Marseille: MSC, Costa, Carnival

Clia-Prognose für 2020: 32 Millionen Kreuzfahrt-Passagiere weltweit

Der Interessenverband der Kreuzfahrt-Industrie Clia hat aktuelle Statistiken sowie Prognosen für den Kreuzfahrtmarkt veröffentlicht. Für 2020 werden demnach weltweit etwa 32 Millionen Kreuzfahrt-Passagiere erwartet. Der deutsche Markt ist den Clia-Zahlen zufolge im ersten Halbjahr 2019 um 17 Prozent gewachsen.

278 Kreuzfahrtschiffe der 55 Reederei-Mitglieder der Clia sollen Ende 2020 in Dienst sein, allein 19 Neubauten kommen 2020 zur weltweiten Kreuzfahrt-Flotte hinzu.

Insgesamt 32 Millionen Kreuzfahrt-Passagiere erwartet der Verband für 2020. Die auf ersten Zahlen basierende Prognose für 2019 lautet 30 Millionen nach statistisch erfassten 28,5 Millionen Kreuzfahrtpassagieren weltweit im Jahr 2018.

In Deutschland war das Wachstum im ersten Halbjahr besonders stark: Um 17 Prozent stieg die Zahl der Kreuzfahrer aus Deutschland in den ersten sechs Monaten 2019 im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2018 an, was 1,076 Millionen Passagieren entspricht. Die Clia-Prognose für die Passagierzahl aus Deutschland fürs ganze Jahr 2019 liegt bei rund 2,5 Millionen.

Karibik und Mittelmeer beliebteste Kreuzfahrt-Ziele

Die beliebtesten Kreuzfahrt-Ziele sind weltweit die Karibik und das Mittelmeer. Die Karibik mit Bahamas und Bermudas hat mit 17 Prozent Passagieranteil weltweit die Nase vorn, insbesondere wegen der großen Zahl amerikanischer Kreuzfahrt-Passagiere. Aber auch am deutschen Quellmarkt ist die Karibik beliebt und hat einen Anteil von 12,5 Prozent.

Hierzulande ist das Mittelmeer die meistbefahrene Region mit 25 Prozent, wovon 20,1 Prozentpunkte auf das westliche Mittelmeer entfallen. Weltweit liegt das Mittelmeer bei 17 Prozent. Für deutsche Passagiere sind außerdem die Kanaren (17,7 Prozent) und Nordeuropa (15 Prozent, ohne Ostsee) besonders beliebt.

Die durchschnittliche Reisedauer am deutschen Quellmarkt stieg übrigens um 0,2 Prozentpunkte leicht auf 9,2 Prozent an. Das Durchschnittsalter blieb mit 51 Jahren konstant – mit merklich höherem Altersdurchschnitt, je länger eine Reise dauert.

Weltweite Trends: „Lone Cruisers“ und „Micro Travel”

In ihrem Statusbericht konstatiert die Clia auch zwei interessante Trends: mehr Alleinreisende und kürzere Kurzkreuzfahrten.

Trend 1: Die Zahl der allein reisenden Passagiere („Lone Cruisers“) steige, weil weltweit die Zahl der Eheschließungen rückläufig sei und die Zahl der allein lebenden Erwachsenen zunehme. Die Reedereien würden darauf reagieren und Studio-Kabinen anbieten, Einzelkabinen-Zuschläge abbauen und Single-freundlichen Landausflüge ins Programm nehmen.

Trend 2: Die Zielgruppe der Kurzreisenden nehme zu. Immer mehr Menschen wollen demnach Kurztrips unternehmen, sogenanntes „Micro Travel“. Dementsprechend steige in der Kreuzfahrt auch das Angebot an Reisen mit einer Dauer von drei bis fünf Tagen. Auch die aktuellen, deutschen Clia-Zahlen deuten in diesem Bereich auf eine steigende Nachfrage hin.

Umweltschutz und Nachhaltigkeit im Fokus

Einen prominenten Platz nicht nur national in der Halbjahrsbilanz der Clia Deutschland, sondern auch im Statusbericht der Clia international nimmt das Thema Umweltschutz und Nachhaltigkeit ein.

Die Clia stellt fest, dass 44 Prozent der fest in Auftrag gegebenen Neubauten mit LNG als Haupttreibstoff geplant seien. Clia Deutschland nennt eine Zahl von 26 für bereits bestellte LNG-Schiffe in den kommenden Jahren. Insgesamt 68 Prozent der bestehenden Schiffe der Clia-Mitgliedreedereien seien mit einem Exhaust Gas Cleaning Systems (ECGS) ausgestattet, drei Viertel der nicht mit LNG geplanten Neubauten würden ebenfalls damit ausgerüstet. Für das saubere LNG ist eine Filterung nicht nötig. 88 Prozent der Schiffe verfügen über Landstromeinrichtungen oder eine Nachrüstung sei dafür geplant.

Weiterhin stünden thematisch im Fokus der Reedereien: Schiffe mit Energie aus Batterien, fortschrittliche Recycling-Verfahren, die Reduzierung von Plastikmüll, energieeffiziente Beleuchtung, Solar-Energie und Brennstoffzellen.

Betonen werden in dem Clia-Bericht außerdem die Bemühungen um Maßnahmen gegen Overtourism und für nachhaltigen Tourismus. Als Beispiel nennt die Clia Deutschland das Destinationsmanagement in Dubrovnik und die damit verbundene, engere Zusammenarbeit der Reedereien mit der Stadt Dubrovnik.

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