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"sponsored by Oceania Cruises" - was bedeutet das für cruisetricks.de?

Kreuzfahrtschiffe im Persischen Golf: Hätten die Reedereien es besser wissen müssen?

Im Kriegsgebiet am Persischen Golf festsitzende Urlauber und Crew auf Kreuzfahrtschiffen in Doha, Abu Dhabi und Dubai erregen viel Aufmerksamkeit in den Medien. Zwar ist die Zahl der Kreuzfahrtpassagiere relativ gering im Vergleich zur Gesamtzahl der festsitzenden Touristen, aber wie üblich ist die Kreuzfahrt ein willkommenes Ziel, bei dem man trefflich mit den ohnehin vorhandenen Vorurteilen spielen kann.

Einige Leser haben mich gefragt, warum ich zu der Lage Kreuzfahrtschiffe im Persischen Golf keine Einschätzung abgebe. Nun, vor allem, weil es wenig gesicherte Fakten gibt; weil sich die Situation minütlich ändern kann; und weil ich kein Militärexperte bin, der zum Kriegsverlauf fundierte Prognosen abgeben könnte.

Also gut denn – aber mit Vorwarnung: Meine Meinung wird nicht jedem gefallen.

Eine verstörende und beängstigende Situation

Tagelang am Rande eines Kriegsgebiets festzusitzen, ist für Betroffene ist ein zwiespältiges Abenteuer oder auch eine kleine Katastrophe – je nach individueller Situation und Resilienz. Für die aktuell Betroffenen auf den insgesamt sechs Kreuzfahrtschiffe im Persischen Golf kann das eine verstörende und beängstigende Situation sein, keine Frage.

Und wer die Situation zwar nur von außen beobachtet, aber eine Kreuzfahrt mit einer der betroffenen, oder gerade nicht betroffenen Reedereien plant, ist im Zwiespalt und grübelt, ob er oder sie beim richtigen Anbieter gebucht hat. Ob man womöglich bei einem Anbieter gebucht hat, der zu risikobereit ist. Zu diesem Aspekt kommen wir später noch.

Luxus-Sorgen, während nebenan Menschen im Krieg sterben

Spätestens jetzt kommt der Teil meiner Sichtweise, den manche vielleicht nicht mögen werden: In der aktuellen Situation sprechen wir von Krieg, in dem Teheran bombardiert wird, in dem Menschen im Bombenhagel sterben, eine Mädchenschule getroffen wird. Wir sprechen von einer Situation, die immer weiter zu eskalieren droht; in die möglicherweise noch mehr Länder hineingezogen werden; von einer dramatischen Lage mit unabsehbaren Folgen für die ganze Welt.

Sollten wir da nicht einen Schritt zurücktreten und neben den eigenen Urlaubssorgen auch das Gesamtbild betrachten?

Denn bei aller berechtigten Angst sind die Sorgen auf einem relativ sicheren Schiff in relativem Luxus doch vergleichsweise gering. Bei allem Verständnis für die Sorgen der Passagiere an Bord, wirkt es fast schon skurril, wenn die WAZ in einem Beitrag schreibt, einem Gast könnte vielleicht bald die Zahnpasta ausgehen, weil er nicht damit gerechnet hat, länger als eine Woche an Bord bleiben zu müssen.

Anders als bei den Hundertausenden Individual-Touristen, die in der Region festsitzen und sich um ihre Heimreise selbst kümmern müssen, organisieren die Kreuzfahrt-Reedereien mit großen Krisenstäben Chartermaschinen und Plätze in Linienmaschinen für ihre Gäste, bringen sie mit Bussen nach Riad in Saudi-Arabien oder Muskat im Oman, um sie von dort auszufliegen.

Hätten TUI Cruises und MSC Cruises die Kreuzfahrten wie AIDA und Costa schon letztes Jahr absagen sollen?

Viele Medien beschäftigen sich gerade mit der Frage, ob TUI Cruises und MSC Cruises (warum schreibt eigentlich niemand über Aroya und Celestyal Cruises?) es nicht wie AIDA, Costa und NCL hätten halten sollen, die Orient-Kreuzfahrten für die Wintersaison 2025/26 schon vergangenen Sommer abgesagt hatten (NCL schon Ende 2024).

Die Fakten

Costa hat die Orient-Saison 2025/26 der Costa Toscana Ende Juli 2025 abgesagt. AIDA hatte schon zwei Wochen früher die Orient-Saison-Pläne für die AIDAprima gestrichen. Beide begründeten ihre Absagen vor allem mit langfristiger Planungssicherheit bei einer „ungewissen Situation im Nahem Osten“ (Costa-Formulierung), nicht mit konkreten Gefahren.

MSC Cruises sagte gegenüber cruisetricks.de damals: „Wir beobachten die Lage weiterhin sorgfältig, derzeit gibt es keine Änderungen an unserem geplanten Reiseverlauf.“ TUI Cruises schrieb: „Mit einer vorausschauenden Routenplanung und kontinuierlicher Lagebewertung stellt TUI Cruises sicher, dass unsere Gäste auch im Winter 2025/26 entspannte und verlässliche Reisen im Orient erleben können.“

Meine Meinung

All das war im Juli 2025. Kurz nach dem zwölftägigen Krieg zwischen Israel und dem Iran und dem US-Bombardement von iranischen Atomanlagen. Eine räumlich und zeitlich sehr begrenzter Militäraktion, von der das Fahrtgebiet von Kreuzfahrtschiffen nicht unmittelbar betroffen war und bei der Anrainerstaaten wie Oman und Katar ihren Luftraum nicht für militärische Nutzung freigegeben hatten, sondern stattdessen auf diplomatische Lösungen setzten. Eine ganz andere Situation also heute.

Warum haben sich AIDA und Costa also im Sommer 2025 anders entschieden als TUI Cruises und MSC Cruises? Ehrlich: Ich weiß es nicht, denn ich war natürlich bei den internen Beratungen der Reedereien nicht dabei.

Was ich weiß, ist aber, dass Reedereien sich für solche Entscheidungen den Rat von Experten aus dem deutschen Auswärtigen Amt (oder bei MSC wahrscheinlich dem Schweizer Außenministerium), von unabhängigen Beratungsunternehmen und Militärexperten, aber auch eigener Fachleute sowie solcher aus ihren Mutterunternehmen Carnival Corp. respektive der TUI Group und der Royal Caribbean Group einbeziehen.

Sicherheit ist der wichtigste Entscheidungsfaktor. Die Reedereien bewerten die Sicherheitslage zum Reisezeitpunkt allgemein und bezogen auf potenzielle, konkrete Bedrohungen:

  • Wie wahrscheinlich sind Probleme?
  • Wie ernst wäre die Situation, wenn sich ein Risiko realisiert?
  • Und wie stark wären die geplanten Kreuzfahrten davon betroffen?
  • Wäre es nur ein Problem für die Reederei, wie etwa in einem anderen Zusammenhang der Zwang zur Umfahrung von ganz Afrika statt der Suezkanal-Passage?
  • Oder bestünde auch eine direkte Gefahr für die Passagiere?

Sind wir auch einmal ganz ehrlich: Krisen gibt es auf der Welt zuhauf, auch dort, wo Kreuzfahrtschiffe fahren. Jüngstes Beispiel: Mexiko, wo die Tötung eines mächtigen Drogenbosses zu hochgefährlichen Gegenaktionen des Drogenkartells führten. Auch dort fiel die Entscheidung von Reedereien, Puerto Vallarta mindestens für einige Wochen nicht mehr anzulaufen, erst nachdem sich die Lage dramatisch verschlechtert hatte, obwohl die allgemeine Drogenkartellsituation in Mexiko natürlich schon lange bekannt ist.

Erinnern wir uns an den versuchten Militärputsch, in der Türkei, an die Situation in Haiti, die latente Bedrohungslage im Chinesischen Meer und um Taiwan, die Spannungen zwischen China und Japan … man könnte die Liste noch um einiges fortsetzen.

Würde man überall, wo es latent kriselt, lange im Voraus Reisewarnungen aussprechen, Kreuzfahrten stornieren, Flüge aussetzen – es blieben ziemlich wenig Orte übrig, die man überhaupt noch bereisen könnte.

Die Einschätzung der Sicherheitslage hat Priorität. Was aber, wenn das Ergebnis nicht klar ausfällt, wenn man von einem geringen Risiko ausgeht, weil sich keine klare Entwicklung abzeichnet? Dann spielen weitere, vor allem wirtschaftliche Aspekte eine Rolle:

  • Wie reagieren die Kunden, die bereits gebucht haben, wenn man ihnen ihren Urlaub streicht, obwohl keine unmittelbare Gefährdung zu bestehen scheint? Als AIDA die Reisen im Juli 2025 stornierte, waren Foren und Social Media voll von wütenden Kunden, die teils direkt auf Orient-Reisen der MSC Euribia oder bei TUI Cruises umbuchten.
  • Lohnt sich bei vielleicht ohnehin schlechter Buchungslage dieser Reisen der lange Weg rund um Afrika, um die Schiffe in die Region und danach wieder zurück nach Europa zu bringen, weil die Passage durch den Suez-Kanal vorbei an den Huthi im Roten Meer weiterhin zu riskant ist?
  • Welche Kundenstruktur hat die jeweilige Reederei? Wie schätzen die potenziellen Kunden subjektiv das Risiko ein? Wollen sie eine Orient-Kreuzfahrt buchen? Oder riskiert die Reederei halbleere Schiffe, weil ihre Klientel dort gerade nicht hinwill? Darin unterscheidet sich beispielsweise das sehr internationale Publikum bei Costa oder MSC deutlich von AIDA oder TUI Cruises. Costa und AIDA gehören beide zur amerikanischen Carnival Corp – vielleicht hatte auch dies Einfluss auf deren Entscheidung.

Einen formalen Aspekt sollte man ebenfalls nicht übersehen: Storniert eine Reederei gleich die Kreuzfahrten einer ganzen Orient-Saison, begeht sie juristisch betrachtet erst einmal zigtausendfachen Vertragsbruch. Das will also wirklich wohl überlegt und stichhaltig begründet sein.

Und als zwei US-Flugzeugträger vor Iran angekommen waren?

Warum haben die Reedereien ihre Schiffe nicht kurz vor den Angriffen von den USA und Israel auf den Iran schnell noch aus dem Persischen Golf abgezogen? Schließlich hatten die USA große Kampfverbände inklusive zweiter Flugzeugträger in die Region geschickt. Israel und die USA verschärften ihre Drohungen gegenüber dem Iran fast täglich.

Zu dieser Frage könnte ich nur spekulieren, und das möchte ich nicht. Zumindest aber hätte in dieser Situation jeder verstanden, wenn die Schiffe kurzfristig aus dem Persischen Golf geflüchtet wären, statt wie TUI Cruises mit einem der Schiffe sogar kurz vor Kriegsbeginn noch an der regulären Route vom Oman wieder zurück in den Persischen Golf festzuhalten und damit, wie sich kurz darauf herausstellte, in die Falle zu tappen.

Fakt ist, dass der exakte Zeitpunkt des Angriffs überraschend war. Denn USA und Iran saßen in Genf buchstäblich noch am Verhandlungstisch, mit Aussagen, dass es gute Fortschritte gebe, also der Krieg losbrach.

Fakt ist auch, dass es vom Auswärtigen Amt bis zum Tag des Angriffs keine Reisewarnung gab. Das ist eine Tatsache übrigens, zu der vor allem Außenminister Johann Wadephul noch einige Erklärungen schuldig ist, wie ich finde. Vor dem 28. Februar 2026 fanden sich beispielsweise zu den Vereinigten Arabischen Emiraten oder zu Katar auf der Website des Auswärtigen Amtes keinerlei Hinweise auf einen bevorstehenden Krieg oder auch nur eine angespannte Sicherheitslage. Darauf haben sich mutmaßlich auch die Reedereien gestützt – und hatten damit die selbe Schwachstelle in der Risikobewertung wie das Auswärtige Amt.

Wann ist der richtige Zeitpunkt, Reisen abzusagen?

Kreuzfahrten abzusagen hat immer zwei Seiten, eine „richtige“ und eine „falsche“ Entscheidung gibt es da eher nicht. Vor allem bei relativ langfristigen Entscheidungen, bei der das potenzielle Risiko recht vage ist.

Wirklich „richtig“ machen kann man es als Reederei kaum. Nur alles daransetzen, eine möglichst gute Entscheidung zu treffen – und sich, wenn es unerwartet anders läuft, vorwerfen lassen zu müssen, dass es doch keine so gute Entscheidung war.

Ich bin ein großer Fan von Eigenverantwortung und eigenem Denken. Die Reedereien haben zwar mehr Ressourcen und Experten für die Risikobewertung. Da kann man ein hohes Maß an Verantwortungsgefühl und Fürsorge erwarten. Aber das sollte eine subjektive Einschätzung nach persönlichem Empfinden nicht ersetzen, sondern nur ergänzen.

Wäre ich persönlich vor zwei Wochen noch zu einer schon lange gebuchten Kreuzfahrt nach Dubai, Abu Dhabi oder Doha geflogen? Ja, in dem Bewusstsein, dass ein gewisses, aus meiner Sicht kalkulierbares Risiko besteht. Hätte ich die Entscheidung nach Kriegsbeginn bereut? Ja. Aber es wäre meine Entscheidung gewesen.

Denn nicht nur der Reiseveranstalter kann einen Reisevertrag kündigen, auch der Reisende kann das tun. Wer die Lage für zu riskant hält, muss nicht wie das Kaninchen vor der Schlange warten, dass der Veranstalter absagt. Bei einer konkret greifbaren Gefahr im Zielgebiet geht das sogar kostenfrei – auch wenn die Rechtslage im Detail nicht ganz einfach ist. Und wer vor der Buchung einen Blick auf das Storno- und Kulanz-Verhalten von Reedereien in früheren Krisensituationen wirft, weiß auch, auf was er sich einlässt. Da gibt es durchaus auffällige Muster.

Die Schuld allein den Reedereien zuzuschieben und ihnen Profitgier zu unterstellen, greift im aktuellen Fall zu kurz. Die betroffenen Reedereien sind auch selbst Opfer dieser Situation. Ihre Schiffe sitzen im Persischen Golf auf unbestimmte Zeit fest, solange die Straße von Hormus unpassierbar bleibt. Celestyal Cruises hat seine gesamte Flotte von zwei Schiffen dort, TUI Cruises immerhin ein Viertel der Flotte. Die finanziellen Folgen sind erheblich. Sorglos oder gar mutwillig hat sich keine der betroffenen Reedereien in diese Lage manövriert.

16 Kommentare

Über den Autor: FRANZ NEUMEIER

Franz Neumeier
Über Kreuzfahrt-Themen schreibt Franz Neumeier als freier Reisejournalist schon seit 2009 für cruisetricks.de und einige namhafte Zeitungen und Zeitschriften. Sein Motto: Seriös recherchierte Fakten und Hintergründe statt schneller Schlagzeilen und Vorurteile, damit sich jeder seine eigene Meinung bilden kann. TV-Reportagen zitieren ihn als Kreuzfahrt-Experten und für seine journalistische Arbeit wurde er mehrfach ausgezeichnet. Er wird regelmäßig in die Top 10 der „Reisejournalisten des Jahres“ gewählt und gewann mit cruisetricks.de mehrfach den „Reiseblog des Jahres“-Award.

16 Kommentare zu „Kreuzfahrtschiffe im Persischen Golf: Hätten die Reedereien es besser wissen müssen?“

  1. Ein (mal wieder) auf den Punkt gekommener, sachlicher und unaufgeregter Kommentar. Danke Franz. PS: Du schriebst: „TUI Cruises mit einem der Schiffe sogar kurz vor Kriegsbeginn noch an der regulären Route vom Oman wieder zurück in den Persischen Golf festzuhalten und damit, wie sich kurz darauf herausstellte, in die Falle zu tappen.“ – War das die MS4 oder die MS5 und ist Dir bekannt, wann genau das war?

  2. Schön beschrieben, das Ganze.

    Überraschend war der Krieg aber nicht.

    Daß Israel und die Amis auf keinen Fall eine iranische Atombombe akzeptieren werden, ist lange klar.

    Daß the Donald handeln kann und will hat der 12-Tage Krieg letztes Jahr gezeigt.

    Auch Anfang Januar als er sich Maduro und dessen Göttergattin griff handelte er.

    Als kubanisches Regime würde ich jetzt nervös werden – das sind wohl die nächsten.

    Viele Exilkubaner wird es freuen, so wie es auch viele Exilvenezuelaner und Iraner freut.

    Eine Frage noch:

    was macht eigentlich der Giftzwerg im Kreml, sind doch seine besten Freunde die da beseitigt werden…

    Der ist auffällig untätig und ruhig…

  3. @Werner Wörle: Beim Thema „überraschend“ gehen leider Gefühl und Rechtslage auseinander. Bei Facebook schrieb jemand: „nicht ob, sondern wann“, und genau das ist juristisch womöglich entscheidend. Denn sowohl der Reiseveranstalter als auch der Reisende können „kostenfrei“ vom Reisevertrag zurücktreten, aber nur, wenn eben nicht nur ganz allgemein, sondern bei der ganz konkreten, individuellen Reise offensichtlich ist, dass sie nicht oder nicht zumutbar durchführbar ist. (kostenfrei meint für den Reisenden: Geld zurück, für den Reiseveranstalter: Reisepreis erstatten, aber keine weitere Entschädigung für den Reisenden, etwa für entgangene Urlaubsfreuden).
    „Irgendwann demnächst geht’s los“ ist dafür aber erstmal nicht konkret genug. Im konkreten Fall müssten beide Seiten ggfs. später vor Gericht argumentieren, dass zwei US-Flugzeugträger vor der iranischen Küste und präzise, auf einen direkten oder impliziten Termin bezogene Drohungen Israels und der USA für genau den konkreten Reisetermin ausreichend waren – und hoffen, dass der Richter der Argumentation folgt. Hätte das schon für die Reise zugetroffen, die vor Kriegsbeginn noch regulär zu Ende ging? Oder erst für die dann abgebrochene Reise? Oder vielleicht selbst für die nicht, weil der Tag des Kriegsbeginns unerwartet war, weil die Kriegsparteien da ja noch in Genf für Verhandlungen zusammengesessen sind? Juristisch leider ziemlich kompliziert und letztlich nur vor Gericht zu klären.

  4. Kann ich dir nur zustimmen. Gerade AIDA wurde im Sommer noch drch das Netz „gejagt“ wegen der Absagen. Die Lage vor Ort war die ganze Zeit unüberschaubar. Wir waren selbst von 14.2.-21.2. in Abu Dhabi und hatten die Lage die ganze zeit im Blick. Wenn man mit den Leuten vor Ort gesprochen hat, haben sich die wenigsten Sorgen gemacht. Wir haben die Risikoabwägung gemacht und einfach Glück gehabt. Die Aussagen von Herrn Wadephul haben mich aber schon sehr irritiert.

  5. Hallo Franz,

    zu allererst einmal danke für den sachlichen und unaufgeregten Kommentar.
    Ich persönlich bin der Meinung,das man nicht hätte von Anfang an die gesamte Saison dort absagen brauchen.
    Aber als riesige Kampfverbände dorthin verlegt wurden,Donald Trump gedroht hat und der Iran ganz klar gedroht hat,im Falle eines Angriffs die gesamte Region mit hinein zu ziehen,hätte man reagieren MÜSSEN.
    Wenn die Sicherheit der Passagiere und Cre wirklich oberste Priorität hat,dann muss man lieber einen Tick zu vorsichtig als einen Tick zu risikoreich handeln.Sich hinter der Bewertung des auswärtigen Amtes zu „verstecken“ finde ich ehrlich gesagt ein klein wenig feige.

  6. Hallo, ich war an Bord der MS4 und habe bei der brodelnden Lage ( es wurde ja am Donnerstag, den 26.2.offen in der Presse diskutiert, dass Trump die Israelis vorschicken möchte und dann mit einsteigt und mit größter Wahrscheinlichkeit sollte es in den nächsten 4 Tagen los gehen…..dann hätte es die neuen Gäste getroffen. Wäre die Entscheidung erfolgt, nicht in die Straße von Hormuz einzufahren, wören wie nicht eingeschlossen gewesen. Vom Oman aus wäre das Schiff manövrierbar gewesen, viele Flughäfen erreichbar. Aber auch hier ein „hätte“ Problematik. Hätte ja auch gut gehen können.
    Es ging an Bord nicht um Zahnpasta (gibt es übrigens in Bordshop), sondern um wichtige Medikamente (bis zu 5 Stunden Anstehen mit hohen Rechnungen), und Einschläge in unmittelbarer Nähe, abgefange Drohnen vor den Augen der Gäste und die Sorge zurück zu kommen. Der Kapitän war der beste, den ich je gehabt habe und die war Crew super. Die Gäste haben sich auch ausgesprochen gut verhalten. Wir Alle haben die Reise angetreten und ich hatte vorher Aida gebucht (als Entschädigung haben wir einen Reisegutschein erhalten), aber die Flüge waren eben schon individuell). Man hat gedacht (typisch Mensch), ach wird schon gutgehen…. Es geht vielen Menschen schlechter, mir ging es gut, aber für einige war es eine Ausnahmesituation.

  7. @Sabine: Vielen Dank für den Kommentar aus erster Hand. Sicherheitshalber nur noch angemerkt: Das Thema „Zahnpasta“ ist als Kritik an der der Berichterstattung der WAZ gemeint, die so sehr an den wichtigen Aspekten dieser Krise vorbeigeht. Wenn das andere rüberkommt, tut es mir leid und war nicht mein Absicht.

  8. Ein wirklich guter Beitrag! Ich schließe mich meinen Vorschreiber*innen an, der beste den ich dazu bisher gelesen habe. Vielen Dank!

  9. Ausgezeichnete, sachliche und zugleich persönliche Analyse.
    Die besten Gedanken, die ich bisher zum Thema gelesen habe.
    Volker Zuber

  10. Mir ging es gar nicht so um die Frage ob man kostenlos stornieren könnte oder was die Reedereien evtl. falsch gemacht haben.

    Ich frage mich, warum man Reisen in ein Gebiet buchen muß, wo mit dampfen der Kacke zu rechnen ist.

    Natürlich soll man Kreuzfahrten buchen, einen schöneren Urlaub gibt es nicht.

    Deshalb mache ich jetzt im Frühjahr 2 Wochentouren auf der Donau mit der Prinzessin Katharina, einem alten, slowakischen Rumpler, aber mit gutem Service, Essen, Weinen und Steiger Bier aus Preßburg, jetzt Bratislava, die Brauerei ist 577 Jahre alt.

    Einmalig schöne Athmosphäre im Salon und Restaurant sowie den Kabinen, für schlappe € 874 die Woche in 2-Bett-Kabine zur Einzelbelegung mit all inclusive.

    Im Oktober dann 16 Tage nach Norwegen ab Hamburg mit der Vasco da Gama, ebenfalls ein schönes, altes Schiff.

    Hier liebe ich vor allem das Restaurant Fusion, abends mit einer echten Geisha, sowie die Ocean Bar.

    Essen, Service, Kabine alles gut, mehrere Restaurants zur Auswahl, jeweils mit anderer Karte.

    Im Cappucinos gibt es kostenlos mindestens 20 Eissorten für lau, jeden Tag an Bord frisch hergestellt und in einer Qualität, da kann so manche italienische Eisdiele nicht mithalten.

    Das ganze zu einem Preis weit unter dem, was Phönix mittlerweile aufruft.

    Nicko nimmt da nur 15 % Aufpreis für die Einzelbelegung der 2-Bett-Kabine.

    Auch schön: das große Hallenbad, auch im Winter im Norden gut zu benutzen.

    Das sind dann meine Kreuzfahrten Nr. 101-103, 22 Fluß, 81 Hochsee.

    Verzichten?

    Niemals!

    Dahin, wo der Boden arg heiß ist?

    Ähhhh…nun ja….vielleicht ein andermal, wenn der Pulverdampf sich verzogen hat.

  11. Lieber Franz!
    Dass Costa und AIDA die aktuelle VAE Saison schon im Juli 2025 unisono absagten ist grundsätzlich wohl auf den gemeinsamen Carnival Konzern mit Sitz in den USA zurückzuführen. Big Brother hatte damals ein Machtwort gesprochen.
    Und dass der amerikanische Konzern allein wegen des Naheverhältnisses zu Israel (und einigen gewichtigen israelischen Granden bei Carnival) diese Absagen tätigte, ist nicht verwunderlich. Natürlich sind dies Spekulationen, über die man jedoch nachdenken kann. (NCL ebenso USA … ebenso damals abgesagt).
    Wäre auch nicht verwunderlich, würde man in Kürze auch die kommende Saison 2026/27 absagen, um mit seinen Schiffen anders – und sicherer – planen zu können.
    Liebe Grüße aus der Steiermark!
    Olaf

  12. Ich denke auch, daß 2026/27 abgesagt wird, denn die Kacke dampft länger und ärger als the Donald das wohl geplant hatte.
    Kurz mal massiv draufhauen und dann fallen alle Mullahs um, das funktioniert wohl nicht.
    Die sind da unten schon seit 47 Jahren am Drücker…da hatte man Zeit genug, Strukturen bis in das kleinste Dorf aufzubauen, wird die Führungsebene weggebombt, dann machen die nächsten halt weiter.
    Das heißt aber auch: derzeit keine Buchungen in die Region vornehmen.
    Es heißt auch: da wird es anderweitig günstige Reisen geben, Nicko hat die derzeitige Weltreise mit der Vasco da Gama ja auch umgeroutet, statt Golf und Rotes Meer geht es dann rund um Africa.
    So eine Überführungstour von Kapstadt nach Europa bringt dann viele Seetage und bei vielen Reedereien einen günstigen Preis.
    Ich werde mir jetzt auch genau den Kurs von TUI ansehen, die Aktie ist schon deutlich gefallen, so minus 30 Prozent.
    Jetzt noch eine Gewinnwarnung obendrauf und man kann das Papier vielleicht für € 5 kaufen.
    Es ist nicht das Ende aller Urlaube, auch nicht das Ende von TUI, oder Carnival, Norwegian, Royal Caribbean.
    Die wurden auch während Corona voll verprügelt und sind dann schnell wieder nach oben gelaufen.
    Ich werden dann so rund 70000 TUI kaufen, das Geld liegt flüssig bereit, da ich 2 Tage vor Kriegsbeginn eine Position im Depot mit Gewinn liquidiert habe.
    Jetzt Geduld haben, nicht nervös werden, der Lohn kommt dann.
    The Donald kann sich einen langen Krieg und hohe amerikanische Verluste nicht erlauben, im Spätjahr sind die Midterm Wahlen, danach könnte er zur lame Duck mutieren, wenn seine Jünger ihm die Gefolgschaft verweigern.
    Das ist durchaus denkbar und realistisch, der Vize Vance ist ja schon dabei sich abzusetzen.

  13. Hallo, danke für die gute Aufarbeitung der gesamten Thematik. Insgesamt habe ich so viele Informationen erhalten, diesbezügliche Diskussionen im Freundeskreis, sachlicher zu führen und die Emotionen, die verständlicher Weise, da sind zu reduzieren.
    Jetzt wurden wir von einer Absage von TUI betroffen die wir im Frühjahr 2025 gebucht hatten. Es sollte für uns ein toller Urlaub werden. Das eigentliche Ziel jedoch war 4 Wochen Südafrika mit allem drum und dran. Für die Anreise hatten wir uns die neue Mein Schiff Flow ausgesucht die Ihre Transreise in den Orient mit Abfahrt Mallorca am 04.10.2026 starten sollte. Wir wollten jedoch nicht in den Orient sondern nach Kapstadt. Für diesen größten Abschnitt der Reise lag auch bis 14.04.2026 eine Buchungsbestätigung vor. Nun wurde die komplette Orientsaison, absolut nachvollziehbar, von TUI abgesagt. Bis zuletzt haben wir aber nicht damit gerechnet das die Mein Schiff Flow gar nicht losfährt da Kapstadt ja nicht Kriegsgebiet ist und das Schiff ja nach Kapstadt hätte umgeroutet werden können. Gerade ab Januar 2026 haben wir uns um die Organisation der Reise nach Ankunft in Kapstadt gekümmert. Vereinzelt auch mit Buchungen die nicht kostenlos stornierbar sind. Die komplette Absage unserer Kreuzfahrt (19 Nächte) können wir nicht nachvollziehen. Flüge nach Südafrika sind im Moment schwer zu kriegen. Ich könnte allerdings heute bei TUI eine Kreuzfahrt bei TUI buchen die im gleichen Zeitraum 2027 nach Kapstadt fährt und dann wieder zurück in‘s Mittelmeer. Empfinde ich als schwierig. Dies als ergänzende Thematik zu Kreuzfahrt Absagen. Nicht direkt betroffen (Krieg) aber doch betroffen!

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