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Mein Schiff Flow: Alle Details zu TUI Cruises‘ zweitem Intuition-Class-Schiff

Mein Schiff Flow ist das neunte Kreuzfahrtschiff der Flotte und eine fast identische Schwester zur Mein Schiff Relax – aber nur fast, denn ich habe dann doch viele Unterschiede gefunden. Noch vor der Taufe in Triest war ich für einige Tage an Bord und habe mir die Mein Schiff Flow genau angesehen.

Auf den ersten Blick ist die Mein Schiff Flow ein typisches „Mein Schiff“ im gewohnt leichten, hellen und maritimen Design, obwohl TUI Cruises bei den beiden Schiffen der neuen Intuition-Klasse deutlich mehr verändert, als jeweils bei den bisherigen Neubauten. Das zeigt schon die neue Namensgebung, die von der bisherigen Durchnummerierung abweicht, aber auch die Größe des Schiff für knapp 4.000 Passagiere.

Promenade
Promenade

Sucht man auf der Mein Schiff Flow nach Unterschieden zu ihrem Schwesterschiff, muss man genauer hinsehen, wird aber durchaus reichlich fündig. Architektonisch sind die beiden Schiffe identisch, aber optisch fallen viele größere und kleinere Details auf. Und auch sehr praktische Veränderungen gibt es, mit denen TUI Cruises auf das erste Gäste-Feedback von der Mein Schiff Relax reagiert.

Die Veränderungen und Neuerungen auf der Mein Schiff Flow im Überblick

Beleuchtetes Logo am Schornstein: Überraschenderweise war auf der Mein Schiff Relax das große Logo am Schornstein nur aufgemalt und unbeleuchtet. Auch TUI Cruises hat wohl schnell gemerkt, dass das nicht sonderlich attraktiv wirkt und der Mein Schiff Flow wieder ein beleuchtetes Logo spendiert.

Ein neues, drei Meter hohes und zehn Meter breites Gemälde des Künstler Christian Awe ziert eine Wand oberhalb des 25-Meter-Pools.

Pooldeck
Pooldeck

Die Kunst am Pooldeck ist auf der Mein Schiff Flow in Grün- statt Blau-Tönen gehalten, sowohl die kleineren Werke direkt am Pool als auch die große Skulptur unter dem Marcoon-Dach. Letztere war auf meiner Reise schwierig zu fotografieren, weil an der Stelle die Bühnentechnik für die Tauffeier bereits aufgebaut und der Bereich abgesperrt war.

Kunstwerke überall auf der Mein Schiff Flow unterscheiden sich natürlich von denen am Schwesterschiff, stellvertretend sei das Gemälde oberhalb des Infinity-Pools an der Agora genannt.

Agora
Agora

Im Atrium gibt es zum Bedauern vieler keine flauschigen Faultiere mehr. Sie hat TUI Cruises durch filigrane Lampenschirme ersetzt – sehr hübsch, aber weniger emotional als die Faultiere.

In der Captain’s Bar ziert der Kopf einer Kapitänin statt eines Kapitäns das große, maritime Gemälde oberhalb der Bar. Und irgendwie erinnert das Portrait an Kapitänin Kate McCue, früher bei der Schwestermarke Celebrity Cruises, jetzt bei Four Seasons. Zur Captain’s Bar später noch mehr.

Captain's Bar
Captain’s Bar

Bei der Street Art Bar hat TUI Cruises einige zusätzliche Raumteiler für eine gemütlichere Atmosphäre eingefügt und mehr Sitzgruppen platziert, weil das Sushi-Angebot hier besser bei den Passagieren ankommt als erwartet, sodass man mehr Plätze anbietet, wo man da Sushi auch bequem essen kann.

Street Art Bar
Street Art Bar

Das französische Restaurant Sur Mer wurde ebenfalls im Design etwas angepasst und soll jetzt noch stärker den Stil eines typischen Bistros repräsentieren. 

Sur Mer
Sur Mer

Tim Raues Erlebnis-Restaurant Fugu hat auf der Mein Schiff Flow die Küche Singapurs zum Thema (Mein Schiff Relax: Japan). Und es gibt auch ein Kindermenü, empfohlen ab einem Alter von zwölf Jahren. Und ein sehr praktisches Detail sind die Drehstühle an den Tischen, sodass man sich zwischen den Gängen bequemer zu den Video-Wänden drehen kann.

Fugu
Fugu

Für Nicht-Suiten-Passagiere kommt ein neues Spezialitäten-Restaurant hinzu: Das vom Südtiroler Sternekoch Theodor Falser entwickelte Dinner-Menü im X-View-Restaurant kann man nämlich nun auch als Nicht-Suiten-Bewohner buchen.

X-View Restaurant
X-View Restaurant

Im Kids- und Teensbereich und -Programm ist „Finni“ die große Neuerung: Das von verschiedenstem Meeresgetier  inspirierte Maskottchen kommt erstmals auf der Mein Schiff Flow statt dem bisherigen Kapitän Sharky zum Einsatz und gibt mehr Flexibilität, was sie mit diesem Maskottchen alles anbieten kann, weil TUI Cruises nicht wie bei Sharky an Lizenzvereinbarungen gebunden ist. Finni hat unter anderem eine eigene Spielshow, spielt DJ bei der Kinder-Disko oder veranstaltet eine Familien-Schatzsuche. Auch einen eigenen Song soll Finni bekommen.

Finni
Finni

Die Shops am „Neuen Wall“ der Mein Schiff Flow betreibt jetzt Heinemann – am Schwesterschiff ist das noch das amerikanische Unternehmen Starboard. Dadurch hat sich auch die Shop-Aufteilung und das Sortiment verändert, unter anderem mit mehr hochwertigem Schmuck und einer eigenen Logoware-Linie für die Mein Schiff Relax.

Neuer Wall
Neuer Wall

Zu den Veränderungen, bei denen man sehr genau hinsehen muss, um sie wahrzunehmen, gehören leicht angepasste Farben im Treppenhaus: Die Teppiche sind etwas heller, das Wand-Laminat dafür etwas dunkler.

Treppenhaus
Treppenhaus

Farblich verändert präsentiert sich auch die Barista Bar mit neuen Sitzmöbeln, die an Kieselsteinen an einem Strand erinnern sollen – trotzdem übrigens recht bequem sind. Bei der Farbgebung hat die Barista-Bar mit Grüntönen nun mehr Bezug zum Meer.

Barista Kaffeebar
Barista Kaffeebar

Ebenfalls neu auf der Mein Schiff Flow übrigens: Wasserrutschen – allerdings nur als Vintage-Fotos in einer Sitzecke am Pooldeck.

Pooldeck
Pooldeck

Was unterscheidet das Intuition-Class-Schiff Mein Schiff Flow von Mein Schiff 1 bis 7?

Auf der Mein Schiff Flow gibt es am Heck keinen „Diamant“ mehr. Diesen Bereich mit zuzahlungspflichtigen Restaurants und der Diamant Bar hat TUI Cruises komplett aufgelöst. Eine kostenpflichtige Bar gibt es aber weiterhin: die Captain’s Bar ganz vorne auf Deck 16. Sie ist eine großartige Cocktailbar, die schon auf dem Schwesterschiff sofort zu meinem Lieblingsplatz am Schiff geworden ist.

Statt des Diamanten liegt direkt am Heck der Mein Schiff Flow jetzt auf zwei Ebenen das Hauptrestaurant Atlantik. Die drei Spezialitäten-Restaurants, die auf den übrigen Schiffen im Diamant vereint sind, verteilen sich übers ganze Schiff: Das Steakhaus mit dem skandinavischen Namen „Høfde“ liegt auf Deck 16 vorne, Tim Raues Restaurant findet sich mit einem aufwendigen Event-Konzept als Singapur-Restaurant Fugu auf Deck 5 hinten wieder, das alpenländische Restaurant Chalet auf Deck 4 vorne.

Atlantik
Hauptrestaurant Atlantik

Und noch eine deutliche Veränderung: Die Bereiche exklusiv für Suiten-Passagiere hat TUI Cruises auf der Mein Schiff Relax und Flow von ganz vorne nach ganz hinten verlegt und auf mehr Decks ausgeweitet, inklusive nun gleich zweier Restaurants.

X-Lounge
X-Lounge

Neue Wege geht TUI Cruises auf den Intuition-Class-Schiffen auch bei der Namensgebung von Bereichen an Bord und versucht damit, internationaler zu werden. So heißt das Buffet-Restaurant jetzt beispielsweise „Harbour Market“ statt des eher für Insider verständlichen Namens „Anckelmannsplatz“. Die „Hohe Luft Bar“ wurde in „Bar 17“ umgetauft und im Konzept etwas verändert. Und auch andere Bereiche haben neue Namen.

Bar 17
Bar 17

Neu ist auch, dass die Intuition-Class-Schiffe bei Fincantieri in Italien gebaut werden statt alle vorausgegangenen Mein-Schiff-Neubauten bislang bei Meyer Turku. Und die Mein Schiff Flow ist neben der Relax das zweite TUI-Cruises-Kreuzfahrtschiff mit Dual-Fuel-Motoren und LNG als primärem Treibstoff. In der Sommersaison 2026 sollen übrigens sowohl Mein Schiff Relax als auch Mein Schiff Flow relativ klimafreundlich komplett mit Bio-LNG fahren.

Pool- und Sonnendecks mit neuem Ambiente

Am stärksten ins Auge fällt auf der neuen Schiffsklasse der Umbau der Außenbereiche: Die Pool- und Sonnendecks hat TUI Cruises gegenüber den älteren Schiffen der Flotte grundlegend umgestaltet. Geblieben ist allerdings der 25 Meter lange Pool zum Schwimmen.

„Marcoon“-Dach über dem Hauptpooldeck

Über einem Teil des Pooldecks spannt sich eine durchsichtige Dachkonstruktion in Geflecht-Optik, das sogenannte „Marcoon“-Dach. Es weckt entfernte Assoziationen an die Foliendächer über den Pools der großen AIDA-Schiffe, fällt auf der Mein Schiff Flow aber wesentlich filigraner und eleganter aus und bleibt rundherum seitlich offen.

Pooldeck
Pooldeck

Geblieben ist auch die lange Jogging-Bahn mit einer Steigung beziehungsweise einem Gefälle von bis zu 8,5 Prozent. Sie quert brückenartig das vordere Ende des Pools und verläuft dabei streckenweise unter dem Foliendach hindurch, streckenweise an den Liegestuhl-Terrassen vorbei.

Agora-Deck mit Infinity-Pool und Video-Wand

Hinter dem Schornstein liegt der zweite Teil des Pooldecks, terrassenförmig über mehrere Ebenen abgestuft. Integriert ist dort ein recht großer Infinity-Pool, der allerdings nicht zum Meer hin ausgerichtet ist, sondern eine Glaswand zum Sonnendeck hat.

Agora
Agora

Das früher seitlich umlaufende Sonnendeck oberhalb der Pool-Ebene ist im Bereich des Agora-/Infinity-Pools weggefallen. Optisch öffnet sich das Deck dadurch zum Meer. Die geringere Zahl an Schattenplätzen, die sich daraus ergibt, gleich TUI Cruises nach entsprechenden Kunden-Feedback von der Mein Schiff Relax nun mit großen Sonnenschirmen aus.

Agora
Agora

Auffallend ist die asymmetrische Gestaltung des Agora-Pooldecks: Auf der Backbordseite liegt ein erhöhtes Sonnendeck, während steuerbord der Blick direkt aufs Meer hinausgeht. Eine vergleichbare Ausrichtung kennt man bislang nur von den Edge-Class-Schiffen von Celebrity sowie von der Silver Nova und der Silver Ray von Silversea. Auf der Mein Schiff Flow ist das allerdings zugunsten zusätzlicher Halbschatten-Plätze nicht so konsequent umgesetzt wir dort: Eine Pergola-Konstruktion unterbricht den freien Blick aufs Meer seitlich.

Agora
Agora

Zugleich verfügt der Agora-Bereich über eine Bühne und eine Video-Leinwand, die nach vorne und nicht zur Seite ausgerichtet sind, was dem Deck das Ambiente eines gemütlichen Open-Air-Kinos verleiht.

Mistral-Deck: Lounge-Zone ganz vorne oben

Ganz vorne oben am Sonnendeck haben die Intuition-Class-Schiffe eine neue „Wohlfühlzone“ bekommen. Ihr Kern ist ein Lounge-artiger Bereich, der auch für Gymnastik, Stretching und Yoga genutzt wird.

Ebenfalls neu ist dort die Fass-Sauna mit Glasfront und Blick aufs Meer. Mit fünf Plätzen fällt sie allerdings relativ klein aus, und kostenfrei ist sie auch nicht.

„Bar 17“ am Heck ersetzt die Außenalster-Bar

Weil die X-Bereiche für Suiten-Passagiere ans Heck gewandert sind, unterscheidet sich die Mein Schiff Flow hier von den früheren Schiffen: Im Heckbereich auf Deck 16 liegen nun das X-View-Restaurant und das X-Sonnendeck. Die Außenalster-Bar existiert in ihrer bisherigen Form nicht mehr.

Bar 17
Bar 17

An ihre Stelle beziehungsweise an die der bisherigen Hohe-Luft-Bar tritt die größere Bar 17, dem Namen entsprechend auf Deck 17 am Heck gelegen. Anders als zuletzt auf der Mein Schiff 7 öffnet sich hier wieder ein freier Blick nach achtern, denn die Joggingbahn hat TUI Cruises weiter nach vorne verlegt.

Restaurants: Neues und Bewährtes in neuem Design

Einen Blick seitlich und nach hinten aufs Meer gab es bei TUI Cruises bislang nur in den zuzahlungspflichtigen Spezialitäten-Restaurants. Auf der Intuition-Class bietet ihn nun das Hauptrestaurant Atlantik: Es erstreckt sich weiterhin über zwei Ebenen, ist aber ganz ans Heck gerückt, dorthin, wo auf den älteren Schiffen der Diamant-Bereich angesiedelt ist.

Atlantik
Atlantik

Am schönsten ist der hufeisenförmig nach hinten ausgerichtete, über beide Ebenen offene Bereich. Das Atlantik bekommt dadurch insgesamt viel mehr Tageslicht, mehr Fensterplätze und einen weiten Blick nach draußen aufs Meer. Darauf zu warten lohnt sich auch dann, wenn gerade nur die weniger attraktiven Plätze näher am Eingang frei sein sollten.

Atlantik
Atlantik

Hinzugekommen ist auf Deck 4 die langgestreckte, große Atlantik-Bar im Eingangsbereich des Atlantik-Restaurants. Geöffnet hat sie bereits am Vormittag, gedacht ist sie aber besonders für Aperitif oder Digestif, etwa um die Wartezeit zu überbrücken, bis ein Tisch frei wird.

Atlantik-Bar
Atlantik-Bar

Beim Frühstück bleibt es bei der bekannten Aufteilung: Auf der unteren Ebene gibt es ein Buffet, im oberen Bereich auf Deck 5 bestellt man à la carte.

Buffet-Restaurant „Harbour Market“

Am Konzept des Buffet-Restaurants hat TUI Cruises kaum etwas geändert, wohl aber, auch der Mein Schiff Relax, am Namen: Es heißt jetzt „Harbour Market“ statt Anckelmannsplatz. Besonders positiv fällt der großzügige Umgang mit Platz auf: Vor den einzelnen Buffet-Stationen bleibt so viel Raum, dass selbst zu Stoßzeiten kaum Gedränge entstehen dürfte.

Harbour Market Buffet
Harbour Market Buffet

Neu auf der Mein Schiff Flow und Relax sind Stationen für Pizza und Poke-Bowls, das „New Delhi“ mit indischen Gerichten sowie eine Theke mit Fischspezialitäten. Die beliebte Wok-Station hat die Neuerungen ebenso überdauert wie das frische Artisan-Brot aus der Bordbäckerei, auch wenn die Backstube als eigener, etwas abgetrennter Bereich so nicht mehr existiert.

„Mein Schiff Bistro“ rund um die Uhr und „Mein Schiff Bar“

Aus dem 24-Stunden-Restaurant „Tag & Nacht“ ist das „Mein Schiff Bistro“ geworden, mit einer etwas anderen Struktur, deutlich gemütlicher und zum Atrium hin geöffnet.

Mein Schiff Bistro
Mein Schiff Bistro

Auf der gegenüberliegenden Seite des Atriums liegt die „Mein Schiff Bar“, die frühere „TUI Bar“.

„Sur Mer“ und „Dionysos“: im Reisepreis inklusive

Rund um das Atrium auf Deck 5 sind, wie schon auf der Relax, zwei Restaurants mit Bedienung am Tisch hinzugekommen: das französische Bistro „Sur Mer“ und die griechische Taverne „Dionysos“. In beiden sind sämtliche Speisen im Reisepreis enthalten; aufpreispflichtige Gerichte stehen nicht auf der Karte.

Beide Restaurants verfügen außerdem über Sitzplätze im Freien am Promenadendeck. Entfallen ist dafür auf den Intuition-Class-Schiffen das Bistro „Ganz schön gesund“.

„Sur Mer Bistro“

Pariser Caféhaus-Flair will das Sur Mer Bistro an Bord bringen. Es öffnet bereits zum Frühstück, frisch gebackene, duftige Croissants inklusive. Mittags und abends stehen beispielsweise traditioneller Coq au Vin oder Boeuf Bourguignon auf der Karte.

Sur Mer
Sur Mer

„Taverna Dionysos“

Die Taverna Dionysos ist ein klassisches griechisches Restaurant samt maritimem Design in Blau und Weiß, mit Gyros, Bifteki, Tzatziki und Ouzo. Bei den Mein-Schiff-Gästen kommt das Konzept so gut an, dass man am ehesten etwas abseits der Stoßzeiten einen Tisch bekommt. Inzwischen hat TUI Cruises die Öffnungszeiten verlängert. Man habe aber bewußt darauf verzichtet, mit Reservierungen zu arbeiten, sagt TUI Cruises, um den entspannten Tavernen-Charakter des Dionysos zu erhalten.

Dionysos
Dionysos

Osteria: Pizza und Pasta

Auf Deck 16 vorne findet sich nach wie vor die Osteria mit Pizza- und Pasta-Gerichten. Sie bleibt beim bekannten Prinzip eines inkludierten Restaurants, das optional auch aufpreispflichtige Gerichte anbietet.

Zwei Pool-Bistros mit Snacks und leichten Gerichten

Den Döner vom Bosporus Grill gibt es nicht mehr. Am Pool stehen stattdessen das „Pane e Sole Bistro“ mit leichten Speisen, auch mal Sandwiches oder einem Obstsalat, sowie das Pool Bistro mit einer Auswahl internationaler Teigtaschen-Variationen bereit.

Drei Spezialitäten-Restaurants gegen Aufpreis

Aber auch drei zuzahlungspflichtige Restaurants gibt es auf der Mein Schiff Flow wieder. Im Konzept orientieren sie sich teils an Bekanntem, teils sind diese Restaurants mit der Mein Schiff Flow und Relax ganz neu in die Flotte gekommen. Und weil der Diamant-Bereich entfallen ist, verteilen sie sich über das Schiff, statt an einem Ort gebündelt zu sein.

Steakhaus „Høfde“ mit dänisch-skandinavischem Hygge-Gefühl

Aus dem Steakhaus „Surf & Turf“ der Mein Schiff 1 bis 7 ist auf der Mein Schiff Flow das „Høfde“ geworden, das mit skandinavischem Design das dänische „Hygge“-Gefühl vermitteln soll. Das gelingt sehr gut: Das Høfde ist auf eine moderne Weise sehr gemütlich und strahlt Wärme aus, ohne das sonst oft sehr Klischeehafte eines Steakhauses zu bemühen.

Höfde
Höfde

Gelegen ist das Høfde attraktiv auf Deck 16 vorne, nahe der neuen Captain’s Bar. Neu ist, dass hier auch Frühstück (wie früher im Diamant, für 8,50 Euro) und Mittagessen serviert wird.

Alpenländisches „Chalet“-Restaurant mit Inklusive-Bar

Im weitläufig und großzügig wirkenden „Chalet“ sorgen Jodel- und bayerisch-österreichische Schunkel- oder auch mal Wiener Walzer-Musik im Hintergrund sowie ein künstliches Kaminfeuer für alpenländische Chalet-Atmosphäre.

Chalet
Chalet

Das Restaurant fügt sich auf Deck 4 in die Einkaufspassage Neuer Wall ein, vergleichbar mit der Stelle, an der die Mein Schiff 7 das Café Central hat, wenn auch ein Deck höher. Im Chalet gibt es Mittag- und Abendessen.

Das Neue steckt im Konzept: Zu dem bei den Speisen kostenpflichtigen Restaurant gehört eine Bar, an der die Getränke im Reisepreis enthalten sind. Deshalb sind auch im Chalet-Restaurant selbst die Getränke inklusive, anders als in den übrigen zuzahlungspflichtigen Spezialitäten-Restaurants.

Singapur-Event-Restaurant „Fugu“ von Tim Raue

Mit dem Erlebnis-Restaurant „Fugu“ ist Sternekoch Tim Raue auch auf der Mein Schiff Flow wieder mit einem eigenen Restaurant vertreten. War das Thema auf dem dem Schwesterschiff noch Japan, widmet sich Tim Raue auf der Mein Schiff Flow nun der faszinierenden und vielfältigen Lebensart und Kulinarik Singapurs. Das Fugu lebt von einerseits modernem und minimalistischem Design und andererseits einem digitalen Virtual-Reality-Erlebnis in Form von Videoprojektionen an nahezu sämtlichen Wänden des Raums. Etwas in dieser Form gibt es, abgesehen von der Mein Schiff Relax, anderswo bislang nicht.

Fugu
Fugu

Tim Raue führt als virtueller Conférencier und Geschichtenerzähler durch das Fünf-Gänge-Menü. Auf bodentiefen Video-Wänden entführt er seine Gäste mit wunderschönen, immer wieder überraschenden Animations- und Video-Szenen und Musik in die Welt der verschiedenen Kulturen und Kulinarik-Welten Singapurs.

Fugu
Fugu

Insgesamt zwölf nahezu unsichtbare Mini-Beamer mit weitwinkligen Speziallinsen und einem ausgeklügeltes Stabilisierungssystem zum Ausgleich der Schiffsvibrationen kommen hier zum Einsatz, weil großflächige LED-Wände zu viel Energie fressen und den Raum aufheizen würden.

Fugu
Fugu

Für mich ganz persönlich ist die Singapur-Variante des Fugu auf der Mein Schiff Flow noch einmal eine Steigerung zur Relax, vor allem, weil in Singapur eine faszinierende Vielfalt an Aromen ganz unterschiedlicher asiatischer Kulturen zusammenkommt und Tin Raue es großartig gelingt, das nicht nur auf den Teller zu bringen, sondern auch – mit fast schon missionarischem Pathos – die zugehörigen Emotionen vermittelt.

Der Preis von 119 Euro pro Person wirkt auf den ersten Blick recht hoch, tatsächlich ist das Fugu aber fast schon ein Schnäppchen. Das Essen ist exzellent, und wer die Tim-Raue-Restaurants auf anderen TUI-Cruises-Schiffen kennt, erlebt hier kulinarisch noch einmal deutlich Besseres. Eine hervorragende Weinbegleitung ist in dem Preis bereits enthalten. Von mir gibt’s dafür eine sehr klare Empfehlung: Es wäre richtig schade, wenn man das verpasst.

Lichtdurchflutetes Atrium als Zentrum des Schiffs

Das Atrium gehört zu den Bereichen, die sich auf den Intuition-Class-Schiffen am auffälligsten verändert haben und zugleich weiter vertraut wirken. Für die Mein Schiff Flow hat TUI Cruises die Optik gegenüber der Relax noch einmal etwas angepasst: Die Farbgebung der Barista-Bar ist heller und maritimer geworden und wie bereits erwähnt sind die Faultiere an der Treppe nicht mehr da.

Atrium
Atrium

Der Grundcharakter ist geblieben: Das Atrium ist lichtdurchflutet, durch die großen Glasflächen blickt man von überall seitlich aufs Meer, und durch die teilweise Glasüberdachung fällt Tageslicht bis hinunter in die Leselounge und die Barista-Bar.

Atrium
Atrium

Seitlich des eigentlichen Atriums öffnen sich an den großen Fensterfronten jeweils weitere, große Durchbrüche in den Decks. In der griechischen Taverne, dem französischen Bistro und an der Mein-Schiff-Bar entstehen so viele Plätze an der Glasbalustrade mit Blick nach oben und unten.

Mit den Bars und Restaurants rundherum ist das Atrium ein lebendiges und dennoch entspanntes Zentrum des Schiffs, ergänzt um eine Lichtinstallation an der Decke, die an die Umlaufbahnen der Planeten erinnert.

Atrium
Atrium

Auf der Ebene der Mein Schiff Bar, zum Landausflugs-Bereich hin, gibt es einen neuartigen Sitzbereich mit Pollern und Sitzkissen auf einer etwas erhöhten, bühnenartigen Fläche, die sich gut zum zwanglos-entspannten Abhängen, Lesen oder als Treffpunkt eignet.

Captain’s Bar am Bug statt Diamant Bar am Heck

Die Rolle der bisherigen Diamant-Bar übernimmt auf der Mein Schiff Flow die Captain’s Bar ganz vorne oben am Schiff. Die Getränke sind hier also nicht im All-inklusive-Reisepreis enthalten; die außergewöhnlichen Cocktails kosten mit 11,90 Euro (alkoholfrei 9,90 Euro) aber einen sehr fairen Preis. Außerdem bietet TUI Cruises ein tageweise buchbares Captain’s-Bar-Paket für 69 Euro an, das alle Getränke außer Champagner enthält.

Captain's Bar
Captain’s Bar

Entwickelt hat die besonderen Cocktails Linh Nguyen, als „Lady Amarena World 2022“ die beste Barkeeperin der Welt jenes Jahres. Die Drinks sind teils spektakulär gestaltet, so wird etwa der „Elisabeth Swan“ in einer kleinen Badewanne inklusive Entchen und Badeschaum serviert, der „Captain Jack“ mit reichlich Rauch in einer kleinen Schatzkiste oder der alkoholfreie „Samurai“ als Kombination aus einem auf Jasmintee basierenden Drink mit Melone und knusprigem Speck.

Fun Fact: Linh Nguyen trinkt selbst keinen Alkohol (außer zum Entwickeln und Abschmecken der Cocktails), weswegen auch die vier alkoholfreien Cocktails ganz großartig sind.

Captain's Bar, Linh Nguyen
Captain’s Bar, Linh Nguyen

Und ich bin auch nicht der einzige, der findet, dass das Portrait der Kapitänin über der Captain‘s Bar an Captain Kate McCue (ex Celebrity Cruises, jetzt Four Seasons) ähnelt. Linh Nguyen erzählte mir, das sei das Erste, was ihr aufgefallen sei, als sie das Gemälde gesehen habe.

Captain's Bar
Captain’s Bar

Jedenfalls zählt für mich persönlich diese Bar zu den Highlights der Mein Schiff Flow. Oberhalb der Brücke, in dem zwei Decks hohen Raum mit großflächiger Glasfront, öffnet sich ein weiter Blick nach vorne aufs Meer. Und weil ich kreative Cocktails mag und es genieße, mich von fachkundigen Barkeepern beraten und unterhalten zu lassen, ist die Captain’s Bar in dieser Kombination für mich eine der besten Bars auf Kreuzfahrtschiffen überhaupt.

Neue und veränderte Bars auf der Intuition Class und der Mein Schiff Flow

Die veränderte Struktur der Intuition-Class-Schiffe bringt auch auf der Mein Schiff Flow neue oder anders gestaltete Bars mit sich. Weggefallen sind dagegen insbesondere die Schau Bar und der Champagner Treff.

Bar 17: Ganz hinten auf Deck 17 entspricht sie einer Kombination aus Hohe Luft Bar und der bisherigen Außenalster-Bar. Vom Ambiente her, mit gemütlichen Lounge-Möbeln, erinnert die Bar 17 eher an die elegante Hohe Luft Bar.

Street Art Bar: Gegenüber dem Fugu-Eventrestaurant gelegen, wirkt sie ein wenig wie ein verfallenes Industrie-Viertel, das Graffiti-Sprayer übernommen haben. Abends gibt es hier rockige Live-Musik und wer eine Kleinigkeit essen will auch eine kleine Sushi-Karte (gegen Aufpreis, ab 3,50 Euro).

Mistral Bar: Oben auf Deck 19 vorne, als Teil der neuen „Wohlfühlzone“.

„Pane e Sole“-Bar: Überdacht am Sonnendeck auf Deck 17, aber mit dem Gefühl, im Freien zu sitzen, bietet sie Strandbar-Atmosphäre in direkter Nachbarschaft zum „Pane e Sole“-Bistro.

Drei Bars am Pool: Neu hinzugekommen ist die Agora Bar beim Infinity-Pool des Pooldecks. Am 25-Meter-Hauptpool bleiben die klassische Pool-Bar sowie die Eisbar mit (kostenloser) Eiscreme der Marke Bruno Gelato sowie Softeis erhalten.

Blaue Flora Bar: Auf Deck 4 ist sie quasi die Theater-Bar und so etwas wie das Äquivalent zum Klanghaus, ebenfalls mit Bühne und Theaterbestuhlung, allerdings viel stärker mit der Bar integriert.

D4 – Club & Lounge: In der Nähe des Theaters gelegen, eine Entsprechung zur Abtanz-Bar und tagsüber eine Location für die Teenager an Bord.

Mein Schiff Bar: Im Atrium auf Deck 4, sie entspricht der bisherigen TUI Bar mit virtueller Band auf viel großen, senkrechten Displays vor einem gemütlichen, ein wenig orientalische anmutenden Sitzgruppen-Bereich.

Barista-Bar und Lese-Lounge: Beide gibt es weiterhin, im Atrium auf der Ebene der Rezeption auf Deck 3.

Atlantik-Bar: Die bereits erwähnte, neue Bar am Hauptrestaurant Atlantik auf Deck 4.

Casino & Lounge: Behält das bekannte Konzept aus Bar, Raucher-Salon und Spielkasino, auf Deck 5 gleich beim Theater.

Captain’s Bar: Die neue Exklusiv-Bar auf Deck 16 ganz vorne, oben bereits ausführlich vorgestellt.

Der neue „Entertainment-Distrikt“

Den Bereich rund um das Theater vorne auf den Decks 4 und 5 beschreibt man am treffendsten als „Entertainment-Distrikt“: Ganz vorne liegt das Theater mit seiner neuartigen, sechseckigen Architektur, die die Shows näher ans Publikum rückt. Die Stühle und auch der Catwalk-Teil der Bühne in der Mitte des Theaters können flexibel entfernt werden, was den Raum auch tagsüber multifunktional nutzbar macht.

Auf Deck 5 schließen sich an das Theater die Casino & Lounge und das neue Burlesque-Theater La Cage an. Auf Deck 4 folgen gleich hinter dem Theater die D4 Club & Lounge und die „Blaue Flora Bar“.

Burlesque-Shows im „La Cage“

Das relativ kleine und dadurch heimelige La Cage kombiniert eine Bar mit einer Showbühne und huldigt der Burlesque-Kunst aus deren Blütezeiten im New York der 1920er-Jahre.

La Cage
La Cage

La Cage versteht sich ausdrücklich als Erwachsenenunterhaltung und soll bewusst frivol die Grenzen dessen überschreiten, was man sonst aus den großen Shows im Theater gewohnt ist.

Auf der Mein Schiff Relax hatte diese Show bei mir ein etwas zwiespältiges Gefühl zurückgelassen, was auch die neue Show „Floating on the Ritz“ auf der Mein Schiff Flow nicht ganz auflösen kann, auch wenn ich sie in weiten Teilen nun eleganter und glamouröser finde als noch auf der Relax.

La Cage
La Cage

Artistisch und künstlerisch überzeugt die Show, und die Besetzung mit den vier „Glam Girls“ sowie einem Tanzpaar ist hochkarätig, mit Tänzerinnen unter anderem aus dem Ensemble des Berliner Friedrichstadt-Palasts.

Durchs Programm führt der Travestie-Künstler Gisela Kloppke, der auch einige eigene Gesangsnummern beisteuert, mit einer sehr schönen Stimme und beispielweise einer hinreißend schönen Interpretation von „As Time Goes By“. Für meinen persönlichen Geschmack dann aber teils viel zu platte du triviale Zwischenmoderationen machen das aber leider schnell wieder zunichte.

La Cage
La Cage

Gefehlt hat mir persönlich erneut die kulturelle und geschichtliche Einordnung der Burlesque-Kunstform der 1920er-Jahre, die zu dieser Zeit eine ganz andere Bedeutung hatte, als sie heute wirkt. Ohne diesen einordnenden Kontext macht sie auf mich einen etwas aus der Zeit gefallenen Eindruck.

Der Eintritt zur Burlesque-Show im La Cage kostet übrigens 39 Euro pro Person. Dafür mixt die Bar auch Inklusive-Cocktails, sodass über Getränke nicht automatisch noch weitere Kosten entstehen.

Kabinen: mehr Balkone, auch für Alleinreisende

Mit 85 Prozent liegt der Anteil der Balkonkabinen auf der Mein Schiff Flow höher als bei den bisherigen TUI-Cruises-Schiffsklassen. Und nachdem TUI Cruises mit der Mein Schiff 7 bereits Innen- und Außenkabinen für Alleinreisende eingeführt hatte, kommen nun Einzelkabinen mit Balkon hinzu: elf Quadratmeter groß, im vorderen Teil des Schiffs gelegen und mit dem Bett zum Balkon und damit zum Meer hin ausgerichtet.

Die Einzel-Balkonkabinen wirken sehr großzügig und bieten richtig viel Platz. Interessanterweise haben die Innen-Einzelkabinen eigentlich die gleiche Fläche, wirken durch das fehlende Fenster aber optisch kleiner. Insgesamt verfügt die Mein Schiff Flow über zehn Einzel-Balkonkabinen, neun Einzel-Außenkabinen und sieben Einzel-Innenkabinen.

Ebenfalls relativ neu ist die Raucher-Regelung: Auf etwa einem Drittel der Kabinen-Balkone im vorderen Teil des Schiffs ist das Rauchen verboten, auf den Balkonen der übrigen Kabinen weiterhin erlaubt.

Gehalten ist das Kabinendesign in gedeckten Erdfarbtönen, kombiniert mit einzelnen, kräftigeren Farbakzenten. Insgesamt wirkt das Design schlichter und weniger verspielt als bisher.

Balkonkabine 11185
Balkonkabine 11185

Fürs Badezimmer hat sich TUI Cruises eine Raumaufteilung einfallen lassen, die recht großzügig wirkt. Vor allem die Duschkabine ist auch tatsächlich größer ausgefallen.

Balkonkabine 11185
Balkonkabine 11185

Zwiespältig fällt dagegen mein Urteil zur Abdunkelung der Kabine in der Nacht aus. Wer gerne im Dunkeln schläft, freut sich zwar, dass das automatisch aktive Nachtlicht im Badezimmer entfallen ist, das bei den Schiffen früherer Klassen unter der Türritze hindurchscheint. Der Vorhang zum Balkon hat zudem seitlich Magnete, um ihn an der Wand zu fixieren und so Lichteinfall weitgehend zu verhindern. Dafür ist der Vorhang aber nicht gänzlich lichtdicht, was vor allem bei frühem Sonnenaufgang im Sommer deutlich auffällt.

Balkonkabine 11185
Balkonkabine 11185

Für manche ein entscheidendes Highlight: Die Klimaanlage lässt sich komplett ausschalten. Bei Temperaturwechseln bläst sie allerdings auch sehr kräftig, um die neu eingestellte Temperatur schnell zu erreichen. Ein wichtiges Detail sind außerdem die USB-C-Steckdosen auf beiden Seiten des Betts; man muss sie nur erst einmal seitlich an der Leselampe finden.

Stauraum bieten die Kabinen ausreichend, vor allem auch durch die Regalschränke über dem Bett. Der Hängebereich im Schrank ist hoch genug, dass Hosen unten nicht am Boden aufstoßen, und eine herunterklappbare Kleiderstange auf halber Höhe schafft zusätzlichen Hängeplatz für Hemden und Blusen.

Suiten-Bereich am Heck der Mein Schiff Flow

Gänzlich neu strukturiert hat TUI Cruises auf der Intuition-Class die exklusiven Bereiche für Suiten-Passagiere (ab Kategorie Junior-Suite). X-Lounge und X-Sonnendeck fanden sich auf den bisherigen Schiffen ganz vorne oben. Auf den Intuition-Class-Schiffen finden sich diese Bereiche nun am Heck, verteilt auf die Decks 6 und 7 sowie Deck 16. Ein großer Teil des Hecks gehört damit den Suiten-Passagieren, mit Ausnahme des Atlantik-Restaurants sowie der Bar 17 ganz oben.

Die X-Lounge liegt auf der Mein Schiff Flow auf Deck 7.

X-Lounge
X-Lounge

Ein Deck tiefer findet sich mit dem X-Coast eines der beiden Suiten-Restaurants, im Beachclub-Stil gehalten und mit Innen- wie Außenbereich.

Das zweite Suiten-Restaurant, das X-View mit bodentiefer Glasfront, liegt auf Deck 16 auf der Steuerbordseite am Heck und ist sehr hell in einer Art Yachtclub-Stil eingerichtet. Mit dem X-View ergänzt TUI Cruises das bekannte, kostenfreie Dinner in der X-Lounge um ein zuzahlungspflichtiges Spezialitätenrestaurant – auf der Mein Schiff Flow zum gleichen Preis übrigens auch für Nicht-Suiten-Passagiere reservierbar. Sowohl Essen als auch Getränke kosten hier extra (a-la-carte-Preise). Dafür wurde die Speisekarte immerhin vom Südtiroler Sternekoch Theodor Falser entwickelt.

Den Heckbereich selbst belegt das X-Sundeck mit eigener Bar, Whirlpool und sogar einigen Sonnenliegen in einem knöcheltiefen Wasser-Bereich. Auf der Backbordseite kommt mit der X-Bar im Freien eine weitere Bar für Suiten-Passagiere hinzu, zusätzlich zur X-Lounge auf Deck 7.

Das X-Coast-Restaurant übernimmt das bisherige X-Lounge-Konzept: Das Abendessen ist im Reisepreis enthalten, Getränke müssen aber, anders als tagsüber, bezahlt werden. Die X-Lounge bleibt dadurch auch abends eine Lounge und damit zugänglich, während ein Deck tiefer im X-Coast das (kostenpflichtige) Dinner serviert wird.

Abends sind Getränke jedoch in allen X-Bereichen kostenpflichtig; Frühstück und Lunch vom Buffet sind dagegen in beiden Restaurants inklusive, ebenso wie tagsüber die Getränke samt Champagner.

Wellness und Spa auf einem Deck

Waren auf der Mein Schiff 1, 2 und 7 das Spa und die Saunabereiche vorne über die beiden Decks 11 und 12 ausgedehnt, fasst TUI Cruises sie auf der Intuition-Class wieder auf einem Deck in einem großen, gemeinsamen Bereich zusammen.

Dort, wo auf den vorausgegangenen Schiffen der Saunabereich mit Blick nach vorne lag, befindet sich nun die neue Captain’s Bar. Die Saunalandschaft weicht deshalb ein Deck tiefer zur Seite aus, behält aber den gewohnten Meerblick.

Im Spa selbst sticht, wie schon auf der Relax, vor allem die Kältekammer als recht spektakuläre Neuheit heraus: Kryotherapie-Anwendungen bei Temperaturen von bis zu minus 110 Grad sollen bei Regeneration, Gewichtsreduktion oder der Verbesserung der Hautstruktur unterstützen. Drei Minuten freiwilliges frieren in der eisigen Kälte kosten 15 Euro.

Sport und Wellness: Mistral-Deck und Fass-Sauna

Auf den Decks 17, 18 und 19 hat TUI Cruises eine neue „Wohlfühlzone“ geschaffen, die Sport, Gesundheit und Wellness gewidmet ist, und dafür die Sport-Arena mit dem Kursraum und dem neuen Mistral-Deck kombiniert. Ganz oben am Mistral-Deck gibt es eine Fläche mit weicherem Bodenbelag für Workouts wie Gymnastik, Stretching oder Yoga.

Schön gelegen ist dort die Fass-Sauna mit Panoramafenster aufs Meer und fünf Plätzen. Anders als der Saunabereich im Spa kostet sie extra: Die Reservierung für eine Stunde kostet 15 Euro, für zwei Stunden 25 Euro.

Mistral Bar
Mistral Bar

Eine eigene Bar hat das Mistral-Deck ebenfalls.

Bereiche für Kinder und Teenager

In bewährter Form gibt es auf der Mein Schiff Flow den Baby-Raum „Nest“ und den Kids-Club „Insel der Seeräuber“ (Alter 3 bis 11), am Pooldeck 17 vorne an der Backbordseite gleich bei der Sport-Arena. Ganz in der Nähe finden sich auch die Wasserspiele sowie die Eisbar.

Kids & Teens
Kids & Teens

Verzichtet hat TUI Cruises auf der Mein Schiff Flow und Relax dagegen auf den Teens-Club „Sturmfrei“ und den „Spielplatz“ mit Video-Games. Für Teenager gibt es stattdessen sogenannte Teen-Treffs mit Betreuung, beispielsweise im D4 Club & Lounge, an Seetagen auch mal in einem dann für diesen Zweck umgebauten Boarding-Bereich auf Deck 2.

Neu im Kinderbereich ist auf der Mein Schiff Flow das eingangs bereits erwähnte Maskottchen Finni. Das wird es vorerst ausschließlich auf diesem Schiff geben, allerdings ist wohl bei Erfolg eine Übernahme auch für die übrigen Schiffe geplant.

Technik, Antrieb und Umwelt

Drei wesentliche technische Neuerungen bringen die Intuition-Class-Schiffe Mein Schiff Flow und Mein Schiff Relax mit: LNG als Treibstoff, Azipods für den Antrieb und ein neues, hochintegriertes Brückensystem.

Beim Treibstoff geht TUI Cruises damit einen anderen Weg als bei der Mein Schiff 7, die für den späteren Einsatz von Methanol vorbereitet ist. Die Dual-Fuel-Motoren der Mein Schiff Flow können sowohl mit Marinediesel (MGO) als auch mit LNG betrieben werden, wobei LNG der Standard-Treibstoff für dieses Schiff ist.

Heck
Heck

Die Mein Schiff Flow soll durchgehend mit dem relativ umweltfreundlichen LNG fahren, mit der Perspektive, später auf synthetisch erzeugtes e-LNG oder Bio-LNG umzustellen, sobald diese Treibstoffe in den benötigten Mengen verfügbar und bezahlbar sind. Für die Sommersaison 2026 hat TUI Cruises den durchgehenden Einsatz von Bio-LNG für die Mein Schiff Relax und Flow bereits vorgesehen. Damit lassen sich dann auch die Emission von Treibhausgasen aus fossilen Quellen drastisch reduzieren. SCR-Katalysatoren senken die Stickoxid-Emissionen laut TUI Cruises auf das Niveau der Euro-6-Norm. Landstromfähig ist die Mein Schiff Flow ohnehin.

Erstmals in der Mein-Schiff-Flotte erfolgt der Antrieb bei der Intuition-Class über zwei Azipods statt über feststehende Propeller. Beide Systeme haben ihre Vor- und Nachteile; international haben sich die Pods vor allem bei den großen Schiffen als Standard durchgesetzt, weil sie eine bessere Manövrierbarkeit mit sich bringen.

Kapitän Jan Gustaf Rautawaara
Kapitän Jan Gustaf Rautawaara

Bei der Müllverwertung setzt die Mein Schiff Flow wieder ein bei TUI Cruises seit der Relax neues System: Organische Abfälle werden im sogenannten „HydroTreat“-Verfahren thermisch zerkleinert und können anschließend als kohleähnliches Material („BioChar“) an Land verwendet werden, beispielsweise zur Bodenverbesserung oder als Futterzusatz in der Landwirtschaft. Die flüssigen Anteile werden abgetrennt und über die schiffseigene Kläranlage aufbereitet. Ähnliche Techniken kommen in der Kreuzfahrt inzwischen auch bei anderen Reedereien immer häufiger zum Einsatz.

Brücke
Brücke

Für Passagiere lediglich bei einer Brückenführung sichtbar ist das neue „SeaQ“-Brückensystem des inzwischen zu Fincantieri gehörenden, norwegischen Herstellers Vard: Die Offiziere können sämtliche verfügbaren Informationen und Steuerungen auf jedem Bildschirm der Brücke beliebig aufrufen und individuell zusammenstellen, sodass jede Konsole Zugriff auf alle Systeme bietet.

Mein persönliches Fazit zur Mein Schiff Flow

Die neue Schiffsklasse hat nicht bei allen Mein-Schiff-Fans ungeteilte Freude ausgelöst – manchen ist sind Schiffe wie die Mein Schiff Flow zu groß. Doch obwohl die Mein Schiff Flow mit Blick auf die Tonnage fast 40 Prozent größer ist als die Mein Schiff 7 und 60 Prozent größer als Mein Schiff 3 bis 6, ist sie doch unverkennbar eine „Mein Schiff“ geblieben, die sich ganz ähnlich anfühlt wie die kleineren. Denn die höhere Passagierzahl wird ja durch entsprechend mehr Raum in den öffentlichen Bereichen ausgeglichen.

Mein Schiff Flow
Mein Schiff Flow

Was man beim zweiten Schiff einer Baureihe, das so kurz nach dem ersten kommt, nicht erwarten kann, sind größere, strukturelle Veränderungen. An Bord habe ich ein paar Stimmen gehört wie „TUI Cruises hat nicht auf die Kritik von Kunden reagiert“, ebenso übrigens wie zufriedene Stimmen, die sich über Detailanpassungen und Optimierungen freuen.

Taufpatinnen Annabelle, Karin, Julia
Taufpatinnen Annabelle, Karin, Julia

Wenn bei Indienststellung des ersten Schiffs die Planung für das zweite schon abgeschlossen ist und der Bau begonnen hat, kann man aber auch nicht mal schnell noch Wände versetzen und komplette Nutzungskonzepte umwerfen. Gespannt sein kann man aber auf das dritte Intuition-Class-Schiff, da 2031 in Dienst gehen soll, inwieweit es dort größere Veränderungen geben wird.

Entscheidend finde ich, dass TUI Cruises weiterhin sehr viel Platz pro Passagier in den öffentlichen Bereichen bietet, sogar noch etwas mehr als bei früheren Schiffsklassen, und beispielsweise die Laufbereiche vor den Buffet-Tresen sehr breit gestaltet sind, sodass dort kaum das Gefühl von Enge oder Gedränge entstehen kann.

Harbour Market Buffet
Harbour Market Buffet

Mein Lieblingsplatz, das hatte ich schon erwähnt, ist die neue Captain’s Bar. Die Captain’s Bar ist nicht mehr einfach nur ein Bartresen mit Drinks, sondern durch die kreativ gestalteten Cocktails, den wunderschön gestalteten Raum und das Können der Barkeeper spielen hier eine wichtige Rolle und werden Teil des Entertainments an Bord der Mein Schiff Flow.

Captain's Bar, Captain Jack
Captain’s Bar, Captain Jack

Durch die Verlagerung des X-Suitenbereichs nach hinten wird mit der Captain’s Bar dieser attraktive Bereich ganz vorne am Schiff auch wieder für alle zugänglich, was auf der Mein Schiff 1, 2 und 7 zuletzt nicht mehr der Fall war. Kleiner Nachteil dabei: Der Saunabereich liegt nun seitlich, bietet aber weiterhin einen  großartigen Blick aufs Meer.

Fugu
Fugu

Neue Restaurants führt TUI Cruises auf der Mein Schiff Flow nicht ein, aber das war auch nicht zu erwarten, nachdem sowohl das mutige und innovative Fugu von Tim Raue – mit dem Singapur-Thema auf der Mein Schiff Flow noch einmal spannender – offenbar gut angenommen wird, als auch insbesondere das griechische Dionysos sich zum Hit entwickelt hat. Mit einem guten Griechen oder einem romantischen, französischen Restaurant kann man ja auch nicht viel falsch machen.

Ungeplant im Norden statt im Orient

Ausgerechnet bei der Routenplanung für das neueste „Mein Schiff“ der Flotte wurde TUI Cruises kalt vom Iran-Krieg erwischt. Eigentlich sollte die Mein Schiff Flow nach der Sommersaison 2026 im Mittelmeer für den Winter 2026/27 in den Orient gehen.

Mein Schiff Flow (Bild: Fincantieri)
Mein Schiff Flow (Bild: Fincantieri)

Stattdessen ist die Mein Schiff Flow nun im herbstlichen und winterlichen Nordeuropa unterwegs: Ostsee-Routen ab Kiel und Norwegen-Routen ab Hamburg stehen nun am Programm. Highlights sind, jeweils ab und bis Hamburg, eine 11-Nächte-Kreuzfahrt zu Weihnachten und Silvester nach Lissabon, eine 19-Nächte-Kanaren-Kreuzfahrt Anfang Januar 2027 sowie eine 36-tägige Karibik-Route Ende Januar bis Ende Februar 2027.

Daten und Fakten zur Mein Schiff Flow

Die Mein Schiff Flow ist das neunte Schiff der Mein-Schiff-Flotte und ein nahezu baugleiches Schwesterschiff der Mein Schiff Flow. Start-Kapitän der Mein Schiff Flow ist der Finne Jan Gustaf Rautawaara.

Brücke
Mein Schiff Flow, Brücke
  • Werft: Fincantieri, Monfalcone
  • Kiellegung: 13. November 2024
  • Aufschwimmen: 28. Mai 2025
  • erste Reise mit Passagieren: 14. Juni 2026
  • Taufe: 20. Juni 2026 in Triest, Taufpatinnen: Julia (20), Annabelle (35) und Karin (68)
  • Tonnage: BRZ 157.651
  • Länge: 333 Meter
  • Breite: 42,1 Meter
  • Antrieb/Treibstoff: Dual-Fuel-Motoren, LNG
  • Passagiere: 3.984 (bei Doppelbelegung der Kabinen)
  • Crew: ca. 1.400

Anmerkung*: Cruisetricks.de reiste auf der Mein Schiff Flow auf Einladung von TUI Cruises.

Weitere Teile der Serie "Mein Schiff Flow":

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Über den Autor: FRANZ NEUMEIER

Franz Neumeier
Über Kreuzfahrt-Themen schreibt Franz Neumeier als freier Reisejournalist schon seit 2009 für cruisetricks.de und einige namhafte Zeitungen und Zeitschriften. Sein Motto: Seriös recherchierte Fakten und Hintergründe statt schneller Schlagzeilen und Vorurteile, damit sich jeder seine eigene Meinung bilden kann. TV-Reportagen zitieren ihn als Kreuzfahrt-Experten und für seine journalistische Arbeit wurde er mehrfach ausgezeichnet. Er wird regelmäßig in die Top 10 der „Reisejournalisten des Jahres“ gewählt und gewann mit cruisetricks.de mehrfach den „Reiseblog des Jahres“-Award.

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