Ausdocken der AIDAnova (Bild: Christoph Assies)

AIDAnova hat Dockhalle der Meyer Werft verlassen

Premiere im Kreuzfahrtschiffbau: Das weltweit erste vollständige mit Flüssigerdgas (LNG) betriebene Kreuzfahrtschiff, AIDAnova, ist in seinem Element. Der 337 Meter lange Ozeanriese wurde am Dienstagabend aus der Baudockhalle der Papenburger Meyer Werft geschleppt. Zahlreiche Schaulustige verfolgten das Manöver im Werfthafen. Christoph Assies war für cruisetricks.de in Papenburg dabei.

Begonnen hatte das Manöver am 21. August 2018 gegen 19:30 Uhr, als Schlepper an dem bisher größten Kreuzfahrtschiff der Meyer Werft zogen. Am Mittwoch sollen am Ausrüstungskai der Schornstein, der vordere Mast, diverse Antennenkuppeln und der LNG-Entlüftungsmast aufgesetzt werden. Diesmal werden deutlich mehr Teile im Freien montiert. Grund hierfür ist die Höhe der AIDAnova, die bis zum Schornstein 69,3 Meter misst. Die Baudockhalle hat eine Höhe von 75 Metern. Aus diesem Grund hat Werftkapitän Wolfgang Thos das Schiff auch besonders langsam aus dem Baudock ausgeparkt.

Noch in der Nacht zum Mittwoch soll das 140 Meter lange Schwimmteil des nächsten Kreuzfahrtschiffes, der Spectrum of the Seas für Royal Caribbean International, zurück in die Halle geschleppt werden. Es wurde in den vergangenen Monaten am Ausrüstungskai weiter ausgebaut und wird demnächst in der Halle mit dem vorderen Teil des später 347 Meter langen Schiffes verbunden.

Ausdocken der AIDAnova (Bild: Christoph Assies)
Ausdocken der AIDAnova (Bild: Christoph Assies)

Bei der AIDAnova geht nach Angaben von Werftsprecher Peter Hackmann der Innenausbau in den nächsten Wochen weiter. „Außen sind nur noch letzte Dinge am Lanaideck zu tun“, so Hackmann im Gespräch mit cruisetricks.de. Für einen ersten Test mit den Stabilisatoren wird das neue Flaggschiff von AIDA Cruises im Laufe der Woche noch einmal vom Ausrüstungskai ablegen.

Ausdocken der AIDAnova (Bild: Christoph Assies)
Ausdocken der AIDAnova (Bild: Christoph Assies)

Auch die gasbetriebenen Systeme der AIDAnova für die Kessel- und Maschinenanlagen werden in den kommenden Tagen am Ausrüstungskai in Betrieb genommen. Der Großteil der Erprobungen geht in Papenburg in der Werft jedoch nur mit gasförmigem Erdgas über die Bühne. Erst im niederländischen Eemshaven, von wo aus die AIDAnova zu ihren Probefahrten starten wird, steht die erste Bebunkerung mit LNG an.

LNG ist ein durch Abkühlung auf minus 164 Grad Celsius verflüssigtes, geruchloses Erdgasgemisch. Beim Verdampfen von LNG zur Erdgas vergrößert sich sein Volumen auf das 600fache. Durch die Nutzung von LNG werden Emissionen von Feinstaub und Schwefeloxiden nahezu vollständig vermieden. Bisher nutzen die meisten modernen Kreuzfahrtschiffe sogenannte Scrubber und teils Katalysatoren, die die Schwefelemissionen um bis zu 99 Prozent, die Stickoxidemissionen um bis zu 75 Prozent und den Partikelausstoß um bis zu 60 Prozent verringern.

Die AIDAnova ist das erste Schiff einer Serie von derzeit neun LNG-Kreuzfahrtschiffen, die der AIDA-Mutterkonzern Carnival Corporation bei der Meyer-Werften-Gruppe bestellt hat. Bei Meyer Turku entsteht aktuell die Costa Smeralda für Costa Crociere. Sie wird im Oktober kommenden Jahres in Dienst gestellt. Im Frühjahr 2020 soll die Iona für P&O Cruises von der Papenburger Meyer Werft abgeliefert werden. Die AIDAnova bekommt im Frühjahr 2021 und um Frühjahr 2023 von der Meyer Werft zwei baugleiche Schwesterschiffe.

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