Die MSC Poesia fährt nach Alaska, ein komplett neues Fahrtgebiet für MSC Cruises. Ich war auf der zweiten Alaska-Kreuzfahrt der MSC Poesia an Bord und habe mir das Anfang 2026 renovierte Musica-Class-Schiff genau angesehen. Was ist neu, anders und besonders?
Die MSC Poesia ist eines von den Kreuzfahrtschiffen, die sich sofort vertraut anfühlen, auch wenn es viele Jahre her ist, dass man zuletzt damit unterwegs war. Meine letzte Reise mit der MSC Poesia liegt 16 Jahre zurück, da war das Schiff gerade zwei Jahre alt. Doch die Musica-Klasse von MSC hat einen besonderen Charakter, der in Erinnerung bleibt. Und sie hat eine angenehme Größe: groß genug für etwas Abwechslung bei Restaurants, Bars und Entertainment, aber klein genug für ein etwas familiäreres Ambiente.

Anfang 2026 hat die MSC Poesia ein Upgrade mit dem MSC Yacht Club bekommen, der pünktlich zur Alaska-Saison des Schiffs buchbar ist. Zugleich wurden viele Bereiche an Bord modernisiert, um ein Butcher’s-Cut-Steakhaus erweitert und die Kaito-Sushi-Bar wurde etwas vergrößert und an einen attraktiveren Ort verlegt.

Bis Anfang April 2026 war das 2008 gebaute 2.550-Passagiere-Kreuzfahrtschiff bei Palumbo Malta Shipyard in Valletta in der Werft. Ich war auf der zweiten Alaska-Kreuzfahrt der MSC Poesia Mitte Mai 2026 an Bord und habe mir die Veränderungen genau angesehen.

Im schnellen Überblick: Neu auf der MSC Poesia sind Yacht Club, Steakhaus Butcher’s Cut und bei der Kinderbetreuung ein Baby Club. Einige andere Bereiche wie etwa die Kaito Sushi Bar und das Fitness-Studio finden sich an neuen Stellen, das Spa ist komplett neu gestaltet worden. Dafür entfallen Card Room, Library, Cyber Café, Cigar Room und S32 Disco.
MSC Yacht Club jetzt auch auf Musica-Class-Schiffen
Die größte Neuerung auf der MSC Poesia: Sie hat nach der MSC Magnifica als zweites der vier Musica-Class-Schiffe einen Yacht-Club bekommen. Die MSC Musica folgt Ende 2026, die MSC Orchestra Anfang 2027.
Das Herzstück des Yachts Clubs, die Top Sail Lounge, liegt auf der MSC Poesia vorderhalb des Aurea Spa. Damit die Top Sail Lounge dort Platz fand, wurde das Fitness-Studio von Deck 13 vorne auf Deck 14 ganz nach hinten verlegt – mit ähnlich gutem Blick aufs Meer, nur eben nach hinten.

Zwei Decks höher wurde das „Top 16 Exclusive Solarium“ zum Yacht Club Pool- und Sonnendeck. Das Exclusive Solarium hat MSC auf der Poesia nach Deck 15 hinten verlegt.




Auf Deck 15 gibt es ein zusätzliches Yacht-Club-Sonnendeck mit Blick aufs Pooldeck der MSC Poesia.

Für die insgesamt 67 Yacht-Club-Suiten – mehr als auf der MSC Magnifica – hat MSC Cruises insbesondere auf Decks 12 vorne 24 bisherige Balkonkabinen in zwölf damit doppelt so große Yacht-Club-Suiten umgewandelt. Auf Deck 14 wurden aus 32 Kabinen 16 Suiten. Und auf Deck 15 hat MSC die beiden Balkonkabinen mit Blick nach vorne plus zwei Innenkabinen die große Royal Suite umgewandelt. Die bereits vorhandenen Suiten auf Deck 11 sowie 14 und 15 vorne gehören nun ebenfalls zum Yacht Club und zwei weitere Balkonkabinen wurden auf Deck 15 zu einer doppelt so großen Yacht-Club-Suite umgewandelt.

In einigen Punkten unterscheidet sich der nachträglich eingebaute Yacht Club vom Schiff-im-Schiff-Konzept anderer Schiffsklassen. Zumindest auf den Decks 11 und 12 liegen die Suiten nämlich nicht in einem abgetrennten Bereich des Schiffs, sondern sind frei zugänglich, denn einige reguläre Innenkabinen sowie zwei Balkonkabinen ganz vorne gibt es hier weiterhin.
Auch das Yacht Club Restaurant ist nicht im Yacht-Club-Komplex integriert, sondern wie auf den Schiffen der Fantasia-Class separat, dort allerdings auf dem gleichen Deck, nur am anderen Ende des Schiffs ganz hinten. Auf den Musica-Class-Schiffen wie der MSC Poesia liegt das Restaurant dagegen im vorderen Drittel des Schiffs auf Deck 7, wo bislang Card Room, Library, Kaito Sushi und Via delle Arti zu finden waren.

Das Yacht-Club-Restaurant ist dezent und modern gestaltet, mit großen Kristallleuchtern an der Decke als Blickfang. Das Restaurant liegt jedoch in der Mitte mit Milchglas-Abtrennungen zu den außen liegenden Gängen. Im Vergleich zu den aktuellsten Schiffsklassen gibt es vom Yacht-Club-Restaurant aus also keinen Blick aufs Meer.
Neu gestaltetes Spa und nach hinten verlegtes Fitness-Studio
Zu den umfangreicher renovierten Bereichen auf der MSC Poesia gehört das Aurea Spa. Zwar hat es vorne auf Deck 13 durch den Einbau des Yacht Clubs etwas Platz verloren, hauptsächlich das Fitness-Studio. Das Spa bietet aber in nahezu allen Bereichen, auch in den Massageräumen, bodentiefe Fenster mit Blick aufs Meer. Die Neugestaltung ist sehr hell und modern im Gegensatz zum früheren Ambiente mit dunklem Holz.







Vorzug der Lage des neuen Yacht Clubs auf der MSC Poesia: Die Top Sail Lounge grenzt direkt an das Aurea Spa an, die Yacht-Club-Passagiere haben es also nicht weit bis ins Spa. Auf den übrigen Schiffsklassen liegt das Spa einige Decks tiefer.
Das Fitness-Studio wurde aus dem Spa herausgelöst und ist nach hinten auf Deck 14 gewandert. Hinter dem Fitness-Studio gibt es außerdem einen neuen Außenbereich, den MSC als erweiterten Aurea-Bereich bezeichnet. Und es gibt ein neues Yoga- und Spinning-Studio sowie einen Gentleman’s Barber Shop.



Veränderungen auf Deck 7:
- Card Room, Library und Kaito Sushi wurden zum Yacht-Club-Restaurant.
- Der „Hitchcock Lounge Cigar Room“ wurde zur Kaito Sushi Bar, die auf der MSC Poesia in kleinerer Form zuvor bereits ganz in der Nähe dort etabliert war, wo nun das Yacht-Club-Restaurant liegt.
- Das Cyber Café wurde zu Future Cruise Sales.

Anders als auf der MSC Magnifica, die auch vor der Renovierung bereits eine Sports Bar hatte, gibt es auf der MSC Poesia weiterhin keine explizite Sports Bar – auch wenn auf Deckplänen von MSC teils fälschlicherweise eine „All Stars Sports Bar“ eingezeichnet ist. Die Umwandlung war offenbar geplant, wurde dann aber nicht komplett umgesetzt: Die Weinbar „Il Grappolo d’Oro Wine Bar“ behält ihren Namen, wurde aber um große Bildschirme zur Übertragung von Sportveranstaltungen ergänzt, sodass die Weinbar faktisch zu einer Sports Bar geworden ist, aber ohne größere Designänderungen oder eine Umbenennung.

Veränderungen auf Deck 13:
- Das Fitness-Studio wird zur Top Sail Lounges des Yacht Clubs (inklusive Concierge Desk), das Fitness-Studio wandert nach Deck 14 hinten an den Platz der S32 Disco, selbige entfällt.
- Das Aurea Spa erscheint durch den Wegfall des Fitness-Studios in etwas veränderter Form und neu gestaltet.
- Ein Teil des Buffet-Restaurants ganz hinten am Heck wird zum Spezialitätenrestaurant Butcher’s Cut Steakhouse, das auf der MSC Poesia neu ist. Zuvor war dieser Bereich Teil des Buffet-Restaurants.
Veränderungen auf Deck 14:
- S32 Disco ist entfalle, die Fläche wird nun als Fitness-Studio, Yoga- und Spinning-Room sowie einen für die MSC Poesia neuen Gentlemen‘s Barber Shop genutzt.
- Teens- und Juniors-Club werden jeweils etwas kleiner, um Platz für den neuen Baby Club zu schaffen. Der Teens-Club würde komplett neu gestaltet, der Junior-Club in Kids Club umbenannt.

Veränderungen auf Deck 15:
- Aus dem Sonnendeck mit Shuffleboard an Heck wird das Top 15 Exclusive Solarium, das zuvor vorne auf Deck 16 lag, wo sich jetzt das Yacht-Club-Sonnendeck befindet.

Veränderungen auf Deck 16:
- Das bisherige Top 16 Exclusive Solarium wird zum Yacht Club Sundeck und Yacht Club Bar & Grill, das Solarium wandert nach hinten auf Deck 15.
Kabinen- und Suiten-Veränderungen auf Decks 11, 12, 14 und 15:
- Fast alle Balkonkabinen auf den Decks 12 und 14 vorne werden zu jeweils doppelt so großen Yacht-Club-Suiten zusammengelegt. Die bereits vorhandenen Suiten auf Decks 11 und 15 vorne werden zu Yacht-Club-Suiten umdeklariert.
Zur Renovierung der MSC Poesia ist anzumerken, dass sie nicht komplett runderneuert wurde, sieht man einmal von neuen Teppichen und ähnlichem ab, die ohnehin regelmäßig ausgetauscht werden. Entsprechend ist der Renovierungszustand des Schiffs nicht ganz konsistent. In neu gestalteten Bereichen wie dem Aurea Spa oder dem Yacht Club wirkt die MSC Poesia neu und modern, ansonsten hat sie im Wesentlichen den Charme von vor 15 Jahren beibehalten, was durchaus positiv gemeint ist und einen hohen Wiedererkennungswert für MSC-Stammkunden hat. Wer selbst vergleichen will, findet Bilder der MSC Poesia von 2010 im Cruisetricks.de-Bilder-Archiv.
Was ist unverändert geblieben?
Der etwas in die Jahre gekommene, aber auf dieser Schiffsklasse auch liebgewonnene Charme, dessen Design-Stil noch deutlich von Rafaela Aponte (Ehefrau des kürzlich in Rente gegangenen Reeders Gianluigi Aponte) geprägt ist, macht das Schiff und diese Schiffsklasse unverwechselbar.







Die Gestaltung trägt ihre Handschrift von Rafaela Aponte und ist durchaus stilvoll, ansprechend und teils sogar elegant. Besonders in Erinnerung bleibt die ein wenig exaltiert wirkende Zebra-Lounge …

… inklusive goldglitzernder Prachttreppe hinauf ins Casino.

Und nicht zu vergessen: Die MSC Poesia stammt noch aus der Zeit vor den Svarowski-Treppen, auch das unterscheidet sie von jüngeren Schiffsklassen.

Der dezentere, moderne der neueren MSC-Schiffsklassen kommt dagegen vor allem im komplett neu gebauten MSC Yacht Club zum Vorschein.
Niedrige Decken, wenig offener Raum
Im Vergleich zu neueren MSC-Schiffen findet man auf der MSC Poesia hauptsächlich Räume, die nur ein Deck hoch sind und an manchen Stellen ziemlich niedrig wirken. In den Hauptrestaurants Le Fontane (Deck 5) und Il Palladio (Deck 6) fällt diese fehlende Raumhöhe besonders auf, wohl auch wegen der hohen Rückenlehnen der – sehr bequemen – Sitzbänke.

Andere Kreuzfahrtschiffe haben oft eine zwei oder gar drei Decks hohe Galerie im Hauptrestaurant, die allerdings auch viel Raum in Anspruch nimmt. Die beiden Hauptrestaurants unterscheiden sich übrigens nur im Design, sind in Bezug auf das Essen aber identisch.

Der einzige Innenraum, der sich großzügiger gibt und über mehrere Decks erstreckt, ist das Atrium rund um die Le Rendez Vouz Bar und die Rezeption auf Deck 5 mittschiffs, das bis hinauf zum Deck 7 offen ist. Mit einem gläsernen Piano im Zentrum und Glasbrüstungen auf Decks 6 und 7 ist dieses Atrium der Mittelpunkt des Schiffs, zu dem es einen unbewusst hinzieht und an dem man sich gut orientieren kann.
Schöne Plätze auf den Außendecks
Dafür hat die MSC Poesia viele schöne Plätze auf den Außendecks. Deck 7 bietet unter den Rettungsbooten ruhige Plätzchen abseits des Trubels.

Aber auch am Heck des Schiffs auf den Decks 12 bis 14 finden sich jeweils ruhige Orte zum Sonnen und Entspannen mit unverstelltem Blick nach hinten aufs Meer – auf dieser Schiffsklasse ein echter Geheimtipp, weil sich dorthin nur wenige Passagier verirren.

Sehr gelungen ist das Pooldeck, das auch nach den vielen Jahren noch überzeugt und regelrecht modern wirkt. Fünf große Whirlpools, ein größeres Becken zum Schwimmen und ein kleineres zum Sitzen sind ansprechend gestaltet.
Der Pool lädt zum Wohlfühlen und Genießen ein – auch wenn auf unserer Kreuzfahrt in Alaska die Temperaturen und der Wind da nicht mitgespielt haben. Der Pool-Bereich ist allerdings ganz gut vom Fahrtwind abgeschirmt, so dass man auch bei nicht ganz optimalem Wetter zumindest die Whirlpools nutzen kann.

Die beiden Pool-Bereiche sind voneinander abgetrennt durch die mittige Mojito-Bar und einen Übergang von einer Seite des umlaufenden Sonnendecks mit Power-Walking-Track zur anderen. Der Coral Bay Pool mit Bühne und Tanzfläche ist der lebhafte, mit teils sehr lauter Musik vom DJ auf der Bühne. Der Cayo-Levantado-Pool dagegen ist erstaunlich gut abgeschirmt, was die Musik angeht und daher eher ruhig.

Für Raucher positiv: Das Buffet-Restaurant hat auf der Backbordseite Rauchertische entlang des Pooldecks im Bereich Coral Bay.
Restaurants und Essen
Was auf der MSC Poesia in Alaska deutlich auffällt: Das Essen in den Hauptrestaurants und am Buffet hat eine höhere Qualität und die Auswahl ist vielfältiger als bei MSC Cruises in Europa. Da gibt’s am Frühstücksbuffet dann beispielsweise teure Pekan-Nüsse oder mittags eine sehr gute Räucherlachs-Creme, um nur zwei Beispiele zu nennen.

Das hängt damit zusammen, dass MSC Cruises auf dem amerikanischen Markt schnell wachsen will und entsprechend vor allem auch beim Essen mit der Konkurrenz mithalten muss.
Die Kaito Sushi Bar hat MSC vergrößert und auf Deck 7 nur einige Meter verlegt, aber an eine attraktivere Stelle seitlich verlegt, jetzt auch mit Fensterplätzen. Anders als auf den großen Neubauten von MSC gibt es hier nur Sushi, kein Teppanyaki.







Ganz neu auf der MSC Poesia ist das Steakhaus Butcher’s Cut, für den US-Markt ein Muss und für die Musica-Klasse jedenfalls eine wichtige Ergänzung. Für das Steakhaus hat MSC den hintersten Teil des Buffet-Restaurants abgetrennt. Aber auch in ihren ersten Jahren hatte die MSC Poesia mit dem „L’Obelisco“ an dieser Stelle schon einmal ein zuzahlungspflichtiges Restaurant, das später dem Buffet zugeschlagen wurde.













Für Passagiere mit Blue-Diamond-Status ist das Butcher’s Cut übrigens zu Frühstück (meist ab 7 Uhr) und zum Mittagessen als exklusiver und ruhiger Bereich des Buffets geöffnet.
Etwas überraschend, gibt es im Butcher’s Cut einige im Premium-Extra-Getränkepaket enthaltene Getränke wie beispielsweise Champagner oder die lokalen Biere der Alaskan Brewing Company, anders am gesamten restlichen Schiff, nicht. Das Steakhaus hat nämlich seine eigene Getränkekarte.
Kabinen auf der MSC Poesia
Vor 16 Jahren schrieb ich über die Kabinen der MSC Poesia: „Insgesamt überraschen die Kabinen auf der MSC Poesia positiv durch sehr unaufdringliches, modernes und ansprechendes Design ohne viel Schnörkel.“ Der Designstil auf neueren Kreuzfahrtschiffen hat sich seitdem gewandelt, hin zu einer sehr dezenten Farbgebung. Ansonsten aber trifft diese Beschreibung immer noch zu.

Die Kabine wirkt großzügig, wozu vor allem der große, bodentiefe Spiegel gegenüber dem Bett beiträgt. Sieht man genauer hin, sieht man den Möbeln an, dass sie schon ein paar Jahre hinter sich haben. Meine Kabine war aber sauber, ordentlich und funktionsfähig – mit Ausnahme des Sofabetts, das dringend ausgetauscht gehört, zumindest in meiner spezifischen Kabine.

Steckdosen (2x USB-A, 2x US- und 1x Schuko-Norm) finden sich am Schreibtisch, nicht aber seitlich der Betten. 2008 war das Aufladen von Handys direkt am Nachttisch einfach noch nicht so gefragt.

Das Badezimmer wurden kürzlich teilrenoviert, ob beim Werftaufenthalt oder schon davon, ist unklar. Jedenfalls wirkt das Bad optisch recht neu. Der Duschvorhang ist neu, wurde aber nicht durch eine Duschkabine ersetzt – dafür wäre wohl eine aufwendigere Bad-Erneuerung nötig.
Der breite Spiegel lässt das Badezimmer größer wirken und auch Ablagefläche ist ausreichend vorhanden, vor allem in dem Schrank unter dem Waschbecken. Shampoo und Duschgel gibt‘s aus Spendern in der Dusche.

Die Premium-Balkon-Kabinen (17,8 Quadratmeter) haben im Vergleich zur Deluxe-Balkonkabine (15,3) zusätzlich ein Sofa-Bett zur Balkontüre hin und bieten damit einen oder mit einem Pullman-Bett zwei zusätzliche Schlafplätze. Es gibt es einen kleinen Glastisch sowie einen Sitzhocker am Schreibtisch, selbiger recht viel Ablageplatz bietet.

Schrankplatz war in meiner Premium-Balkonkabine nicht üppig vorhanden, aber für Doppelbelegung gut ausreichend: sechs Schubladen und eine große Mittelschublade am Schreibtisch, je 3 Schubladen im Nachttisch sowie 3 zimmerhohe Schränke neben der Türe (zwei Hängeschränke hohe, bei denen Hosen nicht unten aufstehen, plus sechs Schubladen und Safe). Unter dem Bett ist Platz auch für größere für Koffer.
MSC-App und KI-Concierge
Nicht nur auf der MSC Poesia gibt es in der MSC-Smartphone-App seit einigen Wochen ein neues Feature, dem ich ehrlicherweise zunächst skeptisch gegenüberstand: eine Chat-Funktion mit einem KI-gestützten Concierge. Das erinnert ein wenig an die Sprachassistentin Zoe, quasi dem Amazon-Alexa-Pendant von MSC Cruises, die allerdings schon 2019 eingeführt wurde, ohne KI auskommen musste und deshalb nicht so richtig erfolgreich funktionierte.

Doch die „MSC Concierge“-Funktion der App ist tatsächlich eine große Hilfe und unterstützt meinen verändertes, persönliches Verhalten: Statt mich durch Menüs zu klicken und eine Information zu finden, frage ich lieber einen Chat-Bot danach. Ein Beispiel: Statt also im Menü nach einem Deckplan zu suchen und dort dann die Weinbar, frage ich die Concierge-KI und bekomme eine direkte Antwort inklusive Link zum Deckplan mit Wegeführung, um festzustellen, wie ich dorthin komme.
Aber der KI-Concierge, das muss man dennoch bedenken, ist eben nur eine KI, die auch mal Fehler macht. Als ich die KI spaßeshalber nach der (nicht vorhandenen) Sports Bar auf der MSC Poesia fragte, wollte sie mich in die S32-Disco schicken – die es nach dem Umbau auf dem Schiff nicht mehr gibt. Blind sollte man sich auf die Auskünfte also nicht verlassen. Dennoch: der KI-Concierge ist ein echter Gewinn und sehr nützlich.
Fazit und Beobachtungen zur MSC Poesia
Zwar ist der Abfahrtshafen Seattle für die Alaska-Routen der MSC Poesia vor allem für den amerikanischen Markt optimiert, aber als Stadt auch für Europäer sehr attraktiv. Die Alternative Vancouver profitiert von einer etwas kürzeren Fahrtstrecke bis nach Alaska und ein Zwischenstopp in einem nicht-amerikanischen Hafen entfällt (wobei Victoria ja durchaus attraktiv ist). In jedem Fall ist MSC Cruises für all diejenigen eine Möglichkeit nach Alaska zu kommen, die sich scheuen, bei einer amerikanischen Reederei zu buchen. Denn weder AIDA noch TUI Cruises haben Alaska im Programm und Hapag-Lloyd ist in einer deutlich anderen Preisklasse.

Eine weitere Besonderheit von MSC Cruises in Alaska: Die Durchsagen an Bord gibt es nur auf Englisch. Das ist angenehm, weil sich die Dauer der Durchsagen, anders als mehrsprachig in Europa, sehr in Grenzen halten. Allerdings gilt das auch für die Durchsagen der Wal- und Natur-Expertin, die ankündigt, wenn es draußen etwas Besonderes zu sehen gibt. An der Rezeption und im Ausflugsbüro gab es auf meiner Reise jeweils eine deutsche Muttersprachlerin und natürlich sind auch Speisekarten, Tagesprogramm und die MSC-App inklusive KI-Concierge deutschsprachig verfügbar.

Positiv fallen auf meiner Reise die Landausflüge auf – sie sind nämlich relativ günstig. „Relativ“ deshalb, weil in Alaska an Land alles recht teuer ist. Aber bei anderen Reedereien sind die von MSC angebotenen Ausflüge mit dem identischen Veranstalter eben teils deutlich teurer. Auch die Organisation bei den Landausflügen, über die bei früheren MSC-Reisen nicht immer positive berichtet hatte, lief auf der MSC Poesia reibungslos, pünktlich, unkompliziert und freundlich.
Das bei USA-Abfahrten bei MSC Cruises insgesamt höherwertige Essen im Vergleich zu den Europa-Abfahrten gehört zu den Highlights der MSC Poesia in dieser Destination, deshalb sei es hier noch einmal angesprochen.

Meine persönlichen Highlights auf der MSC Poesia sind die ruhigsten Ecken an Bord, und davon gibt es mehr als sonst: die Promenade auf Deck 7, die kleinen Außendecks am Heck auf den Decks 12, 13 und 14 sowie das Sonnendeck „Top 15 Exklusive Solarium“ auf Deck 15 am Heck, sofern man denn dort Zugang hat, denn das ist exklusiv für Passagiere der Aurea-Kabinenkategorien reserviert.
MSC Poesia: Fakten und Zahlen

Eigentlich sollte die MSC Poesia und die übrigen drei Schwesterschiffe der Musica-Class in den Jahren 2020 und 2021 nach dem Vorbild der Lirica-Class-Schiffe verlängert werden. Jedoch kam die Pandemie dazwischen und so wurde dieses Projekt nie umgesetzt.

Stattdessen hat MSC Cruises ein Programm zum Upgrade der Musica-Class-Schiffe mit dem Einbau eines MSC Yacht Clubs aufgesetzt, darunter auch die MSC Poesia.
- Baujahr: 2008, Umbau/Yacht Club: Anfang 2026
- Werft: Chantiers de l’Atlantique, Saint-Nazaire; Umbau 2026 bei Palumbo Malta Shipyard, Valletta
- Flagge: Panama
- Tonnage: BRZ 92.627
- Länge: 293,8 Meter
- Breite: 32,2 Meter
- Tiefgang: 7,85 Meter
- Decks: 16, davon 13 Passagierdecks
- Kabinen: 1.223 (vor Umbau: 1.249)
- Passagiere (bei Doppelbelegung): 2.446 (vor Umbau: 2.498), maximal 3.223 (unverändert)
- Crew: 1.039




