Dramatischer Zwischenfall auf der Disney Dream: Ein Mädchen ging während der Fahrt über Bord. Ihr Vater sprang offenbar sofort hinterher, um ihr zu helfen. Innerhalb von 20 Minuten konnten beide aus dem Wasser gerettet werden.
Die Disney Dream von Disney Cruise Line befand sich am Sonntag, 29. Juni 2025, auf dem Rückweg von einer viertägigen Bahamas-Kreuzfahrt nach Fort Lauderdale, als das Mädchen aus bislang ungeklärter Ursache von Deck 4 ins Meer stürzte. Die Fallhöhe betrug knapp 15 Meter.
Mehrere Passagiere beschreiben Medienberichten zufolge, dass der Mann zusammen mit seiner Tochter weniger als 25 Minuten im Wasser trieb, ehe sie von der Crew des Schiffes in einem Rettungsboot geborgen wurden. Ein „Mann über Bord“-Alarm sei ausgelöst worden, woraufhin die Besatzung sofort mit Rettungsmaßnahmen begann. Die „Disney Dream“ reduzierte Geschwindigkeit, wendete und ließ ein Rettungsboot zu Wasser.
Der TV-Sender CBS zitiert eine Passagierin, die mit einem Crew-Mitglied gesprochen hatte, das den Zwischenfall beobachtet hat. Demnach hätten die Eltern gerade Shuffelboard gespielt, als es ihrer Tochter trotz Plexiglasabsicherung gelang, an der Reling hochzuklettern. Dabei hat sie offenbar das Gleichgewicht verloren. Inzwischen hat der ermittelnde Sheriff aus Florida dem geäußerten Verdacht widersprochen, das Mädchen habe auf der Reling gesessen oder der Vater hätte es für Foto dorthin gehoben oder gehalten.
UPDATE: Die Ermittlungen haben später etwas andere Fakten ergeben, wie die New York Times berichtet. Demnach war das Kind bei einer großen, runden Öffnung auf dem Promenadendeck an der Reling hochgeklettert, während die Mutter mit dem Smartphone fotografierte. Die Mutter gab an, angenommen zu haben, dass die Öffnung mit Plexiglas abgesichert sei. Das jedoch war nicht der Fall. Das Kind verlor das Gleichgewicht und fiel über Bord. Der Vater sprang sofort hinterher, was wiederum das automatische Mann-über-Bord-System auslöste. Das erklärt die extrem kurze Reaktionszeit, die Vater und Tochter möglicherweise das Leben gerettet hat. Der Vater zog sich bei seiner Rettungsaktion Rückenverletzungen zu.
Videos auf Social-Media-Plattformen zeigen die dramatischen Minuten nach dem Zwischenfall. In einer Aufnahme ist zu sehen, wie der Vater seine Tochter im Wasser hält und sie schließlich dem Rettungsteam übergibt. Beide wurden sicher an Bord zurückgebracht. Die Identitäten der Betroffenen wurden bislang nicht veröffentlicht und auch über das Alter des Mädchens gibt es keine offiziellen Angaben. In einigen Berichten heißt es, sie sei vier Jahre alt, die Washington Post spricht von einer Fünfjährigen.
Laut Aussagen von Mitreisenden habe sich der Vorfall sehr schnell entwickelt. Ein Augenzeuge erklärte, die betroffenen Personen seien innerhalb weniger Sekunden zu kleinen Punkten am Horizont geworden. Die Reaktion der Crew sei schnell und organisiert gewesen. Von der Auslösung des Alarms bis zur Bergung der Personen seien nur wenige Minuten vergangen.
Die Disney Cruise Line bestätigte den Vorfall in einer Stellungnahme gegenüber CBS: „Wir loben unsere Crewmitglieder für ihre außergewöhnlichen Fähigkeiten und ihr schnelles Handeln, wodurch beide Gäste innerhalb weniger Minuten sicher zum Schiff zurückgebracht werden konnten. Wir fühlen uns der Sicherheit und dem Wohlergehen unserer Gäste verpflichtet, und dieser Vorfall unterstreicht die Wirksamkeit unserer Sicherheitsprotokolle.“
Der Vater des Mädchens wird in den Medien derweil als Held gefeiert, weil er ohne zu Zögern hinterher sprang und das Mädchen über Wasser hielt, bis die Rettungskräfte eintrafen.

Unklar ist bislang, wie genau es zu dem Sturz kommen konnte. Die Reling auf Deck 4 der Disney Dream ist – anders als ursprünglich in diesem Beitrag angenommen – nicht mit Plexiglasscheiben gesichert, die verhindern soll, dass Kinder an den Sprossen hochklettern. Auf dem Schwesterschiff Disney Fantasy gibt es dagegen eine solche Plexiglasabsicherung.
Die gesetzlichen Vorgaben in den USA (Cruise Vessel Security and Safety Act) sehen eine Relingshöhe von mindestens 42 Zoll (rund 1,07 Meter) vor. International gibt es in den Solas-Vorschriften ähnliche Vorgaben.




