Eine Passagierin der Odyssey of the Seas wollte „von Bord gehen“. Diese überraschende Begründung nannte sie der Küstenwache nach ihrer Rettung. Am frühen Freitagmorgen, 9. Oktober 2026, war die Frau 72 Seemeilen südwestlich von Zakynthos ins Meer gesprungen und rund 20 Stunden an einem Rettungsring geklammert im Meer getrieben, bis ein Containerschiff sie fand.
Eine 44-jährige Passagierin der Odyssey of the Seas von Royal Caribbean ist mitten auf See über Bord gesprungen, weil sie „das Schiff verlassen wollte“. So gab ein Sprecher der griechischen Küstenwache gegenüber der Nachrichtenagentur AFP die Aussage der aus El Salvador stammenden Frau wieder.
Das Kreuzfahrtschiff war von Mykonos auf dem Weg nach Neapel. Der nächste reguläre Hafen lag also mehr als einen Tag entfernt. Der zuständige Staatsanwalt ordnete nach Angaben der Küstenwache medizinische Untersuchungen an, darunter eine psychiatrische Begutachtung.
Die Frau hielt sich offenbar rund 20 Stunden an einem Rettungsring fest. In den frühen Morgenstunden des 10. Oktober entdeckte die Crew des Containerschiffs MSC Rossella III das Licht am Rettungsring der Frau. Die Frau war bei Bewusstsein. Ein Boot der Küstenwache nahm sie auf, versorgte sie und brachte sie nach Katakolon. Die Küstenwache veröffentlichte ein Video ihrer Rettung. Nach ihrer Rettung fuhr sie ein Rettungswagen ins Krankenhaus nach Pyrgos. Außer einer Unterkühlung blieb die Frau offenbar unverletzt.
An der Suche beteiligten sich ein Rettungsboot und ein Patrouillenboot der Küstenwache sowie ein Hubschrauber der griechischen Luftwaffe. Auch die Odyssey of the Seas selbst und weitere Schiffe in der Nähe suchten mit. Das Kreuzfahrtschiff hatte die siebentägige Kreuzfahrt am 4. Oktober in Civitavecchia begonnen. Wegen der Suche strich die Reederei den Hafen Neapel am 10. Oktober und fuhr direkt zum Ausschiffungshafen nach Civitavecchia zurück. Royal Caribbean erklärte laut USA Today, man arbeite mit den Behörden zusammen, und das Care Team betreue die Angehörigen.
Hinweis: Wenn Sie sich in einer seelischen Notlage befinden oder Suizidgedanken haben, finden Sie Hilfe bei verschiedenen Beratungsstellen. In Deutschland ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr kostenfrei erreichbar – anonym unter den Telefonnummern 0800/1110111, 0800/1110222, 116123 oder online unter www.telefonseelsorge.de.
Von Bord gesprungen, um Spielschulden zu entgehen
In einem ähnlich skurrilen Fall hatte bereits im September 2025 ein Passagier ein Schiff von Royal Caribbean auf ungewöhnlichem Weg verlassen, damals allerdings im Hafen. Am 7. September 2025 sprang er in San Juan auf Puerto Rico von der Rhapsody of the Seas, während das Schiff am Pier lag. Laut einer Strafanzeige vor dem US-Bundesbezirksgericht in Puerto Rico schuldete er der Reederei 16.710,24 US-Dollar, fast ausschließlich aus Ausgaben im Spielcasino des Schiffs.
Offenbar nahm er an, er könnte vor den Schulden fliehen, wenn er nicht auf dem regulären Weg ausschifft, sondern an Land schwimmt. Der Mann wurde nach seinem Sprung im Hafenbecken auf einen Jetski gezogen, Beamte des US-Grenzschutzes CBP nahmen in fest. Die Anklage wirft ihm vor, er habe die Meldepflicht für mitgeführtes Bargeld umgangen. Nach Angaben von NBC hatte er 14.600 US-Dollar bei sich.
