Grönland wird als Kreuzfahrt-Destination immer beliebter. An manchen Orten des Landes regt sich deshalb schon länger Widerstand. Darauf reagiert die grönländische Regierung nun sowohl mit einem Appell an die Kreuzfahrt-Reedereien als auch mit Plänen für ein Zonensystem, das die Kreuzfahrt beschränken und damit nachhaltiger machen soll.
Das Ministerium für Handel und Bodenschätze der grönländischen Regierung Naalakkersuisut schreibt in einer Pressemitteilung, man habe Anfragen erhalten, wonach Kreuzfahrtschiffe, die in bestimmten Fjordgebieten verkehren, als Belastung für die lokale Bevölkerung und die betroffenen Naturräume empfunden würden. Das betreffe unter anderem die Auswirkungen auf die Tierwelt, Lärmbelästigung sowie den Wunsch, den Natur- und Erholungswert der Gebiete zu bewahren.
Das wachsende Interesse an Grönland als Reiseziel sei zwar positiv zu bewertet und man erkenne, dass der Kreuzfahrttourismus erheblich zur Entwicklung der Tourismusbranche beitrage. Die touristische Entwicklung müsse jedoch auf nachhaltiger Basis und mit Respekt für die lokalen Bevölkerung, die Natur und die Tierwelt erfolgen.
Die Regierung empfiehlt daher, bei der Routenplanung für Kreuzfahrtschiffen bestimmte, in der Pressemitteilung nicht näher benannte Fjordgebiete so weit wie möglich zu vermeiden oder einzuschränken. In der Pressemitteilung appelliert die grönländische Regierung „an Kreuzfahrtunternehmen, Schiffskapitäne und andere Akteure der Kreuzfahrtbranche, dieser Empfehlung Folge zu leisten und weiterhin durch gute Planung, Dialog und Berücksichtigung der lokalen Gegebenheiten zu einer verantwortungsvollen und nachhaltigen Entwicklung des Kreuzfahrttourismus in Grönland beizutragen.“
Außerdem heißt es in der Pressemitteilung, die grönländische Regierung und die Gemeinden erarbeiteten derzeit Zoneneinteilungen gemäß dem Tourismusgesetz. Damit soll festgelegt werden, welche Gebiete für Kreuzfahrttourismus freigegeben sind und welche Beschränkungen unterliegen. Die Bestimmungen würden in Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung, der Wirtschaft und anderen Interessengruppen erarbeitet und sollen nach einer öffentlichen Anhörung in Kraft treten.
Der Appell richtet sich offenbar vor allem an Reedereien, die mit großen Schiffen nach Grönland kommen, als an Expeditionskreuzfahrt-Anbieter, die ihre Hafenstopps seit vielen Jahren in enger Zusammenarbeit mit der Regierung und den besuchten Gemeinden auf die lokalen Möglichkeiten abstimmen. Neben kleinen, oder relativ kleinen Expeditionskreuzfahrtschiffen, sind in den vergangenen Jahren immer mehr größere und große Schiffe hinzugekommen. Cruise Industry News nennt Carnival, Oceania, Azamara, Seabourn, Phoenix Reisen, AIDA, Viking, Windstar, Explora Journeys, Holland America Line, Celebrity Cruises und Virgin Voyages als Kreuzfahrt-Reedereien aus dem Nicht-Expeditions-Segment, die Grönland anlaufen oder in den kommenden Jahren dort Hafenstopps planen. Am beliebtesten ist dabei die Hauptstadt Nuuk und die Diskobucht sowie einige Orte im Süden Grönlands.




