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Transoceans Muttergesellschaft South Quay Travel & Leisure Ltd. meldet Insolvenz an

Das britische Unternehmen South Quay Travel & Leisure Ltd. hat Insolvenz angemeldet. In Deutschland betroffen ist davon Transocean Kreuzfahrten, die ebenso wie die britische Cruise & Maritime Voyages (CMV)  als Vertriebsmarke von South Quay Travel & Leisure Ltd. auftreten. Alle geplanten Kreuzfahrten von CMV und Transocean wurden abgesagt.

Mitte Juni waren offenbar Verhandlungen mit einem Finanzinvestor über zusätzliche Finanzierung des Unternehmens in letzter Minute gescheitert, wie Sky News berichtete. Auch ein letzter Notfinanzierungsversuch scheiterte offenbar nun Mitte Juli.

Travel Weekly zitierte CMV-Geschäftsführer Christian Verhouing noch am 17. Juni, man sei in Gesprächen und Verhandlungen mit mehreren Finanzinstituten und Banken und er sei zuversichtlich, zu einem positiven Ergebnis zu kommen.

Mitte Juni kam bei CMV zu den finanziellen Problemen auch Ärger mit den britischen Behörden hinzu. Die setzten vier der fünf Kreuzfahrtschiffe in britischen Häfen fest, weil gravierende Verstöße gegen Arbeitsschutzvorschriften festgestellt worden waren. Allerdings dürfte viele davon in Zusammenhang mit der Covid-19-Krise und den damit verbundenen Schwierigkeiten zusammenhängen, Crew in ihre Heimatländer zurückzubringen.

Unternehmensstruktur von CMV

Aufgrund von Namensähnlichkeiten ist die Unternehmensstruktur von CMV nicht auf den ersten Blick verständlich. Zunächst einmal ist „TransOcean Kreuzfahrten“ ebenso wie „Cruise & Maritime Voyages“ (CMV) lediglich ein Markenname des Unternehmens South Quay Travel & Leisure Ltd., das als Limited in England und Wales registriert ist.

Daneben gibt es die in England und Wales registrierte Cruise & Maritime Voyages Ltd., die sich wohl hauptsächlich für das Chartern der Kreuzfahrtschiffe zuständig ist.

Die Muttergesellschaft ist die CMV Holdings London Ltd., ebenfalls eine in England und Wales registrierte Limited.

Einer der Directors dieser Unternehmen ist Christian Verhouning, der in der Öffentlichkeit als Geschäftsführer auftritt. Er ist Director von insgesamt acht in England und Wales registrierten Unternehmen, darunter auch CMV France Holdings Ltd. und CMV Latin America Holdings Ltd.

Die Kontrolle über CMV Holdings London Ltd. wiederum hat die in Irland registrierte CMV Travel & Leisure Group Ltd. mit mehr als 50 Prozent derer Geschäftsanteile und Stimmrechten. Auch dort ist Christian Verhouing als einer der Directors gelistet.

Die Schiffe gehören – mit Ausnahme der Astoria – Tochterfirmen der Global Cruise Lines Ltd., einer Tochter der Global Maritime Group Inc. mit Sitz in Griechenland.

Anmerkung: Ich habe diese Unternehmensdaten und Zusammenhänge nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert. Eine absolute Korrektheit kann ich aber natürlich nicht gewährleisten.

Die aktuelle Kreuzfahrtschiff-Flotte von Transocean/CMV:

  • Astor
  • Astoria
  • Columbus
  • Magellan
  • Marco Polo
  • Vasco da Gama (Baujahr 1993, ehemals Pacific Eden, Statendam)

2021 sollte die Ida Pfeiffer (derzeit als Pacific Aria bei P&O Australia) für den deutschen Markt als Ersatz für die Astor hinzukommen. Letztere sollte die Flotte 2021 verlassen. Für den britischen Markt sollte die Amy Johnson (derzeit als Pacific Dawn bei P&O Australia) ab 2021 die Flotte verstärken. Was nun aus diesen beiden Schiffen bei P&O Australia wird, ist vorerst unklar.

Neben der Astor hatte CMV auch Pläne, die Astoria 2021 auszumustern. Sie ist das älteste noch fahrende Kreuzfahrtschiff und wurde ursprünglich 1948 in Dienst gestellt. Für sie läuft 2021 der Chartervertrag mit CMV aus und wird nicht verlängert.

Wie bekomme ich mein Geld von Transocean zurück?

Die bei Transocean gebuchten Kreuzfahrten waren, wie aus dem Sicherungsschein in den Buchungsunterlagen hervorgehen sollte, bei der britischen Reiseversicherung ABTA abgesichert. Da „Transocean“ lediglich eine Handelsmarke ist, sind die Reisen tatsächlich bei dem britischen Reiseverntalter South Quay Travvel & Leisure Ltd. gebucht worden.

Die Abwicklung für die Rückzahlungen nach der Insolvenz dieses Unternehmens läuft über die Website der ABTA.

Im ersten Schritt sollten Sie Ihr Reisebüro kontaktieren, über das Sie die Kreuzfahrt gebucht haben, um zu klären, ob das Reisebüro eventuell schon Schritte zur Rückerstattung der gezahlten Beträge ergriffen hat. Falls das nicht der Fall ist, können Sie Ihr Geld auf zwei Wegen zurückholen:

– Falls Sie die Reise mit einer Kreditkarte gezahlt haben, kontaktieren Sie das Kreditkarteninstitut und veranlassen eine Rückbuchung der gezahlten Beträge. Dafür gibt es typsicherweise ein Formular, das Sie ausfüllen. Die Kreditkartengesellschaft kümmert sich dann um alles Weitere.

– Falls Sie auf anderem Weg gezahlt haben, ist die Anmeldung Ihrer Forderungen gegenüber der ABTA über ein Online-Verfahren nötig. Weitere Infos dazu, siehe ABTA-Website.

Auf der ABTA-Website ist außerdem eine Kontakt-Telefonnummer in Großbritanninen ( +44 330 135 9869 ) sowie eine E-Mail-Adresse ( transoceankreuzfahrten@claims.abta.co.uk ) genannt. Erfahrungsberichten einiger Passagiere zufolge ist darüber jedoch niemand zu erreichen beziehungsweise eine Antwort bleibt aus.

Wichtiger Hinweis: Alle hier gemachten Angaben sind ohne Gewähr. Wir haben die Informationen nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt. Rechtlich verbindliche Informationen finden Sie auf der Transocean-Website.

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