In der eigenen Heimat als Tourist unterwegs zu sein, fühlt sich seltsam an. In Passau war ich schon oft, aber zum ersten Mal auf einem Zwischenstopp während einer Donaukreuzfahrt. Zum ersten Mal war ich aber auch auf der anderen Seite des Inn – etwas, das man sich vornimmt, wenn man eine Stadt schon gut kennt.
Wobei „gut kennen“ relativ ist, denn so menschenleer habe ich die niederbayerische Stadt auch noch nie gesehen – klar, es ist Winter, zwischen Neujahr und Heilig-Drei-König, an einem Samstagnachmittag, wenn die normalen Geschäfte hier schon geschlossen haben. Nur ein paar Touristen der letzten Flusskreuzfahrtschiffe, die am Saison-Ende hier noch unterwegs sind, schlendern durch die Altstadtgassen.







Entlang der Uferpromenade entlang der Donau und des Inns, die in Passau zusammenfließen, trifft man an diesem sonnigen Winternachmittag mehr Einheimische als Touristen. Wir überqueren den Inn und steigen die 321 Stufen des Wallfahrtsstiegs hinauf zur Maria-Hilf-Kirche. Es ist ein ungewöhnliches Bauwerk, das einem überirdischen Tunnel ähnelt – eine eingehauste, lange und steile Treppe hinauf zur Wallfahrtskirche.

Von oben hat man einen schönen Blick über Passau von der Inn-Seite her und bis zum Zusammenfluss von Inn und Donau.




Bevor die Joy Passau erreicht, sind wir vormittags auf der Donau unterwegs, quasi ein „Flusstag“ als Äquivalent zum „Seetag“ einer Hochseekreuzfahrt: ausschlafen, ausgiebig frühstücken, sich einen gemütlichen Platz in der Panorama-Lounge der Joy suchen und die Landschaft an sich vorbeiziehen lassen.
Dabei passieren wir auch zwei Schleusen: morgens zum Sonnenaufgang bei Aschach und kurz vor Passau dann Jochenstein. Letztere hatte uns zu Beginn der Reise noch Kopfschmerzen bereitet, denn die eigentlich aktive Schleusenkammer ist beschädigt und unbenutzbar.



Doch die zweite Schleusenkammer, die eigentlich zur Wartung anstand, wurde kurzfristig reaktiviert, sodass wir letztlich doch noch nach Passau kamen, statt von Engelhartszell mit dem Bus fahren zu müssen. Wie schon die Niedrigwasser-Situation in Budapest (die der Nicko Vision zum Verhängnis wurde, nur einen Tag, nachdem wir dieselbe Stelle passiert hatten) ist Flusskreuzfahrt eben immer auch ein kleines Abenteuer, in diesem Fall mit positivem Ausgang für uns.
