Hapag-Lloyd Cruises wird Teil von TUI Cruises

DIe TUI AG verkauft 50 Prozent der Luxus-Reederei an Royal Caribbean Cruises Ltd. Hapag-Lloyd Cruises wird dabei Teil des TUI-Cruises-Joint-Ventures zwischen der TUI AG und Royal Caribbean Cruises Ltd.

Bislang gehörte die Expeditions- und Luxus-Reederei zu 100 Prozent der TUI AG. Künftig werden RCCL und TUI AG im Rahmen von TUI Cruises jeweils zu 50 Prozent beteiligt sein. Der Wert der Transaktion wird mit 1,2 Milliarden Euro angegeben. Die Integration von Hapag-Lloyd Cruises bei TUI Cruises soll bereits bis Sommer 2020 abgeschlossen sein.

Einer Mitteilung der TUI AG zufolge wolle man mit der Transaktion schneller am „globalen Wachstum der Kreuzfahrtbranche bei gleichzeitig geringerem Kapitaleinsatz partizipieren“. Mit den Einnahmen aus dem Teilverkauft von Hapag-Lloyd Cruises wolle die TUI AG unter anderem die Konzernbilanz stärken und die digitale Transformation des Reisekonzerns beschleunigen.

Mit der Zusammenführung von Hapag-Lloyd Cruises und der bisherigen TUI Cruises entsteht ein Kreuzfahrt-Unternehmen mit derzeit zwölf Kreuzfahrtschiffen im Premium-, Luxus- und Expeditions-Segment. Laut TUI-Vorstandsvorsitzendem Fritz Joussen sollen Qualität und Service von Hapag-Lloyd Cruises auch in Zukunft erhalten bleiben.

Zur Frage, wer die erweiterte TUI Cruises führen soll beziehungsweise wo sich TUI-Cruises-CEO Wybcke Meier und Hapag-LLoyd-Cruises CEO Karl J. Pojer dort wiederfinden werden, ist noch nichts bekannt. Bis zum Abschluss der Transaktion im Sommer 2020 soll sich bei der Führung der beiden Unternehmen jedoch nichts ändern.

Mit der zweiten Marke innerhalb des Joint Ventures TUI Cruises soll die Partnerschaft mit Royal Caribbean Cruises ausgebaut und neue Kundengruppen für Luxus-Kreuzfahrten gewonnen werden. Da TUI Cruises bei den Massenmarkt-Schiffen erst mit Neubauten 2023, 2024 und 2026 weiter wächst, trage Hapag-Lloyd Cruises nun zum Wachstum von TUI Cruises bei.

TUI-Vorstandsvorsitzender Fritz Joussen deutet in der Mitteilung an, dass sowohl im Expeditions- als auch Luxus-Bereich weitere Neubauten für Hapag-Lloyd Cruises denkbar seien. Ein zusätzliches Expeditions-Kreuzfahrtschiff ist bereits in Auftrag gegeben und wird 2021 in Dienst gehen, während die Bremen die Flotte verlässt. Für Hapag-Lloyd Cruises bedeutet der Eigentümerwechsel ein besserer Zugang zu Wertkapazitäten bei Neubauten sowie frischem Kapital zum Ausbau und der Erneuerung der bestehenden Flotte.

Royal Caribbean schafft sich über Hapag-Lloyd Cruises indirekt Konkurrenz aus dem eigenen Haus: Erst Mitte 2018 hatte das amerikanische Kreuzfahrt-Unternehmen Silversea Cruises gekauft, die ebenfalls im Luxus- und Expeditionsbereich aktiv sind. Wie gut die Marken-Strategie und die Trennung der Marken und Zielgruppen hierbei gelingt, wird die Zukunft zeigen.

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