Sea Diamond (Bild: Youtube-Screenshot)

Unglücks-Kapitän der gesunkenen Sea Diamond verurteilt

Vor sechs Jahren ist das Kreuzfahrtschiff Sea Diamond nach der Kollission mit einem Unterwasser-Riff vor Santorini gesunken. Jetzt wurde der griechische Kapitän zu zwölf Jahren und zwei Monaten Haft und eine Geldstrafe von 8.000 Euro verurteilt. Acht Jahre Haft muss ein Mitarbeiter der Klassifizierungsgesellschaft Det Norske Veritas verbüßen. Sechs weitere der insgesamt 13 Angeklagten wurden ebenfalls verurteilt. Die Reederei, Louis Cruises, hat angekündigt, gegen das Urteil vorzugehen und die nächsthöhere Instanz anzurufen.

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Die Sea Diamond war am 7. April 2007 bei schönem Wetter und ruhiger See nahe Santorini auf ein Riff aufgelaufen und Leck geschlagen. Der Kapitän hatte starke Winde als Grund für den Unfall genannt, die das Schiff auf das Riff gerückt hätten. Die Sea Diamond konnte noch rund 2,5 Meilen in Richtung seichteren Wassers geschleppt werden, sank dann aber. Die Sea Diamond liegt bis heute in der Caldera von Santorini nahe der Stadt Thira auf dem Meeresgrund.

1.195 Passagiere und 391 Besatzungsmitglieder wurden gerettet, zwei französische Passagiere blieben dagegen bis heute vermisst und gelten als tot. Die evakuierten Passagiere hatten damals eine Entschädigung von je 1.400 Euro sowie eine 4-Nächte-Kreuzfahrt als Entschädigung angeboten bekommen.

Neben dem Kapitän und dem DNV-Mitarbeiter wurden auch der Navigationsoffizier der Sea Diamond, der Chief Engineer, ein Anwalt der Reederei, ein Inspekteur und ein Sicherheitsoffizier zu Haftstrafen zwischen sechs Monaten und knapp drei Jahren verurteilt, werden aber voraussichtlich nicht ins Gefängnis gehen müssen. Freigesprochen wurden Besatzungsmitglieder, die in einem Bericht als First Engineer Officer, Chief Officer, Chief Steward und Cabin Manager bezeichnet werden.

Die griechischen Behörden veröffentlichten 2007 einen Bericht zu dem Schiffsuntergang, in dem menschliches Versagen als Unfallursache genannt wird. Allerding war nach dem Untergang der Sea Diamond auch ein heftiger Streit darüber entbrannt, ob die verwendeten Seekarten korrekt waren. Sachverständige hatten später ermittelt, dass das Riff deutlich größer war als auf den Seekarten verzeichnet. Die Wassertiefe am Unglücksort hat demnach  nur fünf Meter betragen statt der auf der Karte angegebenen 18 bis 22 Meter.

Dieses Youtube-Video fasst zahlreiche Video-Aufnahmen von den Rettungsaktionen und dem Sinken der Sea Diamond zusammen:

(Bildquelle: Youtube-Screenshot, bluedonkeyman)

4 Kommentare zu “Unglücks-Kapitän der gesunkenen Sea Diamond verurteilt

  1. Leider passieren Unglücke immer und werden auch in Zukunft nicht vermeiden werden können. Doch sieht man von diesen wenigen unrühmlichen Ausnahmen ( MSC,Louis,) dann muss man noch immer sagen, dass ein Kreuzfahrtschiff das sicherste Verkehrsmittel ist (Ratio Pax/Unfälle)

  2. MSC hatte noch keine Zwischenfälle.
    Sie meinen sicher Costa Croiziere, die abgesehen von der Costa Concordia noch viele weitere Zwischenfälle in den letzten Jahren zu verzeichnen hatte.

  3. So weit wie ich informiert bin läuft alles unter dem Dach der MSC.
    Costa ist eine italienische firma und würde wahrscheinlich nie einen französischen Namen verwenden. MSC steht für Mediterranean Shipping Company . Dieser Titel gilt für die Kreuzfahrtschiffe als auch für die Containerschiffe wie auch für die Containervermietung.
    Vielleicht rechnen sie nicht die „kleinen“ Dinge die eben mal passieren mit einigen Toten. Aber da es ja nur die Besatzung betraf spricht man ja nicht darüber.Wie ich schon sagte Unglück kann überall passieren und MSC hat nicht den besten Ruf was Sicherheit anbelangt.

  4. Ich denke, da ist eine Klarstellung nötig: MSC und Costa sind zwei vollkommen unterschiedliche Unternehmen, die in direkter Konkurrenz zueinander stehen und nichts miteinander zu tun haben. Costa ist Teil des Carnival-Konzerns, MSC ein familiengeführtes Unternehmen mit Sitz in der Schweiz.
    Über die Sicherheit bei einer Reederei würde ich empfehlen, nicht zu spekulieren – der „Ruf“, also de facto Gerüchte, Behauptungen und Halbwissen sind nicht wirklich geeignet, um mit einem so ernsten Thema umzugehen. Nix für ungut …

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