Ocean Cay

MSCs Ocean Cay: Bahamas-Privatinsel und zugleich Meeresschutzgebiet – ein Update

Private Trauminsel für Kreuzfahrt-Passagiere und zugleich Meeresschutzgebiet: MSC Cruises hat auf der Bahamas-Insel Ocean Cay mit einem ambitionierten Konzept Ende 2019 begonnen. Cruisetricks.de hat die Insel zwei Jahre später erneut besucht und sich die Fortschritte angesehen.

Es war und ist ein aufwendiges Projekt: Aus einer industriell zum Abbau von Aragonit-Sand genutzten Insel wurde in einer mehrjährigen Renaturierung eine Insel mit Palmen und weißen Traumstränden für Kreuzfahrt-Touristen.

Auf der Hauptinsel hat MSC eigenen Angaben zufolge rund 75.000 Pflanzen und Sträucher gepflanzt, dazu 4.600 Bäume und Palmen – insgesamt 22 auf den Bahamas heimische Arten.

junge Meeresschildkröten auf Ocean Cay (Bild: MSC Cruises)
junge Meeresschildkröten auf Ocean Cay (Bild: MSC Cruises)

Zusammen mit 165 Quadratkilometern rund um die Insel ist das Ocean Cay MSC Marine Reserve aber auch zu einem Meeresschutzgebiet geworden, in dem insbesondere auch die Korallen-Riffs durch Neuansiedelung von Korallen gestärkt und wieder aufgebaut werden sollen.

Einen ersten, deutlich sichtbaren Erfolg meldete MSC Cruises im August 2021: Im Nordosten der Insel hatten Unechten Karettschildkröten in insgesamt sechs Nestern Eier abgelegt. Im August schlüpften dort hunderte kleine Schildkröten.

Nach meinem ersten Besuch dort im Januar 2020 habe ich bereits ausführlich über die Details zu dem Meeresschutz-Projekt auf Ocean Cay berichtet. Zu den Fortschritten knapp zwei Jahre später lesen Sie weiter unten mehr …

Weiße Strände und viel Grün

Zwei Jahre nach der offiziellen Eröffnung von Ocean Cay ist die Privatinsel vor allem eines: sehr viel grüner geworden. Waren die Palmen anfangs noch kleiner und außerdem von Hurrikan Dorian arg gebeutelt, dessen Ausläufer Anfang September 2019 über die Insel gezogen waren, sind sie nun üppig und prächtig gediehen.

Lighthouse Bay
Ocean Cay im Januar 2020 (mit der MSC Divina) …
... und im November 2021.
… und im November 2021 (mit der MSC Seashore).

Viele Flächen, die vor zwei Jahren noch karg und sandig waren, sind jetzt von Gras und anderen Pflanzen überwuchert. Insgesamt wirkt die Insel nicht mehr wie ein Neubau, sondern zunehmend wie eine seit Jahren gewachsene Landschaft.

Ocean Cay
Ocean Cay

Unverändert geblieben ist dagegen das Konzept der Insel. Das ist bemerkenswert, denn es unterscheidet sich deutlich von dem anderer Privatinseln von Kreuzfahrt-Reedereien in der Karibik und auf den Bahamas. Viel Platz, Entspannung und lange Strände mit pulverig-weißem Sand stehen im Vordergrund.

Eine gute Idee sind auch Food-Trucks und Bars, die dezentral über die ganze Insel verteilt sind, sodass man zum Essen nicht den Weg zurück zum Schiff oder dem zentralen BBQ-Buffet antreten muss. Getränke- und Internet-Pakete gelten auch auf der Insel.

Andere Reederei-Privatinseln setzten dagegen mehr oder weniger intensiv auf große Attraktionen wie Zip-Lines, Fesselballon-Fahrten, Wasserrutschen und Wasserspielplätze oder Lagunen zum Streicheln von Stachelrochen. Das ist, nebenbei bemerkt, für die Besucher auch nicht ganz billig, denn diese Attraktionen kosten teils erheblich extra Geld. Vor allem für Familien baut finanziellen Druck auf – denn Kinder wollen die Attraktionen natürlich nutzen, wenn die anderen Kinder „auch dürfen“.

Obwohl MSC auf diese Art von Attraktionen verzichtet, hat Ocean Cay einiges zu bieten: Eigene Bereiche für Yacht-Club-Passagiere, für Spa-Anwendungen in Strand-Cabanas, für Hochzeiten in einem hübschen Hochzeitspavillon und auch einen für Crew reservierten Strand. Den Leuchtturm kann man im Rahmen einer Tour besteigen, sich in der Badebucht Kajaks und Stand-up-Paddleboard ausleihen. Außerdem sind geführte Ausflüge unter anderem zum Kajakfahren und Schnorchel-Ausflüge zu einer benachbarten Insel mit Schiffswrack im Angebot. Und abends gibt’s Strandpartys mit Lichtshow am Leuchtturm.

Ausführlich habe ich das schon in meinem Beitrag „MSCs Privatinsel Ocean Cay: weiße Sandstrände und viel Engagement für Meeresschutz“ vor zwei Jahren beschrieben.

Meeresschutz und Wiederansiedelung von Korallen

Die Ruhe durch die fast zweijährige Pause von Kreuzfahrtschiffanläufen haben der Natur auf Ocean Cay gutgetan. Verzögert hat sich jedoch durch die Covid-19-Pandemie der Bau der Forschungsstation auf Ocean Cay. In diesem Meeresschutzzentrum der MSC Foundation soll es vor allem um die Wiederansiedelung von Korallen rund um Ocean Cay gehen. Daneben soll aber auch das Bewusstsein der die Insel-Besucher für die weltweit dramatische Situation von Korallenriffs geschärft werden.

Am Tag der Taufe der MSC Seashore am 18. November 2021 fand nun auch der erste Spatenstich für die Forschungsstation statt, zu dem sogar der Premierminister der Bahamas, Philip Davis, auf die Insel kam – begleitet von drei kleinen Schiffen der bahamischen Marine, die in den Sporthafen von Ocean Cay einliefen, einen Steinwurf entfernt vom Anleger für die Kreuzfahrtschiffe.

erster Spatenstich für das Meeresschutzzentrum auf Ocean Cay
erster Spatenstich für das Meeresschutzzentrum auf Ocean Cay

Neben den Bemühungen um die Korallenansiedlung bietet das Schutzgebiet rund um Ocean Cay aber auch einen Lebensraum für viele andere Meeresbewohner, von Meeresschildkröten über Riff-Haie und Rochen bis zu den riesigen Conch-Meeresschnecken mit ihrem auffälligen Gehäuse.

Ocean Cay, Conch-Gehäuse am Sunset Beach
Ocean Cay, Conch-Gehäuse am Sunset Beach

Ansiedelung von „Super Corals“

Im Rahmen der Tauffeierlichkeiten für die MSC Seashore machten Spezialisten und Wissenschaftler in einer Podiumsdiskussion und in individuellen Gesprächen mit Journalisten auf die höchst kritische Situation von Korallenriffen deutlich: Ein Prozent der Oberfläche der Erde ist mit Korallenriffen bedeckt, sie sind aber Lebensraum für ein Viertel aller Meeresbewohner.

Dramatisch ist die Situation, weil vielerorts das Korallensterben bereits sehr weit fortgeschritten ist. In Florida sind 90 Prozent der Korallenbleiche zum Opfer gefallen, auf den Bahamas sind es 50 Prozent. Und schafft die Welt die Einhaltung des Klimaziels von maximal 1,5 Grad Erderwärmung nicht, könnten sehr bald alle Korallen in allen Meeren sterben.

Genauere Informationen zur ebenso komplizierten wie kritischen Situation der Korallenpopulation weltweit und der Bedrohung durch Klimawandel und Meereserwärmung finden sich beispielsweise im Bildungsserver-Wiki.

Ocean Cay
Ocean Cay

Einer der Ansätze, dem Korallensterben entgegenzuwirken, ist die Zucht und Selektion von Korallen, die tendenziell weniger empfindlich auf höhere Wassertemperaturen reagieren. Solche Korallen werden oft „Super Corals“ genannt. Mehr Informationen dazu gibt’s beispielsweise beim Smithsonian Tropical Research Institute.

Mit solchen Korallen sollen möglichst umfangreich und effizient bereits abgestorbene oder geschädigte Korallenriffe wieder aufzubauen oder gestärkt werden. Und genau das ist der Kern des Forschungsprogramms auf Ocean Cay, bei dem die MSC Foundation unter anderem mit der University of Miami Rosenstiel School of Marine and Atmospheric Science und der Nova Southeastern University in Florida zusammenarbeitet.

Zusammenarbeit mit Mars

Ebenfalls bei dem Tauf-Event auf Ocean Cay vertreten war Frank Mars, Vorsitzender des Verwaltungsrates der Mars Inc. – dem familiengeführten Unternehmen, das wir von Marken wie Mars oder Bounty, Wrigley’s, Pedigree oder Whiskas kennen.

Mars engagiert sich in recht großem Umfang für die Wiederansiedelung von Korallen und hat mit Wissenschaftlern ein System entwickelt hat, mit dem sich Korallen recht effizient wieder ansiedeln lassen.

Weil Korallenriffe weltweit gesehen riesige Flächen bedecken, sind zeit- und kosteneffiziente Methoden gefragt, mit möglichst geringem Aufwand möglichst viele Korallen neu angesiedelt werden können. Angesichts des schnellen Korallensterbens weltweit und den enormen Flächen, die Korallenriffe bedecken, käme man mit dem Einsetzen von einzelnen Korallen von Hand nicht sonderlich weit.

Eine sehr effiziente Methode namens „MARRS“ hat Mars seit 2011 entwickelt und arbeitet nun auch mit der MSC Foundation auf den Bahamas zusammen. Dabei werden Korallen auf „Reef Stars“ genannten, mit Sand überzogene, sechseckige Stahlstrukturen befestigt und dann großflächig ausgebracht.

Ein Youtube-Video von Mars dazu zeigt die Methode – und die bisherigen Erfolge:

Mit dem ersten Spatenstich als Symbol für den Baubeginn des Forschungszentrums hat die MSC Foundation nun also den nächsten Schritt getan, das ambitionierte Projekt auf Ocean Cay voranzubringen. Wir werden an dem Thema weiter dranbleiben und über Fortschritte berichten.

Zum Schluss noch: mein Lieblingsplatz auf Ocean Cay …

Trotz aller Ernsthaftigkeit des Korallenschutz-Programms: In erster Linie ist Ocean Cay dennoch eine kleine Trauminsel für unbeschwerte Strandtage während einer Kreuzfahrt. Jeder kann sich für das Forschungsprogramm interessieren und sich darüber informieren, aber niemand muss.

Und deshalb zum Abschluss dieses Beitrags einfach noch ein paar Fotos meines ganz persönlichen Lieblingsplatzes auf Ocean Cay: die Lighthouse Bar …

Anmerkung*: Cruisetricks.de reiste zur Taufe der MSC Seashore und nach Ocean Cay auf Einladung von MSC Cruises.
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Cruisetricks.de reiste zur Taufe der MSC Seashore und nach Ocean Cay auf Einladung von MSC Cruises.

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