Die Insel Capri nahe Neapel verschärft ihre Maßnahmen gegen Overtourismus und will Besucherströme künftig stärker lenken. Der Gemeinderat hat Maßnahmen beschlossen, die vor allem organisierte Reisegruppen, das Verhalten im öffentlichen Raum sowie den Fußgängerverkehr in den Orten von Capri betreffen.
Bis zu 50.000 Touristen an einem Tag kommen in der Hochsaison an einem Tag auf die 13.000-Einwohner-Insel. Daran ändert sich wohl auch 2026 nichts. Kern der neuen Regelung sind jedoch klar vorgegebene Wegeführungen, Begrenzungen für Gruppengrößen sowie der verpflichtende Einsatz von Kopfhörer-Systemen für Reiseführer. Damit soll der Besucherverkehr in besonders stark frequentierten Bereichen entzerrt und die Aufenthaltsqualität für Einheimische wie Gäste verbessert werden.
Die neuen Regeln im Überblick:
- Obergrenze für Reisegruppen: maximal 40 Personen sind in einer Gruppe erlaubt.
- Reduzierung von Lautstärke: Guides dürfen im Hauptort Capri keine Lautsprechersysteme mehr benutzen, bei Gruppen ab 20 Personen gibt es einen Zwang zur Nutzung von Funkkopfhörern.
- Weniger störendes Verhalten: Guides dürfen keine Regenschirme über andere Gegenstände vor sich hertragen und sollen stattdessen nur noch an einem Namensschild als Guides erkennbar sein. Die Guides sind auch dazu verpflichtet, die Gruppe während der gesamten Tour zusammenzuhalten und sicherzustellen, dass die Gruppe nicht zu viel Raum auf Plätzen und in Gassen einnimmt.
Ähnliche Vorschriften in Hinblick auf Besuchergruppen-Größen und Verhaltensregeln gibt es andernorts beispielsweise schon in Barcelona und Venedig.
Mit den neuen Maßnahmen, die ab der Sommersaison 2026 gelten, soll die Lebensqualität für die Bewohner von Capri verbessert werden, indem Lärmbelästigung reduziert wird und öffentliche Plätze, Straßen und Gassen für die Einheimischen halbwegs ungestört nutzbar bleiben.
Hintergrund ist die wachsende Belastung durch Tagesgäste, deren starke und oft gleichzeitige Ankunft in den vergangenen Jahren zunehmend für Gedränge in den engen Gassen und an wichtigen Sehenswürdigkeiten gesorgt hat. Grundlage für die neuen Regeln ist eine entsprechende Analyse der Stadtpolizei.
Die Verordnung wurde einstimmig verabschiedet und versteht sich als direkte Reaktion auf die Erfahrungen der vergangenen Tourismussaisons. Unkontrollierte Besucherströme zu beliebten Aussichtspunkten hätten demnach auf stark frequentierten Fußwegen zeitweise zu erheblichen Behinderungen geführt.




Interessante Regelung,ich bezweifle aber irgendwie,das das wirklich hilft.
Man muss ja auch kontrollieren ob sich da wirklich alle daran halten und zudem sind „zusammen zu halten “ und „nicht zu viel Platz“ schwammige Begriffe und Definitionssache.
Eine Begrenzung der Besucher (was bei einer Insel ja wirklich einfach umsetzbar ist) wäre die deutlich einfachere Lösung gewesen.Allerdings will man wahrscheinlich auf die Einnahmen nicht verzichten.