Grüße
Franz
Reedereien steuern ja den Kinderanteil häufig schon über die Preisgestaltung – wenn es keine besonderen Vergünstigungen für Familien gibt (wie Kinder reisen gratis in der Kabine, Kinderfestpreise etc.) reduziert sich der Kinderanteil häufig schon ganz von allein.
Holland America hat einen sehr niedrigen Kinderanteil und vergleichsweise „alte“ Kunden – was zum einen an der Routenwahl liegt – es gibt sehr viele lange Reisen, was für Familien oft nicht ideal ist, Kinderermäßigungen sind eher gering. Üblicherweise werden Kinder ganz regulär als 3. oder eben 4. Person in der Kabine berechnet (es gibt sicher Ausnahmen und Promo-Aktionen – man arbeitet ja daran, die Kundengruppe zu verjüngen).
Es gibt aber Kinderbereiche an Bord – und wenn man Familien trifft, sind die absolut begeistert – denn für die wenigen Kinder wird sich richtig in Zeug gelegt. Das geht so weit, daß die Öffnungszeiten der Kinderbereiche auf die Wünsche der Familien angepaßt werden (auf der Reise waren 14 Kinder – da geht sowas natürlich) und auch an Programm wird das geboten, was den anwesenden Kindern richtig Spaß macht. Die hatten auch offenkundig die Zeit Ihres Lebens – mit Besuchen auf der Brücke etc.
Hier variiert die Anzahl der Kinder an Bord auch enorm – abhängig von Reisezeit, Reiseziel und Reisedauer. Auf Nachfrage wurde mir gesagt, daß bei Europafahrten während der Ferien dann auch mal 100 Kinder an Bord sind….
Jetzt fehlt nur noch ein Kids only Kreuzfahrtschiff ;-)
Zumindest für Teens denn die Eltern stören oft nur und sind oft peinlich ;-)
@Hans: Cooler Gedanke, in der Umsetzung aber ein wenig schwierig ;-) Auf de Disney Dream und Fantasy gibt’s etwas, das in diese Richtung geht – da ist der wunderbare Bug-Bereich komplett für Teens reserviert; Erwachsene, auch die Eltern, kommen dort nicht hin. Da habe ich einige neidische Blicke gesehen, weil es wirklich ein großartiger Bereich ist. Auf den Wish-Class-Schiffen hat Disney an diese Stelle wohl deshalb nun auch den Spa-Außenbereich gebaut.