Heute ist mein tausendster Tag auf einem Hochsee-Kreuzfahrtschiff: 1.000 Tage auf See, mit über 150 Schiffen von über 40 Reedereien. Und, kaum zu glauben, exakt heute vor 30 Jahren habe ich auch zum ersten Mal ein Kreuzfahrtschiff betreten. Zum doppelten Jubiläum gibt’s ein paar ganz persönliche Statistiken und Erinnerungen.
Auf genau 147 verschiedenen Schiffen von 44 Reedereien habe ich bis heute zumindest eine Nacht geschlafen. Dazu kommen viele Tagesbesichtigungen auf Kreuzfahrtschiffen und Werftbesuche – ehrlicherweise habe ich da nicht so genau mitgezählt. Auch die 156 Tage auf Flusskreuzfahrtschiffen sind da nicht mitgezählt.

Welch‘ schöneren Ort gibt es, dieses Jubiläum zu feiern, als meine persönliche Lieblingsstadt, Venedig? Zunächst dachte ich, wir würden den Markusplatz diesmal nur vom Flugzeug sehen, im Anflug auf den Aeroporto di Venezia Marco Polo. Doch Dank eines Shuttle-Services von Explora Journeys von Fusina zur Piazzale di Roma hatten wir nach der Einschiffung am Nachmittag sogar ein paar Stunden Zeit, im sommerlich heißen Venedig zwei neu vom Gambero Rosso ausgezeichnete Eisdielen auszuprobieren (Tipp: Gallonetto) und uns durch die Gassen treiben zu lassen.







Ich bin diese Woche mit der Explora I von Explora Journeys von Fusina nach Piräus in der Adria und der Ägäis nach Kroatien, Italien und Griechenland unterwegs. Zum Anstoßen aufs Jubiläum eignet sich die Explora I ziemlich gut, denn Champagner zum Anstoßen gibt es hier reichlich. Wie immer können Sie unsere Reise mit der Explora I auf Facebook (@cruisetricks) und Instagram (@franzneumeier und @cruisediary_de) live verfolgen.
Dabei hätte ich das Jubiläum beinahe verpasst: Nur zufällig bin ich vor einigen Tagen auf die Excel-Tabelle gestoßen, in der ich all meine Reisen dokumentiere. Also aktualisiere ich sie schnell um die vergangenen Reisen und stelle fest: Die Summe der Tage ergibt 999. Das war knapp.
Meine allererste Kreuzfahrt …
… begann am 9. August 1995 in Pittsburgh, Ohio, mit einer viertägigen Flusskreuzfahrt auf der legendären und historischen Delta Queen. Und, es ist kaum zu glauben, das war auf den Tag genau heute vor 30 Jahren.

Zum ersten Mal ein Hochseekreuzfahrtschiff betrat ich am 7. April 2007 in New Orleans. Das war die Grandeur of the Seas von Royal Caribbean.

Beruflich war mein erstes Kreuzfahrtschiff die Oasis of the Seas: Am 19. November 2009 ging es in Fort Lauderdale erstmals an Bord des damals größten Kreuzfahrtschiffs der Welt.

Das war damals im Oktober 2009 der Startschuss für Cruisetricks.de.

Seitdem war ich mit Kreuzfahrtschiffen fast überall auf der Welt unterwegs, Spitzbergen und Grönland, Südamerika und Antarktis, Hawaii und Tahiti, Singapur, Vietnam und Thailand, Karibik und Neuengland, sogar in Russland und in Kuba, als beides noch möglich war, und natürlich sehr viel in Europa, Mittelmeer, Kanaren, Atlantik, Nordland, Ostsee.
Ein paar Statistiken und „Fun Facts“
Wie Stammleser von Cruisetricks.de wissen, beschäftige ich mich gerne mit Zahlen, Tabellen und Statistiken. Deshalb noch ein paar Fakten zu meinem ersten 1.000 Tagen auf See:
| Top 10 – die meisten Tage mit einer Reederei | Nächte |
| Royal Caribbean International | 140 |
| NCL | 93 |
| MSC Cruises | 76 |
| Hapag-Lloyd Cruises | 70 |
| TUI Cruises | 63 |
| Costa | 51 |
| Holland America Line | 46 |
| Celebrity Cruises | 44 |
| AIDA | 39 |
| Star Clippers | 33 |
Der hohe Anteil an Kreuzfahrten mit Royal Caribbean und NCL liegt übrigens – teils – daran, dass wir als Familie privat recht viel mit diesen beiden Reedereien gefahren sind, noch bevor ich mit Cruisetricks.de begonnen habe.
Die kürzeste Kreuzfahrt: Davon gab es mehr, als hier Platz für eine Aufzählung ist. Allein 49 Reisen dauerten jeweils nur eine oder zwei Nächte. Typischerweise sind das Neuvorstellungen von Schiffen, keine regulär buchbaren Kreuzfahrten. Die durchschnittliche Dauer aller meiner Kreuzfahrten lag bei 5,1 Nächten.

| Top 10 – die längsten Reisen | Nächte |
| Fram von Kangerlussuaq nach Halifax | 16 |
| Hanseatic Spirit von Vancouver nach Seward | 15 |
| Celebrity Eclipse südliche Karibik ab Miami | 14 |
| Eurodam von Fort Lauderdale durch den Panamakanal nach San Diego | 14 |
| Norwegian Jade ab Barcelona unter anderem nach Ägypten | 14 |
| Aranui 5 ab Tahini zu den Marquesas Islands | 13 |
| Europa von Nizza nach Barcelona | 13 |
| Veendam von Valparaiso nach Buenos Aires | 13 |
| Oasis of the Seas von Rotterdam nach Fort Lauderdale | 13 |
| Columbus 2 ab Kiel nach Norwegen | 12 |
| Sea Spirit von Reykjavik nach Nordost-Grönland | 12 |
| Oasis of the Seas von Fort Lauderdale nach Barcelona | 12 |
Kleinstes Schiff: Sea Star (Silhouette Cruises, Seychellen) – 18 Passagiere

Größtes Schiff: Icon of the Seas – 5.610 Passagiere

Längste Anreise: Tahiti, zur Aranui 5

Abenteuerlichste Anreise: zur Hanseatic Nature in Chile. In Santiago de Chile haben wir den Anschlussflug nach Puerto Natales – und natürlich war es der letzte Flug an diesem Tag zu diesem kleinen Flughafen. Nach einigen Diskussionen mit der sehr netten und hilfsbereiten Mitarbeiterin von Latam flogen wir stattdessen nach Punta Arenas und fuhren 250 Kilometer Landstraße nach Puerto Natales – wir waren trotzdem pünktlich zum Abendessen dort.

Erniedrigendste Momente: Ja, Mehrzahl, denn es waren viele, viele – die Corona-Tests bei der Einschiffung. Und dennoch gebe ich ganz offen zu: Während der Pandemie hatte ich einige der schönsten Kreuzfahrten, es war eine in jeder Hinsicht verrückte Zeit.

Ungewöhnlichste Reise: mit der AIDAprima von Larnaca nach Cadiz. Das Schiff kann gerade erst aus der Werft in Yokohama, noch war das ganze Schiff eine einzige, große Baustelle. Ich war der einzige Journalist an Bord, auch Passagiere waren natürlich noch nicht dabei. Und formell war ich Crew-Mitglied – das erste und einzige Mal in meinem Leben.

Überraschendster Moment: Als ich auf der Costa Neoriviera den Kochwettbewerb „Costa Chef“ gewann – gegen zwei Italienerinnen und mit eine Jury aus fast nur Italienern. Das kann unerwartet …

Außergewöhnlichster Moment: Ein einziges Mal durfte ich auf einem Kreuzfahrtschiff das Ruder übernehmen: für fünf Minuten auf der World Voyager, mitten in der Pandemie und mit Maske – es gibt den Fotobeweis. Das war übrigens kein Journalisten-Privileg. Alle Passagiere waren eingeladen, die wollten. Erstaunlicherweise wollte außer mir aber niemand.

Anstrengendste Reise (zugleich aber auch eine der schönsten): Passage der Labrador-See mit der Fram bei höchst unangenehmem Seegang. Das war auch das einzige Mal, dass ich so nahe an ausgewachsener Seekrankheit dran war, dass mir buchstäblich grün um die Nase wurde – haben jedenfalls Mitreisende behauptet.

Höchster Seegang: 13 bis 15 Meter hohe Wellen im Randbereich von Hurrikan Earl 2010 im Nordatlantik östlich von Nova Scotia mit der Celebrity Summit. Seitdem weiß ich, dass ein Kreuzfahrtschiff wesentlich mehr aushält als die meisten seiner Passagiere.

Am meisten Glück auf einer Reise: Rückkehr von der Hanseatic Nature aus Chile, nur ein oder zwei Tage bevor die Flughäfen in Südamerika im Wesentlichen ihren Betrieb wegen der Pandemie einstellten. Ich bin also gerade noch ohne Probleme nach Hause gekommen: am 11. März 2020 in München, am 13. März stellte die Kreuzfahrt weltweit ihren Betrieb ein.

Wer jetzt die Kategorie „Schönste Reise“ vermisst: Ich habe lange darüber nachgedacht und werde auch oft danach gefragt, aber ich habe keinen absoluten Favoriten. Ich hatte viele großartige Reisen und kann mich nicht für eine einzige entscheiden. Zu den Favoriten zählen aber unter anderem: Marquesas Islands mit der Aranui 5, Grönland/Kanada mit der Fram, Nordost-Grönland mit der Sea Spirit, Spitzbergen-Umrundung mit der Bremen, Honduras mit der Le Dumont D’Urville, Seychellen mit Silhouette Cruises, Kuba mit der Star Flyer, Atlantik-Überquerung mit der Queen Mary 2, Alaska mit der Hanseatic Spirit, Galapagos mit der Santa Cruz II, Liparische Inseln mit der Rhea von Sailing Classics.

Und je länger ich nachdenke, desto mehr außergewöhnliche und bemerkenswerte Reisen fallen mir ein – durchaus auch auf Massenmarktschiffen, etwa die Taufe der Costa Toscana in Barcelona, Panamakanal mit der Eurodam, Mein Schiff 5 in Neuengland oder AIDAaura im westlichen Mittelmeer, Hawaii mit der Pride of America oder die zwei Atlantik-Überquerungen mit der Oasis of the Seas.

Und jetzt bin ich gespannt, was mich auf der aktuellen Reise mit der Explora I erwartet, und auf den folgenden Kreuzfahrten. Eine ganz besondere steht bereits in einigen Wochen an – aber dazu verrate ich jetzt noch nichts.

Nach 1.000 Tagen an Bord bin ich jedenfalls genauso neugierig und wissbegierig auf Neues geblieben wie am ersten Tag; auf Besonderes, Außergewöhnliches, aber auch die kleinen Veränderungen bei den banalen Dingen des Alltags an Bord von Kreuzfahrtschiffen. Die nächsten 1.000 Tage können kommen …





Hallo Franz,
gratuliere zu diesem Meilenstein!! Wünsche euch noch viel Seetage an Bord, Glück und Gesundheit weiterhin!
Und übrigens sind wir auch etwas stolz, doch einige deiner Reisen mit Dir verbracht zu haben!
Auf die nächsten 1000 Tage !! Bis demnächst.
Schöne Grüße aus der Heimat
„Das war damals im Oktober 2029 der Startschuss für Cruisetricks.de.“ – Das müsste 2009 heissen. :-)
@Christof Nef: Verd…, jetzt habe ich mich verraten. Ich habe herausgefunden, wie das mit den Zeitreisen funktioniert. Nein, ernsthaft: Danke für den Hinweis, ich hab’s korrigiert.
Ich wünsche Dir/Euch noch viele wunderbare Reisen – berufliche wie private – noch besser, wenn man beides verbinden kann.
Ich denke auch, auf jedem Schiff kann man unvergeßliche Erlebnisse haben – man muß sich nur darauf einlassen.
Sicher ist es leichter, auf einem Luxus-Schiff, auf dem die Crew einem jeden Wunsch von den Augen abliest – aber auch auf einem Massenmarktschiff für den kleineren Geldbeutel kann es diese ganz besonderen Momente geben – und sei es das hysterische Lachen mit der Rezeptionsmitarbeiterin, als mein Koffer defekt ankam und ich die Einzelteile des zertrümmerten TSA Schlosses mitbrachte zu Reklamation. Ich legte sie auf den Tisch und die Federchen begannen über die Tresen zu hüpfen. Wir beide guckten drauf und das Lachen platzte aus uns heraus. (und ja – es wurde kulant großzügig reguliert – völlig problemlos und schnell).
Überhaupt – Gelegenheiten, bei denen herzlich gelacht wurde, bleiben meist lange in Erinnerung.
Na herzlichen Glückwunsch zu diesem tollen Jubiläum.
Da bin ich leider weit von entfernt, aber ich arbeite dran ;)
Mast- und Schotbruch
HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH, lieber Kreuzfahrt-Kenner!
Und welch eine Premiere – zu Gast auf der Grandeur. Das sind heute Legenden…
Was ich besonders sympathisch an Dir finde: Obwohl Du ja durch Dein Renommé auf „unbezahlbaren“ Schiffen puren Luxus genießen kannst, bist Du auch immer noch auf einfachen Exemplaren unterwegs. Im letzten Dezember haben wir uns ja knapp auf der netten kleinen alten „MSC Opera“ verpasst…
Alles Gute weiterhin – bleibe uns noch lange mit Deinen interessanten kompetenten Berichten über Freizeit auf See und mehr erhalten!
Dein Royal-Fan
vom Niederrhein
Tolle Übersichten und Einordnungen
GLÜCKWUNSCH
AUF ZU DEN NÄCHSTEN 1000