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Azamara Quest

Royal Caribbean trennt sich von der Premium-Marke Azamara

Die Royal Carbibbean Group verkauft die Premium-Kreuzfahrtmarke Azamara mit ihren drei Schiffen Azamara Quest, Azamara Journey und Azamara Pursuit an die US-Investmentgesellschaft Sycamore Partners. Der Kaufpreis für Azamara wird mit 201 Millionen Dollar angegeben.

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Geleitet wird die Kreuzfahrtreederei wie bisher von Carol Cabezas, auch die Mitarbeiter sollen komplett übernommen werden. Der frühere CEO von Holland America Line, Orlando Ashford, wird Executive Chairman von Azamara und soll als Berater und Bindeglied zwischen dem Investor Sycamore Partners und der Führung von Azamara fungieren.

Royal-Caribbean-Chairman Richard Fain erklärt den Verkauf von Azamara so: „Unsere Strategie hat sich dahingehend entwickelt, dass wir mehr unserer Ressourcen hinter die drei globalen Marken Royal Caribbean International, Celebrity Cruises und Silversea stellen und daran arbeiten, diese zu wachsen, während wir diese beispiellose Zeit hinter uns lassen.“ Die Übernahme von Azamara durch Sycamore Partners soll bis zum ersten Quartal 2021 abgeschlossen sein.

Update: Am 15. März 2021 meldet RCG, dass der Verkauf abgeschlossen sei.

Der CFO der Royal Caribbean Group, Jason Liberty, sagte dem Wall Street Journal, der Verkauf von Azamara stehe nicht in Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie. Es habe bereits davor Überlegungen zum Verkauf der Marke gegeben.

Azamara hat einige Überschneidungen bei den Zielgruppen mit zwei anderen Marken der Royal Caribbean Group, Silversea Cruises und Celebrity Cruises. Bei Silversea Cruises war Royal Caribbean 2018 mit einem Zwei-Drittel-Anteil eingestiegen und hatte die Luxusreederei 2020 komplett übernommen.

Die drei Schiffe der Azamara-Flotte sind mit den Baujahren 2000 und 2001 bereits relativ alt und stammen ursprünglich aus der Flotte von Renaissance Cruises. 2007 hatte die neu gegründete Reederei Azamara zwei dieser Schiffe als Azamara Journey und Azamara Quest übernommen. 2018 kam mit der Azamara Pursuit das dritte hinzu.

Update: Wenige Tage nach Bekanntwerden des Azamara-Deals zwischen Sycamore Partners und der Royal Caribbean Group gab das Investmentunternehmen bekannt, dass die bei Princess Cruises ausgemusterte Pacific Princess Teil der Azamara-Flotte wird. Der neue Name des Schiffs lautet Azamara Onward. Azamara wird damit künftig mit vier statt bisher drei Schiffen fahren. Update: Azamara hat das Schiff am 15. März 2021 von Princess Cruises übernommen.

Der Käufer, Sycamore Partners, ist eine Investmentgesellschaft mit Sitz in New York und ist spezialisiert auf Investitionen im Consumer- und Einzelhandelsbereich. Zu den Unternehmen, an denen Sycamore Partners beteiligt ist, zählen unter anderem die Teens-Modemarke Aeropostale, der Bürowaren-Händler Staples, aber auch die E-Commerce-Plattform Commerce Hub. Azamara ist das erste Reise- und das erste Kreuzfahrt-Unternehmen, bei dem sich Sycamore Partners engagiert.

7 Kommentare

7 Gedanken zu „Royal Caribbean trennt sich von der Premium-Marke Azamara“

  1. War das ein Notverkauf??. Die Azamara betreibt drei R – Schiffe, von denen Oceania ja ebenfalls 4 hat (Regatta, Nautica, Sirena, Insignia) und die von Oceania seit 2018 für mehr als $ 100 Mio überholt worden sind (Quelle: Cruisemapper.com). Da scheint mir persönlich ein Verkaufspreis von $ 201 Mio für die Azamara-Flotte relativ tief…

    Ich will absolut kein Gerücht in die Welt setzen, aber ich könnte mir vorstellen, dass auch Norwegian sich Überlegungen macht, diese 4 älteren Schiffe zu veräussern, die Marina und die Riviera (die ja 2019 und 2020 renoviert worden sind) in die Regent einzubringen und möglicherweise als „Produkt“ bei Regent weiter leben zu lassen, z.B. mit „Best Oceania Cuisine“ oder ähnlich. Eigentlich macht es aus meiner Sicht für Norwegian nicht viel Sinn, 2 Reedereien, die den gleichen Markt bedienen, zu betreiben. Aber eben, das sind meine persönlichen Gedanken und vielleicht liege ich komplett falsch.

    Aber ganz sicher ist, dass da noch sehr viel Bewegung in den Mark kommt.

  2. Nein, Azamara war ziemlich sicher Notverkauf. Das habe ich oben ja auch schon angesprochen – der Verkauf war schon länger in der Pipeline, auch vor der Pandemie schon. Der Kaufpreis ist sicherlich niedrig, aber die Schiffe sind halt auch schon ziemlich alt.
    Bzgl. Regent und Oceania: Die Zielgruppen sind ziemlich unterschiedlich, das sind recht unterschiedliche Märkte, auch wenn das auf den ersten Blick nicht so erscheint.
    Was mir heute allerdings auch schon durch den Kopf gegangen ist: Der neue Eigentümer von Azamara hat wohl bereits gesagt, dass sie die Flotte vergrößern wollen. Da Oceania ja die Flotte in den vergangenen Jahren mit Neubauten verjüngt hat, wäre vielleicht denkbar, dass sie ein oder zwei der R-Class-Schiffe noch an Azamara verkaufen. Andererseits macht’s auch wieder wenig Sinn, bei den Kunden beliebte Schiff an die direkte Konkurrenz zu geben …

  3. Jammerschade, denn Azamara gehört zu unseren absoluten Lieblingen mit einer speziellen Atmosphäre. Besonders leid tut es mir um Heike (HD. auf der Journey). Azamara wird nie mehr so sein wie es war. Man denke an die legendären, familiären weißen Nächte und die Azamazing Evening’s!,
    Denkbar wäre übrigens, dass der neue Owner die Pacific Princess übernimmt. Ja es bleibt spannend und es wird in der Industry sicher noch viel passieren. Nichts ist beständiger als der Wandel, wobei es halt schade ist, dass jedesmal einStück Tradition verloren geht.

  4. Auch wir finden es schade, dass diese Flotte verkauft worden ist, denn wir waren 10 mal innerhalb 8 Jahren mit Azamara (Quest und Journey) auf den Weltmeeren unterwegs. Das wird nie mehr so sein wie vorher, leider.

  5. Für unsere Begriffe eines der schönsten und besten Schiffe dieser Klasse. Wenn man vergleicht diese Riesenrummelplätze dann könnte man nur die Azamara Klasse empfehlen.. Man muss sich nur entscheiden ob ich
    Urlaub auf eine Rummelplatz ( ( Wr.Prater, Tivoli usw) machen will oder Urlaub mit der Seele Baumeln und mich erholenauf eine kleinen Schiff wie die Azamara ect.

  6. Mir ist völlig unverständlich, woher diese Schwarzseherei kommt. Wenn das Management komplett übernommen wird, dann sagt das doch deutlich, dass man mit der bisherigen Philosophie auf der bisherigen Erfolgswelle weiterschwimmen will. Es ist doch nicht die reine Hardware verkauft worden, und ein neuer Mutterkonzern müsste – wenn er zudem keine Ahnung vom Geschäft hat – schön dumm sein, ad hoc alles auf den Kopf zu stellen. Womöglich werden neue Impulse kommen (ob gut oder schlecht – aus Sicht des Passagiers – sei dahingestellt), aber für diese Weinerlichkeit und Weltuntergangsstimmung sehe ich vorerst keinen Anlass.
    Da sähe ich noch eher auf Hapag-Lloyd in der Hand von TUI Cruises Veränderungen zukommen.
    In der Tat wird Azamara eine Flottenerneuerung anstoßen müssen. Das ist so oder so fällig (noch nicht überfällig, aber fast). Mit Planung und Bauzeit kann ein neues Schiff erst in etwa vier Jahren zur Flotte stoßen (eines, weitere folgend). Dann sind die Azamara-Schiffe rund 25 Jahre alt. Zeit für die Weggabe, wenn man nicht à la Phoenix viel Geld in Alttonnage investieren will. Interessant wird sein, welche Größe die zu planenden Neubauten haben – denn auch, dass sie nach dem Vorbild von Oceania unvergleichbar viel größer sind als das bisherige Quartett, halte ich noch nicht für sicher, wenn man den Trend zu kleineren Schiffen betrachtet.
    Die R-Schiffe werden dann peu à peu ein drittes Leben bekommen – z. B. bei Hansa Touristik, Phoenix, Celestyal oder ähnlichen Anbietern (auch im britischen Markt gibt es bekanntlich Pendants dazu). Aber das wird in fünf oder mehr Jahren sein – und es hat nichts mit dem Verkauf des Unternehmens zu tun, sondern ist der Lauf der Zeit.

  7. Da kann ich Dir nur zustimmen, lieber Oliver. Ich vermute, dass Menschen gerade in diesen Zeiten mehr als sonst dazu neigen, Veränderungen als negativ wahrzunehmen. Beziehungsweise zusätzliche Veränderungen zu einer ohnehin schon komplett kopfstehenden Welt nicht zutrauen, dass sie positiver (oder zumindest neutraler) Natur sein könnten. Für Azamara sehe ich persönlich den Verkauf sehr positiv. Denn bei Royal Caribbean wäre Azamara, noch dazu mit älteren Schiffen, immer zwischen den Marken Celebrity und Silversea eingeklemmt gewesen mit wenig Bewegungsspielraum nach links und rechts. Als eigenständiges Unternehmen kann sich da mehr entwickeln.

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