Phoenix Reisen übernimmt die Insignia von Oceania Cruises. Ab November 2027 fährt das 1998 gebaute Kreuzfahrtschiff als Alvara für den Bonner Veranstalter. Auf dem deutschen Markt war das Schiff schon einmal unterwegs: von 2012 bis 2014 als Columbus 2 für Hapag-Lloyd Cruises.
Wenige Wochen nach dem Abschied der Deutschland hat Phoenix Reisen ein neues Hochseekreuzfahrtschiff gefunden. Die Insignia von Oceania Cruises wechselt im Herbst 2027 zu dem Bonner Reiseveranstalter und fährt ab November 2027 unter dem Namen Alvara. Die ersten Reisen sind bei Phoenix ab dem 23. Oktober 2026 online buchbar. Die letzte Reise der Insignia für Oceania Cruises endet am 13. September in Le Havre.
Im September 2027 soll die Insignia in die Lloyd Werft nach Bremerhaven gehen. Dort erhält sie ihren Anstrich in Phoenix-Türkis. Außerdem plant Phoenix einige Umbauten, um die Atmosphäre an Bord den übrigen Schiffen der Flotte anzupassen. Details zu den Arbeiten nennt Phoenix bislang nicht.
Die Alvara ist bereits das zweite R-Class-Schiff von Oceania Cruises, das auf den deutschen Markt wechselt: Im September hatte Ambassador Cruise Line angekündigt, die 1999 gebaute Sirena ab 2028 als Ambella unter der Marke Ambassador Kreuzfahrten in Deutschland anzubieten.

Landstromanschluss bereits an Bord
Phoenix-Geschäftsführer Benjamin Krumpen beschreibt das Schiff in einer Pressemitteilung als gut gepflegt und technisch auf aktuellem Stand. Er hebt außerdem hervor, dass die Insignia bereits einen Landstromanschluss hat. Ab 2030 müssen Kreuzfahrtschiffe in der EU Landstrom abnehmen, wenn der jeweilige Hafen eine entsprechende Anlage anbietet.
Den Schiffsbetrieb übernimmt die Reederei BSM, für den Hotelbetrieb ist Sea Chefs zuständig. Beide Unternehmen arbeiten bereits für die übrigen Phoenix-Hochseeschiffe. Nach Angaben von Touristik Aktuell wird BSM auch Eigner der Alvara.
Erste Reisen ab November 2027 im Mittelmeer
Zum Start bietet Phoenix für jeweils rund 700 Passagiere mehrere Kurzreisen, eine Weihnachtskreuzfahrt und zwei längere Reisen im Mittelmeer an. Die Alvara-Reisen sollen im Phoenix-Magazin am 6. November 2026 und im Katalog „Seereisen 2028“ am 18. Dezember 2026 veröffentlicht werden. Online sind die Reisen mit der Alvara bereits ab 23. September 2026 buchbar. Phoenix stuft die Alvara auf demselben Niveau wie Amadea und Amera und damit etwas über der Artania ein.
Getauft wird die Alvara nicht zur ersten Reise, sondern am 26. November 2027 in Hamburg. Das Datum ist der Gründungstag des Veranstalters: Johannes Zurnieden hatte Phoenix Reisen im November 1973 gegründet. Am Tauftag feiert das Unternehmen damit zugleich seinen 54. Geburtstag.
Phoenix wieder mit vier Hochseeschiffen
Mit der Alvara wächst die Phoenix-Hochseeflotte wieder auf vier Schiffe. Erst Anfang September 2026 hatte die Deutschland ihre letzte Saison für Phoenix beendet. Die letzte Reise endete am 5. September 2026 in Bremerhaven. Phoenix hatte den Chartervertrag nicht mehr verlängert. Er war ursprünglich bis 2025 befristet und um ein Jahr verlängert worden. Seit 2015 war die Deutschland jeweils im Sommer für Phoenix und im Winter als World Odyssey für Semester at Sea unterwegs. Seit ihrem Abschied fährt Phoenix mit den drei Schiffen Amadea, Amera und Artania.
Schon einmal auf dem deutschen Markt: als Columbus 2
Die 1998 in der Werft Chantiers de l’Atlantique in Saint-Nazaire gebaute Insignia war ursprünglich die „R One“ für Renaissance Cruises. Das Schiff hat eine Tonnage von BRZ 30.277. Zwischen April 2012 und April 2014 fuhr sie für Hapag-Lloyd Cruises und ging anschließend an Oceania Cruises zurück.
Schon einmal hatte Oceania Cruises angekündigt, dass die Insignia die Flotte schon verlassen und zum Residenzschiff werden sollte. Im April 2025 hatte das neu gegründete Unternehmen Crescent Seas angekündigt, das Schiff von Oceanias Mutterkonzern Norwegian Cruise Line Holdings (NCLH) zu chartern. Für über 50 Millionen Dollar wollte Crescent Seas 290 Residenzen einbauen lassen, die zu Preisen zwischen 650.000 und zehn Millionen Dollar zum Verkauf stehen sollten.
Ein ähnliches Projekt plante Crescent Seas mit der Seven Seas Navigator von Regent Seven Seas Cruises. Für beide Schiffe waren Charterverträge über zehn Jahre mit anschließender Kaufoption vorgesehen, die Crescent Seas dann aber im November 2025 kündigte. Oceania Cruises kündigte daraufhin an, die Insignia bleibe zunächst in der Flotte. Die Seven Seas Navigator soll inzwischen ab Januar 2028 als Avora Lumina für Avora Residences doch noch zum Residenzschiff werden.
