Wer in Bratislava ist, muss Čumil sehen, die Bronze-Skulptur des Künstlers Viktor Hulik von 1997. Der „Man at Work“, wie ihn ein Schild betitelt, steckt seinen Kopf an der Kreuzung von Laurinska- und Panska-Straße in der Altstadt aus einem Gulli und beobachtet amüsiert die vorbeieilenden Passanten – und hat sich zu einer der wichtigsten Touristenattraktionen in Bratislava entwickelt.
Was genau Čumil zu bedeuten hat, lies der Künstler absichtlich offen. Und so kann man wunderbar spekulieren und raten, was genau es mit der Skulptur wohl auf sich hat. Und natürlich bringt es Glück, wenn man seine Mütze berührt. Entsprechend glänzend poliert ist sie. Viele Touristen sind offenbar zugänglich für diese Art von Aberglauben.

Zuletzt war ich in der slowakischen Hauptstadt Bratislava vor etwa 20 Jahren. Die Mozart, damals noch Fluss-Flaggschiff von Deilmann, steckte wegen Hochwassers zwischen den Brücken in Wien fest und wir fuhren per Bus nach Bratislava. Damals hat es in Strömen geregnet. Der Spaß hielt sich sehr in Grenzen.




Umso schöner ist heute ein Spaziergang durch die Altstadt und am Donau-Ufer entlang bei Sonne, wenn auch nur bei null Grad und gegen Mittag zunehmendem Wind. Zwei Weihnachtsmärkte haben auch nach Weihnachten noch geöffnet, anders als bei uns bestehen sie aber fast ausschließlich aus Gastronomie: Stände für Schweinshaxen und Bratwurst, Pfannkuchen, Reiberdatschi und vor allem eine große Vielfalt an Glühwein und allerlei Punsch-Varianten von Himbeere bis Marillenschnaps.

Zwölf Flusskreuzfahrtschiffe liegen heute übrigens in Bratislava: „Unsere“ Joy von Vegan Travel, Fidelio und Maxima I (Nicko Cruises), Vista Star, Milla und Lillea (1 A Vista), William Wordsworth (Riviera), Albertina (Polster & Pohl) sowie Amadeus Queen, Amadeus Amora, Amadeus Riva und Amadeus Nova (Amadeus). Für einen Tag mitten im Winter ist das schon erstaunlich, teils aber auch bedingt durch die kaputte Schleuse in Jochenstein vor Passau (die bis 2. Januar wieder funktionieren soll) und das Niedrigwasser auf der Donau, weswegen kein Schiff nach Budapest fahren kann.

Trotz der vielen Kreuzfahrtschiffe geht es zumindest vormittags in der Altstadt sehr beschaulich zu, die Stadt erwacht erst langsam und so spazieren wir gemütlich über Plätze und durch Gassen, lassen die Stadt auf uns wirken, bewundern die Fassaden in der Altstadt mit ihren vielfältigen, hübschen Fenster-Ornamenten.










Die Joy liegt nahe einer Brücke, die den Spitznamen „Ufo-Brücke“ trägt – aus offensichtlichem Grund. Offiziell heißt sie „Brücke des Slowakischen Nationalaufstandes“, selbiger 1944 stattfand. Erbaut wurde die Brücke von 1967 bis 1972. Und das „Ufo“? Ist eine Aussichtsplattform in 95 Metern Höhe und darunter ein Panoramarestaurant.

Wer Straßenbahnen mag, findet in Bratislava gleich mehrere Generationen, von ganz alt bis top-modern. Mein Favorit sind die nicht hübschen, aber charaktervollen, ganz alten. Einheimische werden diese Liebe vermutlich nicht teilen und die neuen bevorzugen.

Am Donau-Ufer füttert jemand Möwen. Eine von ihnen ist offenbar ein geborenes Fotomodel und posiert für – wie sich später zeigt – mein heutiges Lieblingsfoto.

Wir fahren am Nachmittag weiter nach Wien, wo wir abends ankommen und für die Silvesternacht und den Neujahrestag bleiben.

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