Mit unserem kostenlosen Newsletter sind Sie immer bestens informiert – gleich abonnieren!
SS United States, 2013 in Philadelphia

Crystal Cruises gibt Projekt „SS United States“ auf

Crystal Cruises wird den legendären Ocean Liner SS United States nicht als luxuriöses Kreuzfahrtschiff wiederbeleben (siehe unten). Das ist das Ergebnis einer Machbarkeitsstudie für das ambitionierte Projekt. Immerhin will Crystal Cruises die Stiftung zur Erhaltung der SS United States aber mit einer Spende von 350.000 Dollar unterstützen, um zur Rettung des Schiffs beizutragen.

Eine sechs Monte andauernde, intensive Machbarkeitsstudie hat laut Reederei ergeben, dass die SS United States zwar in einem guten Zustand sei, die technischen und wirtschaftlichen Herausforderungen bei einer Sanierung jedoch nicht zu bewältigen sind. Der Aufwand, das 65 Jahre alte Schiff in Sachen Sicherheit, Schiffsdesign und internationale Vorschriften für Kreuzfahrtschiffe auf den heutigen Stand zu bringen, wäre wohl einfach zu groß.

Als einen wesentlichen Aspekt nennt die Machbarkeitsstudie, dass zur Einhaltung der SOLAS-Vorschriften signifikante Veränderungen am Rumpf vorgenommen werden müssten, die wiederum neue Herausforderungen in Hinblick auf die Stabilität des Schiffs zur Folge hätten. Zudem müssten etwa 25 Prozent des Rumpfes neu aufgebaut werden, um Antriebswellen für einen modernen, dieselelektrischen Antrieb sinnvoll zu integrieren.

Das Schiff habe aber dennoch enormes Potenzial für eine stationäre Nutzung beispielsweise mit integriertem Museum, so Crystal Cruises.

Die Spende von 350.000 Dollar an die SS United States Conservancy bedeutet Experten zufolge ein weiteres Jahr Spielraum, um eine dauerhafte Verwendung für den Ocean Liner zu finden. Außerdem können die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie potenziellen Investoren möglicherweise mehr Sicherheit geben, weil der Zustand des Schiffs nun noch einmal sehr detailliert ermittelt wurde.

Vorausgegangene Berichterstattung, Februar 2016:

Crystal Cruises plant Comeback für S.S. United States

Crystal Cruises hat eine Kaufoption für die von der Verschrottung bedrohte S.S. United States unterzeichnet. Die Luxus-Reederei will den legendären Ocean Liner komplett renovieren und wieder als Kreuzfahrtschiff in Dienst stellen.

Auf 700 bis 800 Millionen Dollar schätzt Crystals CEO Edie Rodriguez laut New York Times die Kosten für den Wiederaufbau der S.S. United States. Im Rahmen der jetzt unterschriebenen Vereinbarung wird Crystal Cruises vorerst die Instandhaltungskosten für das Schiff von geschätzten 60.000 Dollar monatlich übernehmen und die Zeit für eine Machbarkeitsstudie nutzen, deren Ergebnisse für Ende 2016 erwartet werden. Danach soll entschieden werden, ob das Projekt umsetzbar ist.

Crystal plant, die S.S. United States in einen Luxusliner für 800 Passagiere zu verwandeln, der sowohl die klassische Route von New York nach Europa fahren, also auch weltweit für Kreuzfahrten zum Einsatz kommen soll. Die Luxusreederei will die S.S. United States in ihrer klassischen Silhouette mit der gleichen Anzahl an Decks erhalten und die beiden Schornsteine in ihren traditionellen Farben Blau, Weiß und Rot präsentieren. Neue Maschinen sollen den Status des schnellsten Passagierschiffs der Welt erhalten beziehungsweise wieder aufleben lassen.

Einen positiven Nebeneffekt könnte für Crystal Cruises die Tatsache haben, dass die S.S. United States in den USA gebaut wurde. Das würde dem Schiff Fahrtrouten in amerikanischen Gewässern ermöglichen, die anderen Schiffen wegen entsprechender Gesetze in den USA versperrt bleiben. Einziges Kreuzfahrtschiff, das derzeit solche Routen fahren kann, ist die Pride of America von Norwegian Cruise Line, die ihren Basishafen in Hawaii hat.

Obwohl die Fachwelt skeptisch auf das Vorhaben von Crystal Cruises blickt, überwiegt dennoch die Freude darüber, dass die S.S. United States zumindest eine neue Galgenfrist von neun Monaten bekommt. Zuletzt standen die Chancen sehr schlecht, das Schiff noch vor der Verschrottung zu retten, nachdem mehrere Versuche gescheitert waren, ein finanziell tragfähiges Konzept für den 1952 erstmals in Dienst gestellte Ocean Liner zu finden. Das Schiff war vor über 40 Jahren das letzte Mal aus eigener Kraft gefahren – unter Dampf. Problematisch ist auch die Belastung mit giftigem PCB, für das zusammen mit den Umweltschutzbehörden in den USA eine Lösung gefunden werden muss.

Kommentar schreiben

Schreibe einen Kommentar

Hinweis: Neue Kommentare werden aus technischen Gründen oft erst einige Minuten verzögert angezeigt.
Consent Management Platform von Real Cookie Banner