Lindblad Expeditions trennt sich Ende September 2026 von den beiden 62-Passagiere-Expeditionsschiffen National Geographic Sea Bird und National Geographic Sea Lion. Die unter US-Flagge fahrenden Schiffe aus den frühen 1980er-Jahren ersetzt die Reederei 2027 durch die recht neue Greg Mortimer, die in Portugal registriert ist.
Lindblad Expeditions schickt zwei ziemlich alte, kleine Expeditionskreuzfahrtschiffe in Rente. Das wäre für sich genommen keine wichtige News-Meldung, wenn die beiden Schiffe – die National Geographic Sea Bird und die National Geographic Sea Lion – nicht unter US-amerikanischer Flagge registriert wären.
Denn es gibt nur sehr wenige Kreuzfahrtschiffe, bei denen die Kriterien für die US-Flagge gemäß Passenger Vessel Service Act (PSVA) erfüllt sind. Insbesondere müssen solche Schiffe in den USA gebaut sein. Der wesentliche Vorteil für Kreuzfahrtschiffe unter US-Flagge: Sie dürfen rein inneramerikanische Routen fahren, ohne dabei einen ausländischen Hafen anzulaufen.
Und genau das ist ein großer Wettbewerbsvorteil für die National Geographic Sea Bird und die National Geographic Sea Lion, die Lindblad Expeditions bislang insbesondere in Alaska sowie am Columbia- und Snake-River in Oregon und Washington State einsetzt und sich dabei den langen Abstecher in einen kanadischen Hafen wie etwa Vancouver oder Victoria sparen kann.
Offen ist aktuell, ob die beiden Schiffe einen Abnehmer finden, für den die US-Flagge ein entscheidender Wettbewerbsvorteil sein kann. Denn so alte Schiffe haben auch Nachteile, etwa die höheren Betriebskosten und in diesem Fall beispielsweise auch ungünstige Bettenkonfigurationen in den Kabinen, die modernen Ansprüchen nicht mehr gerecht werden.
National Geographic Sea Bird und die National Geographic Sea Lion wurden 1982 bei Nichols Brothers Boat Builders im US-Bundesstaat Washington gebaut. Ursprünglich für Exploration Cruise Lines als Great Rivers Explorer und Majestic Alaska Explorer bestellt, kamen sie Anfang der 1990er-Jahre zu Lindblad, wo sie aktuell die dienstältesten Schiffe der Flotte sind.
Bei Lindblad Expeditions soll die moderne, 2019 gebaute Greg Mortimer für rund 180 Passagiere die beiden kleineren, älteren Schiffe ablösen. Die beiden etwas größeren, 2017 und 2018 ebenfalls bei Nichols Brothers Boat Builders gebauten National Geographic Quest und National Geographic Venture mit einer Kapazität von 100 Passagieren, die ebenfalls unter US-Flagge fahren, behält die Reederei aber weiter in der Flotte.




