Tausende Kreuzfahrer von meinkapitän.de-Pleite betroffen

Mehrere Tausend Kreuzfahrt-Passagiere sind von der Insolvenz der Glückskäfer Reisen GmbH betroffen, zu der auch die Marke meinkapitän.de gehört. Am 17. Januar 2018 hat das Unternehmen den Geschäftsbetrieb eingestellt.

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Insolvenverwalter Stephan Thiemann der auf Unternehmensrettungen und -abwicklungen spezialisierten Kanzlei Pluta hat inzwischen mitgeteilt, dass man zusammen mit Royal Caribbean International, Celebrity Cruises und Azamara Club Cruises, MSC und Norwegian Cruise Line eine Lösung anstrebe, bei der die Kunden ihre Reisen wie gebucht antreten können.

Die Mehrheit der 7.400 Kunden von Glückskäfer Reisen seien aus dem Geschäftsbereich Kreuzfahrten betroffen. Bereits seit vielen Monaten waren in diversen Foren online Unregelmäßigkeiten bei meinkapitän.de diskutiert worden, bei denen Kunden teils ihre Reiseunterlagen nicht bekamen, das Unternehmen auf Rückfragen nicht reagierte und selbst RTL-„Urlaubsretter“ Ralf Benkö hatte mit laufender Kamera versucht, die Verantwortlichen zur Rede zu stellen.

Am 15. Januar hatte das Unternehmen schließlich Insolvenz angemeldet. Laut der regionale Tagezeitung „Märkische Allgemeine“ laufen aber schon seit 2015 Ermittlungsverfahren wegen Betrugs gegen das Reiseunternehmen, bislang seien das insgesamt sechs Verfahren. Es sollen sogar Kreuzfahrten verkauft worden sein, die mit der angegebenen Route überhaupt nicht existierten.

Hotlines von Reedereien und Insolvenzversicherung

Kunden, die über meinkapitän.de eine Kreuzfahrt auf einem MSC-Schiff gebucht haben, können sich unter der Hotline 0800/8239960 oder 089/203043810 an MSC wenden. Die Reederei will sich auch darum bemühen, Kunden alternative Anreisemöglichkeiten anzubieten, um die gebuchte Reise antreten zu können.

Der Kreuzfahrtkonzern Royal Caribbean Cruises mit seinen Marken Royal Caribbean International, Celebrity Cruises und Azamara Club Cruises hat ebenfalls eine Hotline eingerichtet, unter der sich Kunden ein alternatives Anreise-Angebot erstellen lassen können. Royal Caribbean International ist unter 0800/7240345 erreichbar, Celebrity Cruises unter 0800/7240346 und Azamara Club Cruises unter 0800/7240347 oder für alle drei Marken unter 069/9200710.

Eine Hotline hat auch Norwegian Cruise Line eingerichtet, unter der sich Glückskäfer-Reisen-Kunden melden können: 0611/9493-3712.

Sofern Kunden über einen Sicherungsschein für ihre Reise verfügen, können sie sich außerdem an die Insolvenzversicherung für die Erstattung schon geleisteter Zahlungen an Glückskäfer Reisen wenden. Die R+V hat hierzu eine Hotline unter der Telefonnummer 0611/533-5859 eingerichtet.

6 Kommentare zu “Tausende Kreuzfahrer von meinkapitän.de-Pleite betroffen

  1. Sehr witzig, die MSC-Hotline ist z.Z. nicht erreichbar!!!
    Ich bin doch nicht nur Kunde des Reisebüros, sondern auch MSC-Kunde!
    Schade, dass von MSC keinerlei Unterstützung kommt.

  2. Jetzt mal ne ganz blöde Frage – wenn ich meine Kreuzfahrten über mein Stamm-Kreuzfahrtreisebüro buche, erfolgt die Bezahlung hinterher über einen Login auf der Reedereiseite direkt an die Reederei. Das Reisebüro erhält seine Provision von der Reederei, ein direkter Geldfluß von mir an das Reisebüro findet gar nicht statt. Angenommen, das Reisebüro geht in die Insolvenz (was ich nicht hoffe, aber anhand dessen, was besagtes Reisebüro an Pressemeldungen und SocialMedia veröffentlicht auch derzeit nicht befürchte), hat das doch keine Auswirkungen auf meine Reise. Wenn die Reiseunterlagen nicht ankommen, gibt es in der Regel immer noch eine Möglichkeit, irgendwie einzuchecken, wenn man sich ausweist. Von daher verstehe ich nicht, da plötzlich dort so viele Kunden Probleme haben…

    Ich wünsche allen Betriffenen alles Gute!

  3. @Eike: Das kommt auf die Reederei an (und möglicherweise auch auf den Vertrag es Reisebüros mit der Reederei). Manche Reedereien übernehmen nach der Buchung quasi den Kunden und wickeln die Zahlung direkt ab. Es gibt aber eben auch Reedereien, wo das Reisebüro die Zahlungsabwicklung übernimmt – und dann kommt es eben bei einer Insolvenz darauf an, ob die Reederei ihr Geld schon bekommen hat oder nicht. Und wenn Du nicht direkt sondern über einen Veranstalter buchst, dann läuft die Zahlung ebenfalls über den Veranstalter und nicht direkt an die Reederei …

  4. Danke Franz, dann habe ich wohl bisher immer nur Reisebüros erwischt, die den Kunden direkt an die Reederei bezahlen lassen (oder AIDA macht es prinzipiell nicht anders). Wenn man bei meinem Stammreisebüro online bucht (meistens buche ich telefonisch, geht schneller), landet man sogar im AIDA-Buchungssystem und bekommt nur zusätzlich das Logo des Reisebüros angezeigt. (Den Namen nenne ich hier absichtlich nicht, da ich Dir die Auswahl der Werbung überlasse.)
    Wenn das bei anderen Reedereien und Reisebüros anders läuft, ist klar, wo das Problem liegt, wenn das Reisebüro insolvent wird. (Gut, bei direkter Bezahlung kann theoretisch auch die Reederei insolvent sein, aber gerade bei Marken der großen Konzerne halte ich das für extrem unwahrscheinlich, egal ob wir von Deiner oder meiner Lieblingsmarke sprechen.)

  5. Also ich bin erschüttert, wir haben 2017 eine Kreuzfahrt bei mein Kapitän de auf der msc gebucht, alles war toll. Als zufriedene Kunden haben wir im Nov. 17 auch wieder gebucht msc zum 23.06.-07.07.18 seitdem ist es nur Vorfreude auf die Fahrt gewesen, die Anzahlung von 40 % wurde sofort am 17.11.17 gezahlt… Durch einen Zufall erfahre ich nun, daß Kapitän de pleite ist. Das finde ich tragisch, aber Betrug ist, das die Anzahlung nicht zur Buchung bei msc verwendet wurde, msc gibt nur die Auskunft, wir seien nicht auf der Liste, also nicht gebucht… Die Unsicherheit die Anzahlung zurück zu bekommen und dann die Aussage sie können für 600 € mehr die Reise bei msc buchen, aber ob die Anzahlung rück erstattet wird ist fraglich… Wir haben das Geld für die besondere Reise lange gespart, wir sind tief enttäuscht.

  6. MSC teilt seine Kunden in 2 Segmente, Kunden mit und Kunden ohne Buchungsnummer.
    Ohne Buchungsnummer gibt es von MSC keinerlei Unterstützung.
    Kundenorientierung Fehlanzeige.
    Bei NCL läuft das anders!

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