Wochenlang saßen sechs Kreuzfahrtschiffe wegen des Iran-Kriegs im Persischen Golf fest, jetzt ist die Straße von Hormus zumindest momentan offen. Aber können Mein Schiff 4 und 5, MSC Euribia, Celestyal Journey sowie Aroya die Kriegsregion auch wirklich verlassen? Die Celestyal Discovery hat es bereits geschafft. Ob die übrigen Schiffe die Chance ebenfalls nutzen können, muss sich aber erst noch zeigen.
Wochenlang hatten die Kreuzfahrtschiffe ihr Satellitenortungssystem AIS ausgeschaltet, um ihre genaue Position nicht zu offenbaren. Nachdem die Waffenruhe zwischen Israel und Libanon und Bereitschaft des Iran, die Straße von Hormus zu öffnen, bekannt wurde, waren die Schiffe im AIS-System plötzlich wieder zu sehen.
Die aus Dubai kommende Celestyal Discovery, die ehemalige AIDAaura, machte den Anfang und passierte die Straße von Hormus am Freitag, 17. April 2026 und ist damit als erste aus der Gefahrenzone entkommen. Sie wählte eine Route entlang der Küste des Oman. Nun plant sie offenbar die Fahrt durchs Rote Meer und den Suez-Kanal in ihr Sommerfahrtgebiet Mittelmeer.
Zu den übrigen Kreuzfahrtschiffen gab es am Samstagmorgen, 18. April, keine verlässlichen Informationen darüber, ob die die Straße von Hormus ebenfalls passieren können, nachdem erneut Zweifel aufkamen, ob Iran alle Schiff tatsächlich bedingungslos passieren lässt.
Aktueller Stand Samstag, 18. April 2026, morgens um 7:00 Uhr: Die Mein Schiff 4 (aus Abu Dhabi kommend), Mein Schiff 5 (aus Doha) ebenso wie die Celestyal Journey (ebenfalls aus Doha) sind laut AIS-Signal auf dem Weg zur Straße von Hormus. Die MSC Euribia (von Dubai kommend) gibt Muskat im Oman als Ziel an, fuhr zeitweise in diese Richtung, stoppte dann aber wieder auf. Die Aroya der saudischen Reederei Aroya Cruises liegt in Dammam im Hafen.
Die Reedereien hatten bis Anfang März alle Kreuzfahrten der verbleibenden Orient-Wintersaison 2025/26 abgesagt, die Passagiere in aufwendigen Aktionen über viele Tage hinweg nach Hause geflogen, teils mit Umwegen über Saudi-Arabien oder Oman. Auch die Crew der Kreuzfahrtschiffe wurde offenbar auf ein Minimum reduziert, um niemanden unnötig der theoretischen Gefahr eines Angriffs des Irans auf die Schiffe auszusetzen.
Je länger der Iran-Krieg dauerte und Iran die Straße von Hormus faktisch sperrte, desto mehr Kreuzfahrten wurden abgesagt, zunächst beispielsweise bei TUI Cruises die Afrika-Umrundungen zurück ins Mittelmeer, dann bei allen auch schon die ersten Reisen der Sommersaison, siehe unser Beitrag „Kreuzfahrt-Absagen wegen Iran-Krieg: Überblick und Updates“.
Parallel wurde und wird in Social Media kontrovers darüber diskutiert, ob es eine Fehlentscheidung von TUI Cruises, MSC Cruises, Celestyal und Aroya war, die Orient-Saison nicht wie AIDA und Costa bereits im Sommer vergangenen Jahres abzusagen und die Schiffe erst gar nicht in diese Region zu schicken. Das Thema haben wir im Beitrag „Kreuzfahrtschiffe im Persischen Golf: Hätten die Reedereien es besser wissen müssen?“ aufgearbeitet. Für die kommende Wintersaison 2025/26 haben inzwischen alle Reedereien ihre Kreuzfahrten im Persischen Golf angesagt und die Planung für die Schiffe in andere Fahrtgebiete verlegt.




