Iona (Bild: Meyer Werft / Marc Petrikowski)

Iona-Übergabe, Staatshilfe für MV Werften, Aus für Jalesh Cruises, Kreuzfahrtabsagen wegen Alkoholverbots

Die lange erwartete Übergabe der Iona an P&O Cruises, hohe Staatshilfen für MV Werften, das Ende für die indische Jalesh Cruises und Kreuzfahrt-Absagen wegen Alkoholverbot bei The Majestic Line: eine Zusammenfassung von aktuellen Kreuzfahrt-News.

P&O Cruises hat am, Freitag, 9. Oktober 2020, die Iona von der Meyer Werft übernommen. Die eigentlich schon für Mai 2020 vorgesehene Übergabe des ersten LNG-getriebenen Kreuzfahrtschiffneubaus für P&O Cruises hatte sich zunächst wegen der Coronakrise, dann aber wohl auch aufgrund offener technischer Fragen immer wieder verzögert.

Offiziell wollen sich P&O Cruises und Meyer Werft erst am Montag dazu äußern, aber die Flagge on P&O Cruises weht seit Freitag, 9. Oktober, am Bug des Schiff. Das ist ein klares Indiz dafür, dass das Schiff bereit im Eigentum der Rederei ist.

Für die Meyer Werft bedeutet die Auslieferung der Iona eine große, finanzielle Entlastung in der Coronakrise, da mit der Auslieferung eines Kreuzfahrtschiffs auch ein Großteil der Bezahlung durch den Käufer erfolgt. Bereits am 30. September hatte die Meyer Werft bereits die deutlich kleinere Spirit of Adventure an Saga Cruises übergeben, ebenfalls mit coronabedingter Verspätung von rund zwei Monaten.

MV Werften bekommt 193 Millionen Euro Überbrückungskredit

Aus dem deutschen Rettungsschirm erhält MV Werften einen Überbrückungskredit von 193 Millionen Euro. Der Betrag soll helfen, das Expeditionsschiffs Crystal Endeavor mit geplanter Ablieferung im März 2021 fertigzustellen und den Werftbetrieb fortzuführen.

Die Mittel aus dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds des Bundes seien eine entscheidende Voraussetzung für die Umsetzung des Fortführungskonzeptes der Werft, schreibt MV Werften in einer Pressemitteilung.

Bei der Meyer-Werft in Papenburg hat staatliche Unterstützung bislang übrigens zu einer finanziellen Entlastung des Unternehmens von lediglich rund 25 Millionen beigetragen.

Indische Jalesh Cruises gibt auf

In Indien hat Jalesh Cruises in Folge der Coronakrise aufgegeben. Erst 2019 hatte die Reederei den Kreuzfahrtbetrieb mit der früheren Pacific Jewel von P&O Cruises aufgenommen und das Schiff in „Karnika“ umbenannt. Das Schiff war 1990 als Crown Princess in Dienst gestellt worden und fuhr zwischen 2002 und 2007 auch als A-Rosa Blu und AIDAblu für AIDA Cruises.

Offenbar ist das Unternehmen derart pleite, dass die auf der Karnika verbliebenen 60 Crewmitglieder ohne Treibstoff, Energie und anderen wichtigen Versorgungsgütern ausharren müssen, bis einige rechtliche Fragen geklärt sind. Erst nach der Klärung soll die Crew das Schiff verlassen und nach Hause reisen können.

Alkoholverbot bewegt schottische Reederei zur Absage der restlichen Reisen im Oktober

Eigentlich hatte die kleine, britische Reederei The Majestic Line den Neustart nach dem Corona-Shutdown bereits geschafft. Sechs Wochen lang fuhr die Reederei mit den beiden sehr kleinen Schiffen Glen Etive und Glen Sheil mit Platz für nur zwölf Passagiere. Jetzt kam die Absage für die restliche Saison, die allerdings ohnehin nur bis Ende Oktober gedauert hätte.

Als Begründung nennt The Majestic Line ein Alkoholverbot in Hotel, das die schottische Regierung jetzt im Rahmen der Coronaregeln verhängt hat. „Wir glauben, dass wir nicht in der Lage wären, das hohe Maß an Gastfreundschaft zu bieten, das mit unserem Namen verbunden ist“, schreibt die Reederei auf ihrer Website. Neu starten sollen die Schiffe nun wie geplant im April 2021.

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