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"sponsored by Oceania Cruises" - was bedeutet das für cruisetricks.de?

Interview: „Was könnte mehr Abenteuer bieten als ein Wasserpark?“

Neuer Wasserpark, eine Pier für zwei große Kreuzfahrtschiffe und viel Zukunftspotenzial: NCLs Privatinsel Great Stirrup Cay rückt in die Spitzengruppe der Kreuzfahrt-Privatinseln auf. Im Cruisetricks.de-Interview gibt NCLs Chief Experience Officer Mark Kansley exklusive Einblicke in die Strategie hinter dem Ausbau von Great Stirrup Cay, offenbart seine persönlichen Lieblingsplätze und avisiert weitere, neue Features: „64 Prozent der Insel sind noch nicht erschlossen. Wir haben einen langfristigen Strategieplan.“

Vor rund 50 Jahren begannen Kreuzfahrt-Reedereien, einsame Bahamas-Inseln für sich zu nutzen. NCL ist so etwas wie die Erfinderin dieser Idee. Doch in den vergangenen Jahren erleben Privatinseln, Privatstrände und eigene Destinationen einen regelrechten Boom. Denn sie gehören nicht nur zu den am besten bewerteten Hafenstopps überhaupt. Die verschaffen den Reedereien auch strategische Vorteile bei der Routenplanung, beim Abfedern von Overtourismus-Problemen und geopolitischen Restriktionen sowie beim Treibstoffsparen durch kürzere Fahrtstrecken.

Great Stirrup Cay, Norwegian Getaway

Cruisetricks.de hat anlässlich der Eröffnung des neuen Wasserparks auf der NCL-Privatinsel Great Stirrup Cay im Exklusiv-Interview mit NCLs Chief Experience Officer (CXO) Mark Kansley über das Wettrennen um die spektakulärste Privatinsel, die Gedanken hinter den Ausbauplänen für Great Stirrup Cay und die Herausforderungen beim Betrieb von solchen Exklusiv-Destinationen gesprochen.

Mark Kansley ist seit mehr als 25 Jahren bei NCL tätig, die meiste Zeit davon als Director of Hotel Operations und Vice President Hotel Operations. Chief Experience Officer ist er seit Januar 2026.

Franz Neumeier: Mit Eröffnung des neuen Wasserparks nimmt NCL für sich in Anspruch, dass Great Stirrup Cay eine branchenführende Privatinsel sei. In Sichtweite befindet sich eine konkurrierende Insel, Coco Cay, die meiner Meinung nach bisher die spektakulärste Privatinsel war. Warum glauben Sie, dass jetzt NCL führend ist?

Mark Kansley: Great Stirrup Cay ist nicht nur deutlich größer als die Insel nebenan, sondern hat auch für jeden etwas zu bieten. Wir wollten eine Insel, die eine sehr vielfältige Zielgruppe anspricht, seien es erfahrene Reisende, Familien im Premiumsegment oder Mehrgenerationen-Familien.

„… einen Wasserpark entwickelt, den wir für branchenführend halten, nicht nur in der Kreuzfahrt.“

Ich halte unsere Insel für ein wirklich großartiges, gut gelungenes Projekt. Das war in hohem Maße eine Teamleistung, bei der viele Bereiche unseres Unternehmens mit externen Experten und Designern zusammengearbeitet haben, um einen Wasserpark zu entwickeln, den wir für branchenführend halten – nicht nur in der Kreuzfahrt, sondern unter Wasserparks insgesamt. Wir sind sehr stolz auf das, was wir da entwickelt und gebaut haben.

In Befragungen sagen uns unsere Gäste immer wieder, dass sie die Exklusivität von Silver Cove lieben, ähnlich wie die Exklusivität von The Haven an Bord der Schiffe. Sie schätzen den Erwachsenenbereich, den wir mit dem Vibe Shore Club anbieten – auch hier wieder ähnlich wie beim Vibe Beach Club an Bord. Sie lieben die Great Life Lagoon, die wir im Dezember (2025) mit dem Pool und dem Wasserspielplatz für Kinder eröffnet haben. Und die Strände: Wir verfügen über mehr Strandfläche als die meisten Privatinseln.

Franz Neumeier: Und der neue Wasserpark ist nun die entscheidende Erweiterung, um Great Stirrup Cay zur branchenführenden Privatinsel zu machen?

Mark Kansley: Unsere Gäste haben uns gesagt, dass sie sich etwas sehr Interaktives, sehr Energiegeladen und Actionreiches wünschen. Und was könnte mehr Abenteuer bieten als ein Wasserpark? Deshalb haben wir uns mit Martin Aquatic und einigen externen Experten zusammengetan, um einen Wasserpark zu entwickeln, den wir für wirklich fantastisch halten. 19 verschiedene Rutschen oder Attraktionen mit einer Reihe von Branchenneuheiten.

„Norwegian Cruise Line ist dafür bekannt, in der Branche Vorreiter zu sein.“

Norwegian Cruise Line ist dafür bekannt, in der Branche Vorreiter zu sein – sei es als Erster mit einem Jugendprogramm, als Erster mit À-la-carte-Spezialitätenrestaurants oder als Erster mit einer Privatinsel. Wenn wir noch weiter zurückgehen: Wir waren die Ersten, die Kreuzfahrten ab Miami angeboten haben. Wir blicken auf eine lange Tradition von Brancheninnovationen zurück, auf der wir gerne aufbauen. Deshalb haben wir einen Wasserpark entwickelt, der ebenfalls mit Neuheiten aufwartet.

Tidal Tower - Wasserrutschen-Turm im Wasserpark auf Great Stirrup Cay
Tidal Tower – Wasserrutschen-Turm im Wasserpark auf Great Stirrup Cay

Es ist der erste Klippensprung, der erste ‚Not-so-lazy-River‘, ein dynamischer oder interaktiver Fluss mit einem immersiven Tunnel. Also ein Wasserpark, der wirklich für jeden etwas zu bieten hat. Splash Cay, die Kinderspielzone in diesem Wasserpark, ist unglaublich. Ein besseres Wort als ‚unglaublich‘ finde ich dafür nicht.

In diesem Wasserpark gibt es sowohl für die jüngeren als auch für die älteren Kinder so viel zu erleben und zu genießen. Ich bin zwar schon etwas älter, durfte aber von der ca. 4,5 Meter hohen Klippe springen – von unten betrachtet sieht sie nicht besonders hoch aus, aber wenn man oben steht und nach unten schaut, hat man 4,5 Meter Luft und dann noch das kristallklare Wasser.

Franz Neumeier: Ich habe es selbst ausprobiert: Man sieht wirklich nicht, wo genau die Wasseroberfläche ist …

Mark Kansley: Ja, man sieht die Wasseroberfläche nicht. Man sieht nur, dass das Wasser rund 4 Meter tief ist. Wenn man nach unten schaut, wirkt das also wie 8,5 Meter. Und das ist ziemlich aufregend.

Franz Neumeier: Haben Sie den gut 4,5 Meter hohen Sprung gemacht?

Mark Kansley: Ich war tatsächlich der Erste mit dem großen Sprung. Als wir während der Bauphase mit den Tests begonnen haben, war ich das Versuchskaninchen – habe es überlebt und durfte es gestern noch einmal genießen. Meine Frau war dabei, sie ist aber nicht gesprungen. Sie ist bis zum Rand gegangen und hat gesagt: „Nein, da springe ich nicht.“

Franz Neumeier: Ich nehme an, Ihre Partner bei der Planung des Wasserparks haben Ihnen eine lange Liste mit möglichen Attraktionen vorgelegt, sodass Sie mehrere Dutzende, wenn nicht sogar Hunderte von Optionen hatten. Wie haben Sie entschieden, welche davon Sie aufnehmen und welche nicht?

Mark Kansley: Ein Teil davon basiert auf Recherchen. Und ein Teil sind Empfehlungen von Branchenexperten. Das sind tatsächlich die beliebtesten Attraktionen. Wir wollten Einzigartiges. Wir wollten nicht das, was jeder schon hat. Jeder hat ein Wellenbad, also wollten wir keines.

„Nur 36 Prozent unserer Insel sind bislang bebaut.“

Wir wollten in der Anfangsphase des Wasserparks wirklich so einzigartig wie möglich sein. Denn der Wasserpark befindet sich in einer ersten Phase und wir haben mehr Platz als jede andere Privatinsel für die Entwicklung und Erweiterung. Nur 36 Prozent unserer Insel sind bislang bebaut.

Große Teile von Great Stirrup Cay sind noch unberührte Natur.
Große Teile von Great Stirrup Cay sind noch unberührte Natur.

Im Rahmen der aktuellen Projekte haben wir bereits die Infrastruktur für weiteres Wachstum geschaffen, sei es in Bezug auf Abwasser, Strom oder Wasser. Wir haben die Insel bereits für die weitere Entwicklung vorbereitet.

Nun werden wir den Wasserpark und alle anderen Einrichtungen testen, und wenn wir der Meinung sind, dass es strategisch sinnvoll ist, darauf aufzubauen, könnten wir unser Angebot erweitern. Wir sind jedoch davon überzeugt, dass die Angebote, die wir derzeit im Wasserpark haben, genau das sind, was sich die Gäste wirklich wünschen.

Franz Neumeier: Ein entscheidender Punkt in jedem Vergnügungspark sind die Warteschlangen. Wie stellen Sie sicher, dass die Passagiere nicht mehr Zeit in Warteschlangen verbringen als tatsächlich auf den Rutschen?

Mark Kansley: Wir haben unseren Wasserpark mit einer enormen Durchsatzkapazität gebaut, weil wir uns vorher gründlich informiert haben. Wir besuchen schon unser ganzes Leben lang Wasserparks. Jeder geht in Wasserparks. Und der größte Kritikpunkt sind die Wartezeiten.

„Dass niemand lange in der heißen Sonne ansteht, um eine einminütige Fahrt zu erleben, wird ein starkes Argument sein.“

Man wartet bis zu vierzig Minuten in einer Schlange, um eine einminütige Fahrt zu machen. Das ist ein wesentlicher Grund für Unzufriedenheit. Deshalb war einer unserer Leitgedanken für den Wasserpark, eine enorme Durchsatzkapazität zu haben.

Ich denke also, dass man in kurzer Zeit alle Attraktionen genießen kann, die wir anbieten. Und ich denke, mit dieser Planung waren wir sehr erfolgreich. Dass niemand lange in der heißen Sonne ansteht, um eine einminütige Fahrt zu erleben, wird ein starkes Argument sein.

Franz Neumeier: Werfen wir einen kurzen Blick auf die finanzielle Seite. Es war eine riesige Investition …

Mark Kansley: In der Tat.

Franz Neumeier: … eine solche Insel aufzuwerten. Im Vergleich zu, sagen wir mal, die Flotte zu vergrößern oder ein neues Schiff zu bauen. Ich nehme an, es ist viel komplizierter herauszufinden, wie viel Gewinn man mit dem Bau eines Wasserparks auf einer Privatinsel erzielt, als bei der Anschaffung eines neuen Schiffes, wo man genaue Zahlen erhält. Wie wird das berechnet?

Mark Kansley: Das ist Teil unseres strategischen Wachstumsplans. Es geht nicht nur um die Einnahmen, die der Wasserpark generiert. Es geht vielmehr um die Anzahl der Menschen, der Gäste, die wir insgesamt auf die Insel bringen können. Auf der Insel sind wir Eigentümer der Destination. Die Insel gehört uns. Die gesamte Infrastruktur gehört uns.

Finanziell und aus geschäftlicher Sicht gilt also: Je mehr Schiffe wir auf die Insel bringen und je besser wir das Erlebnis für unsere Gäste gestalten und selbst in der Hand haben können, desto besser ist das finanziell für uns.

„Die Pier ist für uns ein echter Game-Changer.“

Und deshalb wurde strategisch in Great Stirrup Cay investiert – sei es in den Wasserpark, der eine tolle Attraktion ist, oder auch in die Pier. Denn die Pier ist für uns ein echter Game-Changer.

Norwegian Getaway an der neuen Pier in Great Stirrup Cay, die Platz für zwei Schiffe gleichzeitig bietet

Die Tatsache, dass zwei große Schiffe gleichzeitig an der Pier anlegen können – zwei der Breakaway-Plus-Klasse und zukünftige die Schiffe des ‚Project 2030‘. Und wenn wir wollten, könnten wir die Passagiere eines dritten Schiffs per Tender anlanden, da unsere Insel diese Kapazität besser aufnehmen kann als die meisten anderen Inseln. Aufgrund der Größe und des Umfangs der Insel ist die Investition in den Wasserpark aus finanzieller Sicht also definitiv sinnvoll.

Franz Neumeier: Wie wichtig sind zusätzliche Einnahmen auf der Insel selbst? Zum Beispiel erheben Sie für Silver Cove sogar von Ihren Haven-Suite-Passagiere einen Aufpreis, im Gegensatz beispielsweise zu MSC Cruises auf Ocean Cay, wo die Passagiere in Yacht-Club-Suiten einen exklusiven, kostenlosen Bereich haben.

Mark Kansley: Das ist eine Frage von Angebot und Nachfrage. Die Gäste haben uns in Befragungen gesagt, dass sie einen exklusiven, privaten Bereich auf der Insel wünschen und bereit sind, dafür zu bezahlen. Wir konnten es nicht für alle Gäste in The Haven kostenlos anbieten, wenn Sie das meinen, da wir einfach nicht über die nötige Kapazität verfügten. Natürlich gibt es an all diesen Orten Kapazitätsgrenzen. Strategisch gesehen war es also sinnvoll, dies als Zusatzleistung anzubieten.

„Man muss also nicht den Zugang zu Silver Cove oder dem Vibe Shore Club buchen, um ein großartiges Erlebnis auf der Insel zu haben.“

Aber wir haben auch fantastische Bereiche, die den Gästen kostenlos zur Verfügung stehen. Man muss also nicht den Zugang zu Silver Cove oder dem Vibe Shore Club buchen, um ein großartiges Erlebnis auf der Insel zu haben.

Wenn Sie eine vierköpfige Familie sind, können Sie natürlich in den neuen Wasserpark gehen und dort mit den jüngeren Kindern die Splash Cay, den Kinderspielbereich, genießen. Aber wir haben auch einen kostenlosen Wasserspielplatz für Kinder an der Great Life Lagoon, der ebenfalls fantastisch ist.

kostenfreier Wasserspielplatz nahe dem Lagunen-Pool
kostenfreier Wasserspielplatz nahe dem Lagunen-Pool

Es ist also keineswegs so, dass man extra bezahlen muss, um ein rundum gelungenes Erlebnis auf Great Stirrup Cay zu haben. Wir bieten ein gleichwertiges Erlebnis, das kostenlos ist.

Franz Neumeier: Wo ist Ihr persönlicher Lieblingsort auf Great Stirrup Cay?

Mark Kansley: Ich würde Ihnen meinen Lieblingsort auf der Insel gerne verraten. Aber das tue ich nicht, weil ich nicht möchte, dass alle davon erfahren – ich möchte ihn nämlich für mich allein haben. Das ist übrigens ein Ort, an den man kostenlos Zugang hat.

Franz Neumeier: Jetzt haben Sie mich so neugierig gemacht, dass Sie mir den Ort aber doch verraten müssen. Wo ist er?

Mark Kansley: Die Insel ist wunderschön, und ich genieße sie, egal wohin ich gehe – es hängt davon ab, mit wem ich unterwegs bin. Wenn ich mit meiner Familie und meinen Enkeln zusammen bin, möchte ich an einem der Wasserspielplätze sein. Egal, ob der am Pool oder der Wasserpark.

„Wenn man nicht weiß, dass der Whirlpool da ist, findet man ihn nie.“

Wenn ich mit meinen Freunden zusammen bin, möchte ich im Vibe Shore Club sein. Und wenn ich nur mit meiner Frau da bin, dann möchte ich in der Silver Cove sein, weil es dort für uns beide am schönsten ist.

Silver Cove

Aber wenn ich allein auf der Insel bin, gibt es da – man würde es nicht sehen, wenn man es nicht kennt und gezielt danach sucht. Neben der Great Life Lagoon gibt es einen Whirlpool, der von Sträuchern umgeben ist und der sehr abgeschieden liegt. Wenn man nicht weiß, dass er da ist, findet man ihn nie. Das ist mein Lieblingsplatz auf der Insel.

Franz Neumeier: Auf der Insel gibt es immer noch viel unberührte Natur, so dicht bewachsen, dass man sich regelrecht mit einer Machete durchschlagen müsste …

Mark Kansley: Etwa 64 Prozent der Insel sind noch nicht erschlossen.

Franz Neumeier: Haben Sie Pläne, diese Natur in das Erlebnis einzubeziehen, zum Beispiel durch einen Spazierweg oder einen Radweg durch die Wildnis? Ziehen Sie so etwas in Betracht?

Mark Kansley: Wir haben tatsächlich einen langfristigen Strategieplan für die Insel. Und ja, wir denken beispielsweise über Radwege und Wanderwege nach.

„"ir wollen sicherstellen, dass es so wenig Auswirkungen wie möglich auf die Umwelt hat.“

Aber was auch immer wir tun, wir wollen sicherstellen, dass es so wenig Auswirkungen wie möglich auf die Umwelt hat und dass wir gleichzeitig die Natur, in der wir leben, zur Geltung bringen. Da es sich um ein sensibles Gebiet handelt, führen wir alle Maßnahmen auf der Insel in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Umweltangelegenheiten der Bahamas durch, sowohl an Land als auch im Wasser rund um die Insel.

Keine Seltenheit, auch im ausgebauten Teil der Insel: Leguane
Keine Seltenheit, auch im ausgebauten Teil der Insel: Leguane

Und ja, die Natur dort ist wirklich wunderschön, sowohl an Land als auch im Wasser, und wir möchten davon profitieren und den Gästen ermöglichen, sie zu erleben. Beispielsweise haben wir ja bereits einen Schnorchelpfad als Teil des Angebots auf Great Stirrup Cay.

Franz Neumeier: Mir ist aufgefallen, dass einige Flächen mit Kunstrasen statt mit echtem Gras bedeckt sind. Ist das nur vorübergehend während der Bauphase so?

Mark Kansley: Das ist dauerhaft so, weil Sand einfach weggeweht wird. Mit dem Kunstrasen wird der Sand festgehalten. Wir haben auch Bereiche mit echtem Gras, aber das ist nicht mehrjährig. Man muss es jedes Jahr neu anlegen, denn durch das Salz aus dem Meer geht es schnell ein.

Kunstrasen beim „Flighthouse“-Zipline-Turm

Franz Neumeier: Echtes Gras ist also offenbar eine teure Angelegenheit …

Mark Kansley: Ja, das ist teuer, aber ich glaube, es geht gar nicht so sehr um die finanziellen Aspekte. Es ist vielmehr so, dass es nie richtig gut genug anwächst, um damit eine gute Bodendeckung zu erreichen.

Franz Neumeier: Auf der Insel gibt es historische Überreste, wie zum Beispiel den Grabstein des britischen Marineoffiziers Alan Bertram aus dem 19. Jahrhundert. Und ich habe neben dem Zipline-Flighthouse auch ein historisches Gebäude gesehen. Gibt es noch weitere historische Gebäude auf der Insel?

Mark Kansley: Es gibt ein paar. Sie stehen unter Denkmalschutz. Da ist der Leuchtturm aus dem 19. Jahrhundert, dessen unmittelbare Umgebung der einzige Bereich auf der Insel ist, der uns nicht gehört. Er gehört der Krone. Die Überreste einer alten Siedlung neben dem Flighthouse, die Sie gesehen haben, sind denkmalgeschützte Gebäude, und wir dürfen nichts daran verändern. Also lassen wir sie einfach so stehen.

Reste eines historischen Gebäudes in der Nähe des „Flighthouse“-Zipline-Turms

Franz Neumeier: Aber Sie können sie für Ihre Passagiere zugänglich machen.

Mark Kansley: Ja. Und das werden wir in Zukunft auch tun. Das haben wir früher auch schon gemacht, bevor wir rundherum alles bebaut haben. Sie sind Teil des Kulturerbes der Insel, und wir wollen dieses Erbe auf jeden Fall präsentieren.

Franz Neumeier: Apropos bahamaische Behörden: Ist es in Bezug auf Genehmigungen oder Umweltauflagen eigentlich ein Vorteil, dass Ihnen die Insel gehört?

Mark Kansley: Ich weiß es nicht. Denn ich weiß nicht, wie es wäre, wenn die Insel nicht uns gehören würde. Ich weiß nur, dass es eine Menge Vorschriften und Bestimmungen gibt, die für jegliche Bauvorhaben oder Erschließungsmaßnahmen auf den Inseln gelten. Wir arbeiten eng mit der bahamaischen Regierung zusammen und pflegen eine enge Partnerschaft, wenn es um Umweltauswirkungen geht.

Franz Neumeier: Wenn sich die Gelegenheit böte, würden Sie gerne auch den Rest der Insel kaufen, der nicht zu NCL gehört? Oder kommt das wegen des dort ja weiterhin aktiven Leuchtturms ohnehin nicht in Betracht?

Mark Kansley: Niemand sonst könnte diesen Bereich nutzen. Es handelt sich um Kronland, auf dem niemals gebaut werden darf. Daher glaube ich nicht, dass das für uns ein einschränkender Faktor ist. Wenn sich die Gelegenheit ergäbe, würden wir ihn vielleicht kaufen, aber ich halte das für uns nicht für wichtig.

Franz Neumeier: Wird man den historischen Leuchtturm besuchen können? Können Passagiere einfach dort hinlaufen und ihn sich ansehen?

Mark Kansley: Oh ja. Gäste können das tun, wenn sie dorthin laufen möchten. Wir raten zwar davon ab, aber manche Gäste laufen tatsächlich zum Leuchtturm, um ihn sich anzusehen.

Blick auf den historischen Leuchtturm von Great Stirrup Cay von 1863.
Blick auf den historischen Leuchtturm von Great Stirrup Cay von 1863.

Franz Neumeier: Ich habe es gestern versucht, aber leider war der Weg durch die noch andauernden Bauarbeiten blockiert.

Mark Kansley: Ja, aber vor den Bauarbeiten sind die Gäste dorthin gelaufen. Und auf dieser Seite der Insel haben wir auch noch drei wunderschöne Strände. Sehr unternehmungslustige Gäste sind früher den ganzen Weg gelaufen und haben den Tag dort am Strand verbracht.

Franz Neumeier: Das ist natürlich unbeaufsichtigt, ohne Rettungsschwimmer, aber Ihre Passagiere können die Strände quasi auf eigene Gefahr nutzen?

Mark Kansley: Ja. Und es gibt uns auch die Möglichkeit, das Gelände später weiterzuentwickeln, falls wir das wollen. Und der Radweg, den wir uns vorgestellt hatten, würde bis ganz dorthin führen.

Franz Neumeier: Ich freue mich schon auf die weitere Entwicklung von Great Stirrup Cay, vor allem, wenn man nach Abschluss der restlichen Bauarbeiten im Hintergrund wieder Zugang zum unerschlossenen Teil der Insel hat, dem Leuchtturm und den Naturstränden …

Anmerkung*: Cruisetricks.de führte das Interview während einer Reise mit der Norwegian Getaway nach Great Stirrup Cay auf Einladung von NCL.
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Cruisetricks.de führte das Interview während einer Reise mit der Norwegian Getaway nach Great Stirrup Cay auf Einladung von NCL.

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Über den Autor: FRANZ NEUMEIER

Franz Neumeier
Über Kreuzfahrt-Themen schreibt Franz Neumeier als freier Reisejournalist schon seit 2009 für cruisetricks.de und einige namhafte Zeitungen und Zeitschriften. Sein Motto: Seriös recherchierte Fakten und Hintergründe statt schneller Schlagzeilen und Vorurteile, damit sich jeder seine eigene Meinung bilden kann. TV-Reportagen zitieren ihn als Kreuzfahrt-Experten und für seine journalistische Arbeit wurde er mehrfach ausgezeichnet. Er wird regelmäßig in die Top 10 der „Reisejournalisten des Jahres“ gewählt und gewann mit cruisetricks.de mehrfach den „Reiseblog des Jahres“-Award.

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