Skyroam Solis X

Internet im Ausland: Testbericht Skyroam Solis X

Internet ist auch im Urlaub für viele selbstverständlich – trotz Trend zum „digital detox“. Mit Skyroam gibt es einen Service, der eine Internet-Verbindung weltweit sehr unkompliziert und zu vernünftigen Kosten anbietet. Einziger Nachteil: Es funktioniert nur an Land, nicht auf hoher See. Ich habe das neueste Modell, Skyroam Solis X, getestet.

Den Test hatte ich schon einige Monate vor mir hergeschoben und dann kam die Coronakrise. Jetzt ist zugegeben ein Zeitpunkt, zu dem Auslands-Internet eher zu den Sehnsüchten zählt, als dass wir dafür viel Bedarf hätten. Aber das ändert sich ja hoffentlich in ein paar Monaten wieder …

Hinweis: Skyroam hat mir kostenlos ein Testgerät und Datenvolumen zur Verfügung gestellt. Auf mein Urteil und die Testergebnisse hat das keinen Einfluss.

Zuverlässiges Internet auf Reisen ist zwar durch das kostenfreie EU-Roaming inzwischen einfacher verfügbar. Reibungslos läuft das oft dennoch nicht und außerhalb der EU ohnehin nicht. Und wer wie ich beruflich auf eine zuverlässige Internet-Verbindung angewiesen ist oder privat nicht auf Facebook und Co. verzichten will, kennt das Problem: Das WLAN im Hotel ist unendlich langsam, bei Starbucks um die Ecke sind zwar alle anderen Gäste eingeloggt, man selbst bekommt aber partout keine Verbindung, die Roaming-Verbindung des eigenen Mobilfunkanbieters will partout keine Daten übertragen.

Und eigentlich hat man auf Reisen wenig Zeit und noch weniger Lust, sich mit Verbindungsproblemen herumzuschlagen. Hier liegt aus meiner Sicht die größte Stärke von Skyroam Solis: Es funktioniert immer, macht keine Zicken und liefert je nach Reiseland gute bis exzellente Geschwindigkeiten.

Allerdings: Für Gelegenheitsnutzer ist Skyroam ein wenig teuer. Einmalig 140 Euro kostet das Gerät Solis Lite. Das Solis X schlägt mit 200 Euro Buche und bietet zusätzliche Features wie Kamera und Smart Assistant – beides auf Reisen aber eher überflüssig. In Hinblick auf Akkugröße und Datenverbindungen unterscheiden sich die beiden Geräte nicht.

Die früher angebotene Variante, das Gerät nur für einen gewissen Zeitraum zu mieten, bietet Skyroam in Deutschland übrigens nicht mehr an.

So funktioniert die Datenverbindung mit dem Solis-Gerät

Das einfache Prinzip von Skyroam Solis: Mit der virtuellen Sim-Karte des Systems kann das kleine Gerät überall auf der Welt Datenverbindungen aufbauen, ohne dass man dafür einen Vertrag mit einem lokalen Mobilfunkanbieter abschließen muss.

Skyroam Solis X
Skyroam Solis X

Das Gerät stellt nach dem Einschalten selbständig eine Mobilfunk-Datenverbindung her und dient als WLAN-Hotspot, über den Smartphone oder Laptop die Internet-Verbindung nutzen können. Bis zu zehn Geräte können sie mit dem Skyroam Solis gleichzeitig verbinden, das zugehöriger Wlan-Passwort steht einfach hinten am Gerät. Oder man baut die Verbindung mit der Solis-Smartphone-App per QR-Code-Scan auf. Die jeweilige Tarif-Option aktiviert man übe die Smartphone-App.

Skyroam hat ein paar weitere Vorzüge, die im Alltag sehr hilfreich sind:

  • Solis hat eine Akku-Kapazität von 4.700 mAh, was auf jeden Fall für einen kompletten Tag ausreicht. Nebenbei kann man den Akku über den USB-C-Anschluss aber auch als Powerbank zum Laden anderer Geräte wie dem Smartphone nutzen – wenn auch mit 5 Volt / 1 Ampere nicht übermäßig schnell.
  • Es gibt keine blockierten Dienste: Skype, Whats-App-Telefonie, Youtube oder Netflix – alles geht. Besonders für Business-User wichtig: Auch VPN-Verbindungen sind damit möglich, die vor allem bei der Internet-Verbindung auf Kreuzfahrtschiffen nahezu immer blockiert sind. Skyroam bietet – gegen Aufpreis – auch ein eigenes VPN an.
  • Die 24-Stunden-Flatrate funktioniert länderübergreifend, die Datenvolumen-Tarife ohnehin. Bei meinen Tests des Vorgängermodells habe ich Skyroam beispielsweise in Marseille aktiviert und am nächsten Tag während einer Busfahrt nach Mailand weiter genutzt.
  • Vorausbezahlte Tagespässe verfallen im Prinzip nicht. Sinnvoll ist aber eine Nutzung mindestens alle zwölf Monate. Überschreitet man diese Frist, wird dafür beim nächsten Einloggen ein Tagespass abgezogen. Die übrigen Tagespässe bleiben aber weiterhin bestehen und nutzbar. Man zahlt also quasi eine Jahres-Grundgebühr von acht Euro, wenn man Solis ein ganzes Jahr lang ungenutzt lässt.

Tarife: Flatrate oder Datenvolumen

Früher hatte Skyroam eine extrem simple Tarifstruktur: Tagespässe für 8 Euro, weltweit einsetzbar. Inzwischen ist das System flexibler geworden, vor allem Datenvolumen-Tarife sind hinzugekommen. Entscheidend aber ist, dass keine monatlichen Gebühren fällig sind und keine Mindestvertragslaufzeit existiert. Man nutzt und bezahlt den Service nur dann, wenn man ihn auch tatsächlich braucht.

Schnäppchen kann man bei gelegentlichen Sonderaktionen machen, beispielsweise gab es Anfang September ein Paket von 15 Tagespässen für Europa für zusammen 25 Euro.

  • Global Daypass: 8 Euro für 24-Stunden-Flatrate (nach 500 MByte Datennutzung innerhalb von 24 Stunden erfolgt Drosselung auf 2,5G, was etwa Edge-Geschwindigkeit entspricht).
  • „Go Data Pay-per-GB“-Abo: 1 GByte Daten für 8 Euro pro Monat global, 5 Euro nur für die USA oder 3,50 Euro für Nutzung in Europa.
  • Für Intensiv-Nutzer gibt es das „Global Unlimited Data“-Abo für 80 Euro pro Monat, bei dem allerdings nach 20 GByte Datennutzung die Geschwindigkeit heruntergeregelt wird.

Ein paar Test-Detail …

Getestet habe ich Skyroam übrigens mit dem Vorgängermodell in Marseille, Barcelona, Savona und Mailand, Miami und Fort Lauderdale sowie in Indonesien mit überall ähnlich gutem Ergebnis und hohen Geschwindigkeiten bei der Datenübertragung.

Das aktuelle Solis-X-Modell habe ich in Italien (Neapel, Amalfiküste) getestet, mit sehr guten Übertragungsraten. In Deutschland hat sich das Solis dagegen mit dem O2-Netz verbunden, das je nach Standort teils erheblich langsamere Geschwindigkeiten bietet als etwa Vodafone, wo ich die Geschwindigkeit am Smartphone parallel getestet habe. Insgesamt erreichte das Solis X die gleiche Geschwindigkeit, die ich im gleichen Netz parallel auch am Smartphone (Oneplus 6T) gemessen habe.

  • Betriebsbereitschaft: Vom Einschalten des Geräts bis die Datenverbindung steht, dauert es typischerweise eine, höchstens zwei Minuten.
  • Ladezeit: Bei komplett leerem Akku ist das Solis in meinem Teste innerhalb von 2:15 Stunden voll aufgeladen.
  • Anders als beim Vorgängermodell lässt sich Solis komplett über eine App steuern, was die Handhabung deutlich komfortabler macht.

Solis Lite und Solix X

Das Skyroam-Gerät gibt es in zwei Varianten: Solis Lite (139,99 Euro) und Solis X (199,99 Euro) – die Links führen zu den Skyroam-Geräten bei Amazon.de.

Solix X hat zusätzlich eine 8MP-Kamera mit Fernzugriff, Lautsprecher, Mikrofon und Bluetooth sowie eine Funktion namens Smart Assistant zum Automatisieren einiger Aufgaben. Auf Reisen sind das Features, die man eher selten braucht, weswegen sie ich in meinen Tests auch vernachlässigt habe. Solix X ist mit 148 Gramm wohl etwa zehn Gramm schwerer als Solis Lite.

Mein Fazit

Für mich persönlich ist Skyroam (wieder) ein fester Reisebegleiter geworden. Im Test hat mich das kleine Gerät überzeugt, weil es unkompliziert, zuverlässig und schnell ist.

Skyroam Solis X, zwei Smartphones verbunden
Skyroam Solis X, zwei Smartphones verbunden

Zwischenzeitlich hatte ich eine Weile die Dienste von Knowroaming bevorzugt, weil dafür kein separates Gerät nötig ist. Doch war damit fast jedes Mal ein größerer Aufwand verbunden, in einem neuen Land die Datenverbindung aufzubauen. Das nervt erheblich, auch wenn der Support immer erstklassig war und die Probleme beheben konnte.

In Europa nutze ich das kostenlose Roaming meines Mobilfunkvertrages. Doch sobald ich irgendwo auf Verbindungsprobleme stoße, wird nicht mehr lange gefackelt – dann kommt Skyroam zum Einsatz und ich spare mit Zeit und Nerven, auch wenn es ein paar Euro kostet.

Ich bestelle auch keinen teuren Cappuccino mehr, nur um eine halbe Stunde lang das „free WiFi“ eines Cafés nutzen zu dürfen, das oft auch noch sehr langsam ist.

Skyroam Solis starten, maximal zwei Minuten warten und schon bin ich zuverlässig online – und gerne auch der eine oder andere Mitreisende, der sich dann ebenfalls über mein Skyroam-Gerät mit dem Internet verbinden kann.

Noch ein Vorteil: Skyroam bietet eine weitgehend sichere Verbindung. Denn statt über ein offenes Wlan ohne nennenswerten Schutz vor Hackern bin ich über eine sichere Mobilfunk-Verbindung online und muss mir keine Sorgen machen.

Anmerkung*: Skyroam hat für meine Tests ein Solis-X-Gerät sowie Datenvolumen kostenlos zur Verfügung gestellt.
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Skyroam hat für meine Tests ein Solis-X-Gerät sowie Datenvolumen kostenlos zur Verfügung gestellt.

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4 Kommentare

4 Kommentare zu “Internet im Ausland: Testbericht Skyroam Solis X

  1. Hallo Herr Neumeier,

    erst mal vielen Dank für die immer sehr sachlichen und informativen Berichte auf Ihrer Webpage.

    Mit großem Interesse habe ich den heutigen Artikel über das Skyroam Soli gelesen! Vor allem fand ich den Hinweis, dass dieses Gerät eine weitgehend sichere Internetverbindung in aller Welt bietet, für mich sehr wichtig.

    Nun musste ich aber beim Anklicken des Links für das Skyroam Solis Lite bei Amazon unter Produktinformation lesen, dass dieses Gerät eben keine sichere Verbindung bietet. Es werden dort übrigens 3 verschiedene Skyroam Geräte angeboten: Das Skyroam Solis (sichere Verbindung), Solis lite (keine sichere Verbindung) und Solis X (sichere Verbindung). Vielleicht wird auch deshalb das Solis lite im Moment für 70 Euro angeboten?

    Viele Grüße und nochmals dankeschön für Ihre tolle Arbeit.

  2. @Brigit: Interessant, gestern war das Solis Lite noch für 139 Euro gelistet. Das dritte Gerät, das Sie bei Amazon sehen, das “Solis” ohne Namenszusatz, ist das Vorgängermodell des jetzigen “Lite”. Auch ein noch älteres Modell, das eher die Form eine kleinen, dicken Handys mit eigenem Display hat, wird da noch angeboten.

    Thema “Sicherheit”: Die Verbindung zwischen Laptop/Smartphone zum Skyroam-Gerät ist bei allen aktuellen Modellen (Lite und X, vermutlich auch bei den älteren) verschlüsselt. Was ich mit “weitgehend sichere Verbindung” meine ist, dass man über das Gerät (abgesicherte Wlan-Verbindung) und ein Mobilfunknetz (nur mit sehr viel Aufwand zu hacken) ins Internet kommt — im Gegensatz zu “free WiFi” in Cafés und Restaurants, die meist nicht einmal verschlüsselt sind, sodass jeder in dem Netz mit entsprechender, kostenloser Software den Datenverkehr einfach mitlesen kann. Die Verbindung per Skyroam ist also genauso sicher wie eine Mobilfunk-Datenverbindung am Handy. Wenn Sie noch mehr Sicherheit brauchen, hilft eine VPN-Verbindung.

  3. auf meiner Suche nach einer weltweiten Daten Nutzung habe ich die preislich attraktivere Prepaid Lösung bei Prepaid Global gefunden – einfach sim oder Esim in ein simlockfreies Smartphone mit den benötigten weltweiten Frequenzen einlegen und eine VPN Verbindung aufbauen hat super mit meinem iphone 11 als auch mit einem Samsung S10 funktioniert

  4. @Peter: Ja, kann ganz brauchbar sein, hat aber einige Nachteile, weswegen ich von solchen SIMs ganz abgekommen bin. Der SIM-Karten-Wechsel nervt irgendwann, die Karten sind nur auf bestimmte Länder oder Regionen bezogen (was auf einer Kreuzfahrt mit jeden Tag einem anderen Land suboptimal ist) oder wenn es globaler nutzbare SIMs gibt, dann sind die Tarife meist teurer oder in jedem Land anders, sodass man wieder jedes Mal umständlich recherchieren muss, welche Variante die günstigere ist. Jede dieser Optionen hat Vor- und Nachteile, mir persönlich ist inzwischen die Bequemlichkeit und Einfachheit des Geräts von Skyroam am liebsten.

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