Die Seven Seas Navigator verlässt nun doch bald die Flotte von Regent Seven Seas Cruises und wird zum Residenzschiff. Das Unternehmen Avora Residences übernimmt das Luxuskreuzfahrtschiff und will es ab Januar 2028 als Avora Lumina betreiben. Für die Navigator ist es der zweite Anlauf als Residenzschiff, der erste war im vergangenen Jahr gescheitert.
Im Frühjahr 2025 hatte Norwegian Cruise Line Holdings (NCLH), der Mutterkonzern von Regent Seven Seas Cruises, mit dem Start-up Crescent Seas einen langfristigen Chartervertrag über die Seven Seas Navigator sowie die Insignia von Oceania Cruises geschlossen. Crescent Seas wollte die 1999 gebaute Navigator zu einem Residenzschiff umbauen, auf dem Passagiere Kabinen dauerhaft kaufen und bewohnen können. Der Chartervertrag hatte laut Bloomberg einen Wert von rund 230 Millionen Dollar und sah eine zehnjährige Laufzeit mit anschließender Kaufoption vor.
Im November 2025 kündigte Crescent Seas jedoch beide Verträge, auch jenen für die Oceania-Insignia, die denselben Weg hätte nehmen sollen. Das Unternehmen erklärte, man wolle stattdessen direkt Neubauten in Auftrag geben, um flexibler auf die Marktanforderungen reagieren zu können. Regent-Chef Jason Montague informierte Kunden daraufhin, dass die Seven Seas Navigator vorerst in der Flotte verbleibe und 2026 renoviert werden solle.
Auch aus den Neubauplänen von Crescent Seas ist bislang allerdings nicht viel geworden. Statt angekündigten vier Schiffen will das Unternehmen zunächst nur ein neues Residenzschiff bauen. Die „Ocean“ soll 2031 in Dienst gehen. Einen Bauauftrag an einer Werft dafür gibt es bislang aber nicht.
Avora Residences von Villa-Vie-Gründer Mikael Petterson
Nun gibt es jedoch neue Pläne, diesmal mit Avora Residences. Dahinter steht Mikael Petterson, der auch Gründer von Villa Vie Residences ist. Avora versteht sich nach eigenen Angaben als Konzept, das zwischen dem Villa-Vie-Angebot und dem Residenzschiff The World angesiedelt ist. Letztere war lange Zeit das einzige aktive Residenzschiff und ist seit 2002 in Betrieb.
Die aktuelle Transaktion ist als Neun-Jahres-Charter mit einer anschließenden Kaufoption strukturiert. Konzeptionell ähnelt das den früheren Crescent-Seas-Deals. Gleichzeitig entsteht eine langfristige Betriebsvereinbarung mit NCLH, das also auch unter dem neuen Betreiber technisch für das Schiff zuständig bleibt. Avora kündigt an, bewährte Betriebsabläufe, Bordstandards und bestehende Lieferanten- und Servicebeziehungen des Schiffs weitgehend zu erhalten.
Vor dem geplanten Start im Januar 2028 soll die Seven Seas Navigator vollständig zum Wohnschiff umgebaut werden. Vorgesehen sind unter anderem neu gestaltete Gemeinschaftsbereiche sowie ein Zentrum für Kommunikation und globale Vernetzung, ausgelegt für Bewohner, die das Schiff dauerhaft als Wohnsitz nutzen.
242 Residenzen, rund um die Welt in drei Jahren
Die 242 Wohneinheiten auf der Avora Lumina sollen zwischen rund 28 und 109 Quadratmetern groß sein. Avora bietet zwei Erwerbsmodelle an: einen Kauf für die gesamte Lebensdauer des Schiffs zu Preisen zwischen rund 545.000 und 4,2 Millionen Dollar sowie ein Fünf-Jahres-Modell ab rund 220.000 Dollar.
Die Avora Lumina soll im Januar 2028 von Lissabon aus zu einer dreijährigen Weltumrundung aufbrechen, dabei mehr als 140 Länder und über 400 Häfen anlaufen und in einzelnen Häfen bis zu fünf Tage bleiben.



