Icy Strait Point ist eine künstlich geschaffener Kreuzfahrt-Hafen nahe dem Dorf Hoonah auf Chicagof Island südlich des Glacier Bay National Parks. Anders als die künstlichen Häfen in der Karibik aber ein sehr attraktiver Stopp, wenn man die völlig überteuerte, weltweit größte Zip-Line und die ebenfalls sehr teure Gondel auf einen Berggipfel ignoriert. Denn Icy Strait Point liegt an einer Stelle, wo man eine besonders hohe Chance hat, sowohl Wale als auch Bären zu sehen.
Tatsächlich kann in Icy Strait Point man Buckelwale meist sogar direkt vom Ufer aus beobachten, ohne auch nur eine Whale-Watching-Tour zu buchen, selbige freilich noch deutlich mehr bietet. Die meisten Wale sind hier von Mai bis Juni und von September bis Oktober.

Ich gehe auf einen Ausflug mit einer Wanderung zum Spasski River mit einer Chance auf Bärensichtungen und anschließend auf eine Bootstour zum Whale-Watching. Um es vorweg zu nehmen: Die Bärensichtungen blieben zumindest während der Wanderung aus, obwohl Chicagof Island angeblich die höchste Dichte an Bären in Alaska hat – vier Bären je Einwohner. Ignoriert man die Enttäuschung über das Ausbleiben der Bären, ist man aber in wunderschöner Landschaft unterwegs, sieht mal ein Eichhörnchen vorbeihuschen, hört Krähen rufen und kann die Stille und das Plätschern des Flusses genießen.




Aber da war ja noch der zweite Teil des Ausflugs, das Whale Watching. Und diese Bootstour hatte es in sich: springende Buckelwale und Wale bei Fressen inklusive „Bubble Net Fishing“, bei dem die Wale als Gruppe im Kreis unter einen Fischschwarm herum tauchen und kleine Luftblasen ausstoßen, sodass sich die Fische, hier meist Heringe, in diesem Luftblasennetz quasi gefangen fühlen. Dann stoßen die Wale von unten mit weit geöffnetem Maul in den Fischschwarm hinein und machen reiche Beute – schwierig zu fotografieren, weil das sehr schnell geht, aber faszinierend zu Beobachen.
















Außer den Walen sehen wir dann vom Boot aus am Ufer aber doch noch Bären – einen sehr großen, kräftigen etwas weiter entfernt und zwei offenbar noch jüngere Bären recht nahe, die sich von uns auch nicht weiter dabei stören lassen, auf den Uferwiesen und Felsen nach Futter zu suchen.




Icy Strait Point ist der einzige privat betriebene Kreuzfahrt-Hafen Alaskas und hat sich enorm weiterentwickelt, seit ich 2009 das erste Mal dort war. Damals gab es noch keine Piers für Kreuzfahrtschiffe, heute gibt es gleich zwei, verbunden durch eine (kostenlose) Gondel-Bahn. Oder wer sich ein wenig die Beine vertreten will, einen Nature Trail durch den kühlen Regenwald, der schon in Ketchikan zum Tongass National Forest gehört.










Entstanden ist Icy Strait Point aus einer frĂĽheren Lachs-Konservenfabrik, die von der Hoonah Totem Corporation betrieben wird – eine im Zuge des Alaska Native Claims Settlement Act von 1971 gegrĂĽndete Alaskan-Native-Gesellschaft, die rund 1.350 Stammesangehörigen mit Wurzeln in Hoonah gehört. Sie kaufte das Gelände 1996 und „Icy Strait Point“ etwas abseits des Ortes Hoonah. 2004 machte dort das erste Schiff fest. Alle Gewinne aus dem Geschäft mit den Kreuzfahrern flieĂźen direkt in die Gemeinde Hoonah zurĂĽck.




