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Viel Aufregung um wenige Noro-Infektionen auf der Ambition in Bordeaux

Norovirus-Infektionen kommen auf Kreuzfahrtschiffen gelegentlich vor, zu behördlichen Quarantäneanordnungen für die Schiffe führt das gewöhnlich nicht. Anders am 13. Mai 2026 in Bordeaux: Die Passagiere der Ambition der britischen Ambassadors Cruise Line durften das Schiffe nicht verlassen, weil es ungeklärte Krankheitsfälle und einen Toten an Bord gab.

Die Behörden ordneten die Quarantäne für das Schiff als Vorsichtsmaßnahme bei ungeklärter Krankheitsursache an. Zwar betonten den Behörden, man gehe nicht von einem Zusammenhang mit dem Hantavirus-Ausbruch auf dem Expeditionsschiff Hondius aus.

Euronews zitiert die französischen Gesundheitsbehörden mit der Aussage: „Es gibt keinen Grund, einen Zusammenhang zwischen diesem Ausbruch an Bord eines Kreuzfahrtschiffes, das aus Belfast und Liverpool kam, und den auf der MV Hondius festgestellten Hantavirus-Fällen herzustellen.“

Offenbar wollte man aber auch angesichts der zu diesem Zeitpunkt unklaren Krankheitsursache und dem ebenfalls zunächst unklaren Tod eines 92-jährigen Passagiers nichts riskieren und keine Ängste bei der lokalen Bevölkerung entstehen lassen.

Laut dem Post in einer Facebook-Gruppe hatten die französischen Behörden am Morgen des 13. Mai 2026 beim Anlauf der Ambition in Bordeaux angeordnete, dass niemand das Schiff verlassen dürfe und Stuhlproben von Passagieren genommen.

Keiner der 1.233 Passagiere, überwiegend aus Großbritannien und Irland, sowie 514 Crewmitglieder durfte das Schiff am Morgen des 13. Mai in Bordeaux verlassen. Die geplanten Landausflüge wurden abgesagt. Die Ambition liegt laut Fahrplan für zwei Tage, also über Nacht in Bordeaux liegen.

Die aktuelle Kreuzfahrt der Ambition hatte am 8. Mai in Belfast beziehungsweise 9. Mai in Liverpool begonnen. Laut Reederei nahm die Zahl der Noro-Infektionen nach der Einschiffung neuer Passagiere in Liverpool deutlich zu. Das Schiff hatte aber laut Passagierberichten bei Facebook bereits auf der vorausgegangenen Norwegen-Kreuzfahrt, die am Wochenende zu Ende gegangen war, Infektionen mit einem Magen-Darm-Virus an Bord.

Freigabe nach Identifizierung des Virus‘

Die Ursache für die Erkrankung von 50 bis 80 Passagieren wurde später als eine virale Magen-Darm-Infektion identifiziert, landläufig als Norovirus bezeichnet. Der 92-jährige Passagier, der laut Reederei bereits am 10. Mai an Bord gestorben war, erlitt wohl einen Herzinfarkt und zeigte laut Reederei keine Magen-Darm-Symptomen. Sein Tod steht also nicht in Zusammenhang mit den Norovirus-Infektionen.

Passagieren ohne Symptomen wurde nach Bekanntgabe der Testergebnisse der Landgang gestattet. Symptomatische Passagiere dürften ohnehin nicht das Bedürfnis verspüren, ihre Kabine zu verlassen und müssen an Bord in Isolation bleiben, um weitere Ansteckungen zu vermeiden.

Die Ambition ist die 1992 für Festival Cruises gebaute, frühere Mistral und spätere Grand Mistral, Costa Neoriviera und kurzzeitig AIDAmira, die unter ihrem aktuellen Namen seit 2022 unter der Flagge der Bahamas für Ambassador Cruise Line fährt. Sie hat eine Tonnage von BRZ 48.123 und bietet Platz für rund 1.700 Passagiere in 624 Kabinen.

Norovirus-Infektionen auf Kreuzfahrtschiffen

Nach Jahren mit deutlich rückläufigen Ausbrüchen des Norovirus auf Kreuzfahrtschiffen waren die Zahlen zuletzt wieder gestiegen, was wohl mit einem neuen Virenstamm zusammenhängt, der sich seit einigen Jahren ausbreitet. Details dazu finden Sie in unserem Beitrag „Anstieg bei Norovirus-Infektionen, auch auf Kreuzfahrtschiffen – so schützen Sie sich“.

Weiterhin aber ist die Zahl der Noro-Ausbrüche auf Kreuzfahrtschiffen in Relation zum Infektionsgeschehen an Land relativ gering. Und auch bei Ausbrüchen auf Kreuzfahrtschiffen, über die in den Medien oft ohne Einordnung und entsprechende Hintergrundinformationen berichtet wird, bleibt die Zahl der infozierten Passagiere meist deutlich unter zehn Prozent – mehr als 90 Prozent der Passagiere selbst auf Schiffen mit Infektionsgeschehen stecken sich also nicht an. Im Fall der Ambition sind die genauen Infektionszahlen nicht bekannt. Die Angaben schwanken zwischen 50 und 80. Betroffen sind oder waren auf der Ambition also wohl höchstens 6,5 Prozent der Passagiere.

Über den Autor: FRANZ NEUMEIER

Franz Neumeier
Über Kreuzfahrt-Themen schreibt Franz Neumeier als freier Reisejournalist schon seit 2009 für cruisetricks.de und einige namhafte Zeitungen und Zeitschriften. Sein Motto: Seriös recherchierte Fakten und Hintergründe statt schneller Schlagzeilen und Vorurteile, damit sich jeder seine eigene Meinung bilden kann. TV-Reportagen zitieren ihn als Kreuzfahrt-Experten und für seine journalistische Arbeit wurde er mehrfach ausgezeichnet. Er wird regelmäßig in die Top 10 der „Reisejournalisten des Jahres“ gewählt und gewann mit cruisetricks.de mehrfach den „Reiseblog des Jahres“-Award.

1 Kommentar zu „Viel Aufregung um wenige Noro-Infektionen auf der Ambition in Bordeaux“

  1. Ich war vom 15.11.-07.12.2025 auf der Amadea unterwegs.

    Wir hatten in Höhe Galizien eine Notausschiffung, es kam ein großer spanischer Hubschrauber und hat bei starkem Wind und deutlichem Seegang eine schwerkranke Passagierin per Seilwinde hochgezogen und weggeflogen.

    Kurz darauf war nachts um ca. 21.30 Uhr Feueralarm an Bord, betroffen war Deck 3, ein Boiler, selbst war ich auf Deck 4, als ich angezogen und mit Papieren auf den Flur kam und nach oben wollte, war die Stahltüre schon verschlossen, ich bin dann über den Besatzungsaufgang noch oben an die Rezeption.

    Da lagen dann schon die Listen aus, für die Notausschiffung per Rettungsboot und Inseln.

    Carlos Tavares, der Maitre’d hat ich begrüßt, den kannte ich schon von der Athena, Azores und Albatros.

    Die Sache ist nochmal gut gegangen.

    Kurz darauf wurden kleiner Pool, Friseursalon, Gym gesperrt, Ringelpiez mit anfassen gab es nicht mehr und am Buffet nur noch Essen durch Vorlegen durch die Besatzung.

    Grund: wir hatten einen Rotavirus an Bord, mit wie ich mitbekommen hatte 39 Kranken, die isoliert wurden.

    Auf der Rückfahrt durch die Biskaya dann Orkan mit entsprechenden Windstärken und Seegang, die Bullaugen auf Deck 4 wurden fest verschraubt mit Stahlplatten, die man darauf festmachte, so wurde aus der Außenkabine dann eben eine Innen…

    …nach Rückkehr in Bremerhaven wurden wir alle aufgefordert, keinen Kontakt mít den Passagieren der vor uns liegenden Mein Schiff 3 aufzunehmen, die hatten reichlich das Norovirus an Bord.

    Volles Programm also…voll lustig.

    Auf meiner Hochzeitsreise vom 10.10.-15.11.1987 hatten wir in La Guaira 10 Ausschiffungen, alle unfreiwillig.

    Eine Gruppe aus Nordrhein-Westfalen hatte in der Pinguin Bar auf Deck 5 der Ivan Franko nachts eine Schlägerei angezettelt, alle total besoffen und nackt.

    Die ukrainischen Stewardessen bekamen etwas die Krise, aber Kapitän Victor Davidoff hat durchgegriffen.

    Er hat seine Seeleute und Maschinenraumleute eingesetzt, die die Sache dann schnell und unsanft im Griff hatten.

    Die 6 Täter durften dann ab Caracas auf eigene Kosten nach Hause fliegen.

    Mitgeflogen sind ein ukrainischer Seemann, Mitte 40, der einen Herzinfarkt hatte und drei ältere Deutsche.

    Alle 4 in der Kiste zwecks Rücküberstellung in die Heimat.

    Über die Vorgänge auf der Amadea 2025 und auf der Ivan Franko 1987 wurde geschwiegen.

    Was öffentlich durch die Medien geht ist also noch lange nicht alles, was so geschehen ist…

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