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US-Militärbasis Pituffik im Nebel und Schlittenhunde am Strand

Die US-Airbase Pituffik versteckt sich im Nebel und auch die Anlandung im nahegelegenen Dundas scheitert an der schlechten Sicht. Umso sonniger präsentiert sich unser Plan B, genaugenommen Plan C mit einer Anlandung bei dem verlassenen Dorf Moriusaq am Nachmittag. Es ist ein entspannter Tag ohne große Highlights, aber in grandioser Landschaft.

Bislang hat auf dieser Reise immer Plan A funktioniert. Alles lief, wie vom Expeditionsteam der Fridtjof Nansen geplant. In Dundas dagegen spielt das Wetter nicht mit: dichter Nebel. Und das bedeutet in einem Gebiet, in dem es grundsätzlich Eisbären gibt, dass eine sichere Anlandung nicht möglich ist. Man würde einen herannahenden Eisbären nicht rechtzeitig sehen, um die Passagiere zurück aufs Schiff zu evakuieren. Das würde für den Eisbären nicht gut ausgehen – und das will natürlich niemand.

Nebel in Dundas
Nebel in Dundas

Wir stellen uns also vor, was wir hinter der Nebelwand am Ufer gesehen hätten: nämlich die beiden (einst unfreiwillig aufgegebenen) Siedlungen Dundas und Ummannaq. Beide wurden aufgelöst und die Menschen nach Qaanaaq umgesiedelt, als die Amerikaner hier ihren Militärstützpunkt bauten, 1953 zunächst und bis April 2023 unter dem Namen Thule Air Base, heute Pituffik Space Base. „Space Base“ heißt die Basis heute, weil die Amerikaner von hier aus Raketenstarts und Weltraumaktivitäten überwachen.

Nebel in Dundas
Nebel in Dundas

Bei der Anfahrt auf Dundas lichtet sich der Nebel für ein paar Minuten und gibt den Blick auf die US-Airbase frei. Wer wissen will, wie es dort aussieht, findet gute Satellitenbilder bei Google Maps. Die Basis beschreiben oder gar ein Foto davon zeigen kann ich hier leider nicht, ohne gegen dänisches Recht zu verstoßen. Auch Fridtjof Nansen darf sich hier nur für einige Stunden und mit Genehmigung aufhalten und bezieht Position in einer Bucht, von der aus die Militärbasis auch ohne Nebel nicht zu sehen wäre.

Aber auch der Plan B für diesen Tag scheitert am Nachmittag, sodass wir auf Plan C zurückgreifen – nichts Ungewöhnliches auf einer Expeditionskreuzfahrt. Die Fridtjof Nansen geht vor dem eigentlich verlassenen Dorf Moriusaq ein paar Kilometer nördlich von Dundas in Position. Es ist offiziell seit 2010 verlassen, nachdem die letzten beiden Bewohner nach Qannaaq umgezogen waren. Seitdem wird es noch als temporärer Stützpunkt für Jäger und für Kurzurlaube von Menschen genutzt, denen es in den Nachbardörfern noch nicht ruhig genug zugeht.

Moriusaq
Moriusaq

Für uns problematisch: Im Dorf und am Ufer laufen viele Grönland-Schlittenhunde frei herum. Wir weichen also an eine etwas davon entfernte Stelle aus und holen nach, was gestern mit der Wanderung ausgefallen ist: Wir wandern ein wenig über den gerade erst nach dem Winter auftauenden Tundraboden und erkunden seine spärliche Flora.

Eisberge geben eine beeindruckende Kulisse für unseren Nachmittagsspaziergang nahe Moriusaq ab. Und weil die Sicht gut ist, können unsere bewaffneten Eisbären-Wächter das Gelände gut absichern.

Anmerkung*: Cruisetricks.de reist auf der Fridtjof Nansen auf Einladung von HX Expeditions.
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Über den Autor: FRANZ NEUMEIER

Franz Neumeier
Über Kreuzfahrt-Themen schreibt Franz Neumeier als freier Reisejournalist schon seit 2009 für cruisetricks.de und einige namhafte Zeitungen und Zeitschriften. Sein Motto: Seriös recherchierte Fakten und Hintergründe statt schneller Schlagzeilen und Vorurteile, damit sich jeder seine eigene Meinung bilden kann. TV-Reportagen zitieren ihn als Kreuzfahrt-Experten und für seine journalistische Arbeit wurde er mehrfach ausgezeichnet. Er wird regelmäßig in die Top 10 der „Reisejournalisten des Jahres“ gewählt und gewann mit cruisetricks.de mehrfach den „Reiseblog des Jahres“-Award.

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