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Nicko Vision auf der Donau bei Straubing

Erste Kreuzfahrt nach dem Lockdown: Nicko Vision ist auf der Donau unterwegs

Die Nicko Vision ist wohl das erste Kreuzfahrtschiff, das nach dem Coronavirus-Lockdown wieder mit Passagieren fährt. Nach der Einschiffung am 1. Juni im niederbayerischen Straubing fuhr sie am 2. Juni nachmittags dort los, flussaufwärts mit Ziel Düsseldorf. Cruisetricks.de war (am Ufer) dabei.

Eigentlich sollte die Nicko Vision am 1. Juni in Passau starten. Doch wegen Niedrigwasser auf der Donau hatte Schiffsbetreiber Scylla das Kreuzfahrtschiff nach Straubing verlegt. Dort schifften die rund 40 Passagiere am 1. Juni nachmittags ein. Unter Normalbedingungen finden auf der Nicko Vision bis zu 220 Passagiere Platz. Nach einem Bus-Ausflug nach Regensburg legte die Nicko Vision dann am 2. Juni um 17:15 Uhr ab – zur mutmaßlich ersten Kreuzfahrt weltweit nach dem Coronavirus-Shutdown.

die Donau bei Straubing
die Donau bei Straubing

Die zwölftägige Flusskreuzfahrt führt die Passagiere der Nicko Vision auf der Donau, dem Main und Rhein nach Düsseldorf, wo sie am 13. Juni ankommen soll. Wie früh Nicko Cruises mit dem Neustart dran ist zeigt beispielsweise, dass es auf der Route noch kleinere Änderungen gab, weil es in Rheinland-Pfalz nach aktuellem Stand (2. Juni) noch Beschränkungen bei touristischen Aktivitäten gibt.

Video: Abfahrt der Nicko Vision in Straubing am 2. Juni 2020

Nicko Vision auf der Donau bei Straubing

Bildergalerie: Nicko Vision auf der Donau bei Straubing

Um das Corona-Risiko zu mindern, fährt das Schiff nur mit geringerer Auslastung, die Crew trägt teils Mund-Nasen-Schutz, teils Plexiglas-Visiere und vor der Einschiffung gab’s für alle unter anderem einen Coronavirus-Antikörpertest. Zu Infektionsschutz-Maßnahmen auf Kreuzfahrtschiffen, siehe unser Beitrag „Mundschutz und Einbahnstraßen: Wie eine Kreuzfahrt zu Corona-Zeiten aussehen könnte“.

Nicko Vision auf der Donau bei Straubing
Nicko Vision auf der Donau bei Straubing

Mit nur 40 Passagieren ist auf der Nicko Vision auf der aktuellen Reise großzügig Platz zum Abstandhalten. Bei der Abfahrt konnten wir beobachten, dass die Passagiere in weitem Abstand zueinander unter den Sonnensegeln am Sonnendeck das warme Sommerwetter und die schöne Flusslandschaft der niederbayerischen Donau offenbar recht unbeschwert genießen konnten.

Nicko Vision auf der Donau bei Straubing
Nicko Vision auf der Donau bei Straubing

Vorsichtiger Kreuzfahrt-Neustart auf Fluss und Hochsee

Auch anderer Flusskreuzfahrt-Reedereien nehmen den Betrieb schrittweise in diesen Tagen wieder auf. Mehr dazu finden Sie in unserem Beitrag „Flusskreuzfahrt-Reedereien wagen Neubeginn im Juni“.

Die Hochsee-Kreuzfahrt wird dagegen noch länger auf sich warten lassen. Erste konkrete Neustart-Termine sind bisher von Seadream mit einer rein norwegischen Küstenroute mit ausschließlich Norwegern als Passagiere ab 20. Juni bekannt. Hurtigruten will die Postschiff-Route ab 16. Juni mit zunächst vier Schiffen wieder aufnehmen, wohl ebenfalls vorerst nur für Norweger.

Variety Cruises hat den Neustart für 24. Juli mit der Galileo und einer rein griechischen Fahrtroute angekündigt. Ebenso will Variety Cruises  mit der Pegasos auf den Seychellen fahren, wo auch Silhouette Cruises demnächst wieder starten könnte. Für von außerhalb kommende Kreuzfahrtschiffe sind die Seychellen dagegen langfristig gesperrt.

In Deutschland gibt es Gerüchte über Kurzkreuzfahrten mit lediglich deutschen Hafenstopps, konkrete Ankündigungen gab es bislang dazu aber nicht. In den USA will Carnival Cruise Line am 1. August einen Neustart mit acht Schiffen versuchen.

18 Kommentare

18 Gedanken zu „Erste Kreuzfahrt nach dem Lockdown: Nicko Vision ist auf der Donau unterwegs“

  1. Oceania will am 2. August in Barcelona mit der Riviera starten. Wir haben mal gebucht, aber ich habe auch noch Zweifel, obwohl die Häfen alle kein Problem darstellen dürften.

  2. @Marita: Sagt Oceania explizit, dass sie am 1. August den Neustart machen? Oder haben sie nur einfach, wie die meisten anderen, bislang halt nur noch nicht abgesagt? Denn natürlich stehen bei ganz vielen Reedereien für den August im Fahrplan und man kann sie auch buchen. Aber konkrete Aussagen, dass man zu diesem Zeitpunkt den Neustart tatsächlich angehen will, kenne ich da keine … Lasse mich aber gerne positiv überraschen ;-)

  3. Bei manchen Onlineportalen stehen auch noch Reisen zur Buchung frei, die die Reederei bereits abgesagt hat. Das die Angebote nicht mehr aktualisiert werden, finde ich bedenklich.

  4. @lioclio: Das heißt nicht automatisch, dass man die Reisen dort auch tatsächlich buchen könnte. Sie sind nur aus dem jeweiligen System noch nicht gelöscht, aber beim Versuch, sie wirklich zu buchen, wird das nicht möglich sein. Insofern: Etwas verwirrend, aber kein ernsthaftes Problem – sehr wahrscheinlich jedenfalls.

  5. Wir haben für 13. Juli 2020 eine 17-tägige Donaufahrt gebucht, haben angesichts der weltweiten Reisewarnung wegen der 20% Stornogebühren für die teure Reise abgewartet und natürlich nicht erwartet, dass eine Reise durch 10 Länder – von heute auf morgen – möglich wird, weil die Bundesregierung direkt alle Länder freigibt. Wir sind nun bei 40 Prozent Stornogebühren. Unsere Entscheidung, die Reise anzutreten, hing von einer Reihe von Faktoren ab, maßgeblich von der Frage, ob auf dem Schiff ein Mundschutz zu tragen ist. Nun habe ich nach mehrfachem Nachfragen endlich die Information, dass auf dem Schiff in der Tat – irrational trotz Abstandregeln (!) und bei durch Fiebermessung (irrational bei aysmptomatischem Verlauf) offiziell als „gesund“ Eingeschifften – fast immer Mundschutz zu tragen ist. Vergegenwärtigt man sich, was durch Social Distancing und Bedeckungen des halben Gesichts alles nicht möglich wird, dann weiß man, dass eine Reise nicht den entspannenden Wert erlangen kann, den man sich erwartet. Und sie dauert mit An- und Abreise einfach 3 Wochen. Nach der Rechtberatung ist eine Stornierung ohne Stornogebühren zu versuchen, sicher aber der Umstand eines Reisemangels einzuklagen, wenn man immer dann, wenn man nicht isst oder in seiner Kabine bleibt, einen Nasen-Mundschutz tragen soll. Das ist viel zu viel Urlaubszeit mit Maske! Übrigens verkauft NickoTours dies alles als Maßnahmen zu meinem Schutze. Ich will keine Reise, auf der man mich schützen muss.
    Das wissen auch die Veranstalter, sonst hätten Sie auf dem freudigen Foto vom ersten Start der Kreuzfahrten nach dem Lockdown nicht den Nasen-Mund-Schutz der winkenden Passagierin wegtuschiert. Genauso manipulativ finde ich das Vorgehen, nach der Aufhebung der Reisewarnung direkt 40 % der Stornogebühren zu verlangen, wenn die Reise in einem Monat stattfindet.

  6. @Veronika Verbeek: Nur schnell eine Sache angemerkt: Die Fotos oben sind alle von mir selbst, denn ich war vor Ort. Das Gesicht des Passagiers habe ich zum Persönlichkeitsschutz der Person unkenntlich gemacht, weil ich logischerweise keine Einwilligung zur Nutzung des Fotos von dieser Person am fahrenden Schiff einholen konnte. Nicht immer gleich Manipulation und Böses unterstellen, bitte ;-)

    Inwieweit Mundschutz und andere Maßnahmen einen Minderungs- oder gar Rücktrittsanspruch rechtfertigen, konnte in dieser Form natürlich noch nie gerichtlich geklärt werden, insofern ist man da auf etwas unsicherem, juristischem Terrain. Ich werde hier auf cruisetricks.de natürlich berichten, sobald ich hierzu solide, juristische Einschätzung von Fachleuten habe.

    Hinzuzufügen wäre vielleicht auch noch, dass Nicko Cruises den Mundschutz nicht „den Kunden verkauft“, sondern schlicht durch die aktuellen, behördlichen Auflagen in Deutschland dazu gezwungen ist; so wie an Land in vergleichbaren Situationen eben auch. Meines Wissens werden aber auch die anderen Flusskreuzfahrt-Anbieter zumindest derzeit ebenfalls eine Maskenpflicht für bestimmte Situationen an Bord haben – eben auch dort, weil die Behörden das schlicht vorschreiben.

    Ich verstehe aber natürlich auch vollkommen, dass Sie keine Lust auf drei Wochen Urlaub mit Mundschutz haben.

  7. Auch wir hatten die 17-tägige Reise gebucht und haben nun auch storniert. Ich hätte eigentlich erwartet, dass die Gesellschaft hier entgegen kommt und einen Reisegutschein anbietet. Nun drohen uns auch 40% Stornokosten. Man hätte auch erwarten können, dass man darauf aufmerksam gemacht wird und eine frühzeitige Umbuchung zu einem spätere Zeitpunkt ermöglicht. So hat man die 40% stornokosten gesichert. Auch wir werden klagen.

  8. @Franz Neumeier: Das schnelle Urteil zum Foto nehme ich gerne zurück, aber alles andere finde ich hochproblematisch. Man weiß gar nicht, wo man anfangen soll. Nicko Tours wird den einen oder anderen Touristen sicher verlieren. Uns sicher.

  9. Entschuldigung, aber der Bericht ist aus meiner Perspektive durch die rosarote Brille verfasst. Dass Nicko cruises „weltweit wohl die erste Kreuzfahrt“ durchführt ist doch keine Auszeichnung sondern ein deutliches Zeichen, dass hier Gewinnstreben wichtiger ist als das Wohl der Passagiere.
    Meine Eltern haben vor einem Jahr eine
    Donaukreuzfahrt Richtung Ungarn zusammen mit 40 weiteren Personen zwischen 70 und 87
    Jahren gebucht. Jetzt zu Coronazeiten ist es natürlich unabhängig von bestehenden
    Reisewarnungen unverantwortlich diese Kreuzfahrt auf so engem Raum mit diesem
    Teilnehmerkreis durchzuführen.
    Nicko cruises besteht jedoch darauf. Eine ausführliche Erläuterung der speziellen Situation und freundliche Bitten die Reise doch abzusagen oder zu verschieben bleiben ungehört. Es wird darauf verwiesen, dass ja konstenpflichtig storniert werden kann. Dann werden „nur“ 60% – 90% des Reisepreises fällig.
    Das „Hygienekonzept“, dass Nicko cruises erarbeitet hat und das u.a. eine Selbstauskunft vorsieht, aber auch ständiges Temperaturmessen und sogar einen Bluttest auf Antikörper vor der Einschiffung ist nicht nur ein unerhörter Eingriff in die körperliche
    Selbstbestimmung und als Verpflichtung schon allein datenschutzrechtliche mehr als bedenklich, hier zeigt sich auch die ungenügende Beschäftigung des Veranstalters
    mit SARS-CoV-2, da ein Antikörpertest generell ungeeignet ist akut Infizierte zu identifizieren. Dieser schlägt erst Tage bis Wochen nach einer Infektion an, da der Körper so lange braucht die
    Antikörper zu bilden. In der Zwischenzeit sind Infizierte aber natürlich bereits hoch ansteckend. Auch das Temperaturmessen bringt keine Sicherheit, da viele Infizierte nahezu keine Symptome aufweisen und Fieber nur bei 60% der Infizierten auftritt. Was in diesem „Hygienekonzept“ übrigens völlig unerwähnt bleibt ist was passiert wenn unterwegs, zB in Ungarn, tatsächlich jemand Fieber bekommt. Kommt das Schiff dann vor Ort zwei Wochen unter Quarantäne? Oder wird der Problemfall abgeladen und weiter geht die fröhliche Kreuzfahrt?
    Neben der Tatsache, dass der Veranstalter die Reisesgruppe im Alter eines Altenheims
    bedenkenlos Bedingungen aussetzt welche diese möglicherweise mit dem Leben bezahlen, soll auch noch der volle Reisepreis bezahlt werden, obwohl z.B. der Spa-Bereich und der Pool geschlossen bleiben. Zum Trost wird darauf hingewiesen, dass die Auslastung des Schiffs ja „nur“ 70 – 80% beträgt.
    Ich habe volles Verständnis dafür, dass Nicko cruises in Coronazeiten um jeden Euro
    kämpfen muss. Dafür jedoch die eigenen Gäste auf solch ein Himmelfahrtskommando zu
    schicken widert mich persönlich nur noch an. Wir gehen zum Anwalt und wenn nötig zum
    Fernsehen. Sollte nicko cruises hier nicht einlenken soll das zumindest jeder erfahren.

  10. @Steffi: Als Journalist trenne ich zwischen Meinung und Fakten. Deshalb kann ich auch nicht erkennen, warum der Beitrag durch eine „rosarosa Brille“ verfasst sein soll. Ich habe es nicht aus „Auszeichnung“ formuliert, dass Nicko Cruises als erste Reederei wieder anfängt, Kreuzfahrten anzubieten. Es ist schlicht eine Tatsache. Ich halte es für wichtig, als Journalist über Fakten zu berichten, damit sich meine Leser daraus ihre Meinung bilden können. Die einen kommen, wie Sie, zu dem Schluss, dass e unverantwortlich ist und lehnen den Neustart ab; andere freuen sich, dass es endlich wieder losgeht. Wer bin ich, dass ich für meine Leser entscheiden sollte, wie sie zu denken haben? Die Meinung kann und muss sich jeder selbst bilden; die nötigen Fakten dazu zu liefern, ist meine Aufgabe und das tue ich auf cruisetricks.de derzeit sehr ausführlich, weswegen ich in dem Beitrag oben auch den Beitrag https://www.cruisetricks.de/flusskreuzfahrt-reedereien-wagen-neubeginn-im-juni/ verlinkt habe, der wieder auf weitere Beiträge verweist, in denen die Situation von allen Seiten beleuchtet wird.
    Die juristische Seite dieser ganz speziellen Situation, das bitte ich nachzusehen, konnte ich bislang noch nicht darstellen, weil ich dazu mitten in der Recherche bin und mir noch die fachlichen Informationen von spezialisierten Juristen fehlen.
    Inhaltlich nur schnell noch angemerkt: Die oben angesprochene Kreuzfahrt war mit einer Auslastung von unter 20 Prozent durchgeführt.

  11. @Franz Neumeier: Entschuldigen Sie bitte, es war nicht meine Absicht Ihre journalistische Arbeit herabzuwürdigen. Ich bin Ihnen sogar sehr dankbar, dass Sie informieren und man hier im Kommentarbereich frei seine Erfahrungen teilen kann. Bei Nicko Cruises hat mein Beitrag leider keine 24 Stunden überlebt ehe er gelöscht wurde.
    Es ist mir jedoch wirklich sehr wichtig den krassen Unterschied zwischen innerer und äußerer Erlebniswelt klar darzustellen und andere zu warnen. Sie schreiben bspw., dass das Schiff nur mit 20 % Auslastung unterwegs ist und es deshalb leicht möglich ist den Sicherheitsabstand einzuhalten. Von Nicko Cruises wird jedoch eine Auslastung zwischen 70 und 80 % angestrebt. Hierzu wurde Zitat „… die Restplatzvermarktung gestoppt“. Ich weiß nicht, wie es bei der beschriebenen Fahrt zu der geringen Auslastung kam, ich kann Ihnen nur berichten, dass Nicko cruises den Gästen der Kreuzfahrt meiner Eltern gegenüber keinerlei Entgegenkommen zeigt ohne enorme Kosten (die Fahrt finden schon Ende Juni statt) aus dem Vertrag entlassen zu werden. Die Teilnehmer haben aber tatsächlich Angst um ihr Leben. Sie distanzieren sich seit Monaten von nicht dringend nötigen sozialen Kontakten, da viele von Ihenn nicht nur ein hohes Alter haben sondern leider auch viele Diabetes und Herzprobleme. Von der beschriebenen Reisegruppe werden die wenigsten die Reise antreten und sich lieber mit Nicko cruises gerichtlich darum streiten, ob sie die Stornogebühren zahlen müssen oder wie es auch die Sichtweise der Verbraucherzentrale ist, eben nicht. Einige bezahlen auch die Stornogebühren, weil sie sich nicht auf einen Rechtsstreit einlassen möchten. Von denen, die teilnehmen wollen, tun das die wenigsten aus Überzeugung, sondern weil sie Angst haben ihre Anzahlung und evtuelle Stornogebühren zu verlieren.
    Ich gönne wirklich jedem die Urlaubsreise seiner Träume, natürlich auch auf einem Kreuzfahrtschiff. Es gibt ja auch genug Personen die nicht zur Risikogruppe gehören und die damit eventuell ein überschaubares Risiko eingehen. Trotzdem möchte ich aus unseren Erfahrungen auch diesen Personen empfehlen bei einem anderen Veranstalter zu buchen. Wenn man keinerlei Kulanz zeigt wenn die eigenen Gäste um ihr Leben fürchten. Wann denn dann?

  12. @Steffi: Keine Sorge, damit kann ich umgehen ;-) Mir war die Klarstellung nur wichtig, damit andere, dies es lesen, keinen falschen Eindruck gewinnen.

    Die Situation ist in der Tat eine sehr, sehr schwierige. Denn es prallen juristische auf menschlich/emotionale Argumente und Sichtweisen. Ich will mich da als Journalist heraushalten, sprich: keine Sichtweise bevorzugen, sondern möglichst viele Fakten liefern, damit sich jeder seine eigene Meinung bilden kann und jeder für sich die entsprechenden Konsequenzen ziehen kann. Denn denken kann jeder für sich, davon bin ich überzeugt und ich fände es anmaßend, anderen vorzugeben, wie sie denken sollen. Wie gesagt, das bezieht sich auf meine Rolle als Journalist; persönlich habe ich dazu durchaus auch eine Meinung, aber die zu äußern, würde diesen Anspruch irgendwie konterkarieren ;-)
    Ich werde hier auf crusietricks.de wieder auf das Thema kommen, sobald ich eine solide, juristische Einschätzung genau solcher Situationen habe. Weil die Situation so außergewöhnlich ist, recht mein eigener, juristischer Sachverstand da einfach nicht aus.

  13. Sehr geehrter Herr Neumeier, sie sprechen von Meinungen, die jeder haben kann, das stimmt.
    Aber sie gehen mit keinem Wort darauf ein, das mindestens ein sehr hoher Anteil der Reisenden zur Risikogruppe gehört und damit genötigt wird, ihr Leben zu gefährden oder auf viel Geld Rückzahlung zu verzichten.

  14. @Heike: Sie haben Recht, ich habe mich um eine Aussage zu diesem sehr wichtigen Aspekt gedrückt, das gebe ich gerne zu. Ich versuche, Fakten zu vermitteln und möchte die Rückschlüsse daraus und die emotionale Seite gerne meinen Lesern überlassen, weil ich niemandem vorgeben will, wie der denken oder fühlen soll. Wer wäre ich, mir da anzumaßen, irgendwelche Vorgaben zu machen …

    Inzwischen habe ich etwas mehr Fakten, nämlich auch Aussagen von Juristen. Einen ausführlichen Beitrag mit allen juristischen Zusammenhängen dazu werde ich heute oder morgen veröffentlichen, wenn alles noch einmal geprüft ist. Dadurch wird die Einordnung etwas einfach, das Thema verliert damit aber leider nicht an Konfliktstoff.

    In Ultrakurzform eine Zusammenfassung dazu – und geben Sie bitte nicht mir die Schuld an dem, was jetzt kommt, denn ich beschreibe nur die Rechtslage, nicht meine persönliche Meinung dazu: Juristen ordnen generell vorhandene Krankheiten und Alter des Reisenden den persönlichen Risiken zu, der sehr kalt wirkende Begriff „Allgemeines Lebensrisiko“ spielt hier eine wesentliche Rolle. Das bedeutet in Zusammenhang mit einem Reisevertrag: Es ist außerhalb des Verantwortungsbereichs des Veranstalters, sodass es keine Auswirkungen auf den Reisevertrag hat. Allerdings hat der Veranstalter eine Fürsorgepflicht, muss also seine Möglichkeiten für notwendigen Schutz ausschöpfen, was die Reedereien im Rahmen der umfangreichen Infektionsschutz-Maßnahmen derzeit auch tun oder planen. Ob das dann wirklich ausreichend ist/war, kann wohl nur im Einzelfall vor Gericht geklärt werden.

    Ich möchte aber dringend bitten, für die Diskussion dazu den ausführlichen Beitrag abzuwarten, weil juristische Themen eben nie schwarz-weiß zu beantworten sind, sondern immer viel Erklärung und Differenzierung auch im Einzelfall bedürfen.

  15. Wir haben es auf dem Schiff es leider anders erlebt: Die Risikogruppen halten / wollen / können sich nicht an die Regeln halten. Rund 80% gab es dauerhaft Probleme mit der Laufrichtung, Mundschutz, Abstand vorne (Bug) und hinten (Heck) wurden nie eingehalten. Bei 151 Passagieren war das mit dem Schiff überhaupt nicht machbar. 75% war das Deck oben geschlossen. Es passt einfach nicht zur Fahrt auf dem Main – Donau – Kanal. Auf dem Schiff wollte die Reederei und Veranstalter auch nicht durchgreifen. Daher darf man nicht nur auf das Konzept zu Covid 19 achten, sondern unbedingt die Route und das Schiff gut aussuchen. Manche Routen haben nicht 55 Schleusen und das Oberdeck ist fast immer nutzbar. Allerdings sind auf dem Kanal die Schleusen auch keine Überraschung gewesen. Wenn dann auf dem Schiff keiner das Konzept wirklich umsetzen will…..

  16. @Thomas: Vielen Dank für diese Einblicke. Sehr schade, dass es offenbar längst nicht überall so gut klappt, wie ich das auf der A-Rosa Alva erlebt habe. Ein großer Vorteil da dürfte sicherlich die geringe Passagierzahl gewesen sein, die viele der Konflikte von vorneherein vermeidet.

  17. Es wird immer besser mit nicko cruises. 14 Tage vor der Reise haben sie die neue Reiseroute mitgeteilt: Entfall der serbischen Häfen Belgrad uns Novi Sad und auf der Rückfahrt wird ein Halt in Österreich einfach ganz ausgespart, statt dessen „auf der Donau gekreuzt“. Fällig unakzeptabel! Aber der Zeitpunkt gut gewählt, weil sich 14 Tage vor Reiseantritt der Storno-prozentsatz deutlich auf 85 % erhöht.
    Und das, nachdem schon seit dem 15. Juni, 28 Tage vor Mitteilung, bekannt war, dass Serbien zu den „Risiko-Ländern“ mit Reisewarnung gehört.
    Aber der Gipfel der Unverschämtheit ist, das nicko cruises jetzt mit aggressiver Werbung im Internet und mit Flyern die Restplätze für die am 27.07. beginnenden Reise anbietet, mit der ursprünglichen Route!!! Sieht fast nach Betrug aus, aber das ist etwas für die Juristen.
    Nicko Cruises wird hoffentlich die Quittung für Ihr kundenfeindliches Verhalten bekommen. Wir warten mit Zahlung der Stornorechnung von 85 % mindestens bis klar ist, ob die Reise überhaupt wirklich stattfindet. Aber wahrscheinlich muss der Rechtsbeistand ran, glücklicher sind meine Eltern rechtschutzversichert.

  18. Meine Frau und ich leben in Sydney und hatten fuer den 17.August 2020 mit deutschen Freunden die Nicko-Vision Passau-Budapest-Passau gebucht. Leider sind unsere Grenzen wegen Covid 19 geschlossen und wir hier down under im lockdown konnten nicht teilnehmen. Die zahlreichen Kritiken an Nicko von deutschen Kunden finden wir uebertrieben. Nicko hat von uns keine Storno Gebuehren verlangt und sogar die Anzahlung zurueck erstattet. Unsere Freunde haben die Tour mitgemacht und waren mit den Leistungen zufrieden. Lediglich der Wein Ausschank beim Abendessen laesst zu wuenschen uebrig; es dauerte 30 Minuten um ein zweites Glas Wein zu bekommen. Der Kellner Service war nicht sehr gut. Unsere Freunde hatten vor 1 Jahr eine teure Bakoin Kabine zum Vollpreis gebucht und fanden sich inmitten von Reisenden die last Minute “ 1000 Euro billigere Fuellplaetze“ gebucht hatten. Erstattung der Differenz gab es nicht und kleine Extras fuer Vollzahler waeren angebracht gewesen. Trotzdem rating dieser Kreuzfahrt 7.2 out of 10.

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