im Eisfjord von Qassiarsuk

Hapag-Lloyd Cruises nutzt ab 2020 auf Expeditionskreuzfahrten kein Schweröl mehr

Hapag-Lloyd Cruises will ab Juli 2020 auf Expeditions-Kreuzfahrten kein Schweröl mehr als Kraftstoff einsetzen und vollständig auf Marine Gasöl (MGO) umstellen. Letzteres wird in sensiblen Fahrtgebieten bereits seit langem eingesetzt. Künftig wird Schweröl aber auch auf hoher See nicht mehr verwendet.

Die Neubauten Hanseatic Nature, Hanseatic Inspiration und Hanseatic Spirit (neu 2021) sowie die Bremen werden demnach ab Juli 2020 kein Schweröl mehr an Bord haben. Die Expeditionsschiffe fahren dann ausschließlich mit dem relativ umweltfreundlichen MGO, das als sauberster Schiffstreibstoff auf Rohöl-Basis gilt. Der Schwefelgehalt dieses Kraftstoffs liegt bei 0,1 Prozent, was auch den Anforderungen in den am strengsten regulierten Schutzzonen gerecht wird.

Die Hanseatic-Expeditionsschiff-Neubauten sind zusätzlich mit einem SCR-Katalysator ausgestattet, der den Ausstoß von Stickoxiden laut Reederei um fast 95 Prozent reduziert. Katalysatoren kommen derzeit auf Kreuzfahrtschiffen nur sehr selten zum Einsatz, unter anderem auf der Europa 2 von Hapag-Lloyd Cruises und auf den Neubauten von TUI Cruises.

Auch bei der Routenplanung hat Hapag-Lloyd Cruises am Treibstoff-Verbrauch der Expeditionsschiffe geschraubt: Durch niedrigere Fahrtgeschwindigkeiten will die Luxus-Reederei rund ein Drittel weniger Treibstoff verbrauchen, was insbesondere auch den CO2-Ausstoß der Schiffe entsprechend deutlich reduziert. Die Neubauten sind außerdem für Landstrom ausgerüstet. Hier fehlt es typischerweise aber an landseitigem Angebot von Landstrom in den Häfen.

Gänzlich auf Schweröl verzichten derzeit bei den Expeditions-Kreuzfahrtredereien unseres Wissens nur Hurtigruten sowie ganz neu seit Januar 2019 auch Ponant. Mit dem Schweröl-Verzicht von Ponant und bei Hapag-Lloyd Cruises auf Expeditionskreuzfahrten ab 2020 dürfte der Druck auf weitere Reedereien steigen, diesen Schritt ebenfalls zu vollziehen. Ab 2020 gelten allerdings ohnehin deutlich strengere Vorschriften: Von da an darf Schiffstreibstoff weltweit nur noch maximal 0,5 Prozent Schwefel enthalten. Dieser Wert ist allerdings auch über schwefelarmes Schweröl erreichbar.

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