Grönländer sind sehr pragmatisch Menschen: Uummannaq heißt so etwas wie „robbenherzförmig“. Nun weiß ich ehrlicherweise nicht, wie ein Robbenherz aussieht, aber wenn man sich den 1.175 Meter hohen Berg ansieht, an dessen Hängen das Dort gebaut ist, erschließt sich der Name dennoch von selbst.
600 Kilometer nördlich des Polarkreises gelegen, ist Uummannaq eines der größeren Ortschaften Grönlands und einst als Walfängerstation gegründet. Ungewöhnlich ist die Kirche in der Dorfmitte, denn sie ist, anders als nach der sonst in Grönland typischen Holzbauweise, aus Granit gebaut.













Direkt nebenan findet sich als Freilichtmuseum ein traditionelles Torfhaus, das man auch innen besichtigen kann. Die nicht mehr benutzte Walfett-Aufbereitung und ein Museum kann man ebenfalls besichtigen.

Doch die größte touristische Attraktion von Uummannaq ist Santa Claus, der Weihnachtsmann. Mitten im Dorf steht ein überdimensionaler Briefkasten für Post an Santa Claus. Die rund 2.500 Briefe jährlich werden angeblich von den Schulkindern des Ortes beantwortet – wobei sie wohl Hilfe bekommen, denn viele der Briefe stammen beispielsweise aus China.

Noch wichtiger aber: Etwa anderthalb Stunden von Uummannaq entfernt steht das Wohnhaus des Weihnachtsmanns. Es ist erstaunlich schlicht. Und hat man einen Guide dabei, kann man auch die Wohnstube von Santa Claus besichtigen. Er selbst war bei unserem Besuch aber jedenfalls nicht zu Hause. Aber es ist ja auch mitten im Hochsommer. Allerdings soll Santa Claus noch ein großes Lager am Nordpol besitzen und die Werkstätten liegen irgendwo auf der grönländischen Eiskappe.

Wie kommt Uummannaq aber nun dazu Heimat von Santa Claus zu sein und warum glauben daran vor allem die grönländischen und dänischen Kinder? Die Antwort darauf ist sehr weltlich: Für eine populäre, dänische TV-Serie wurde das Weihnachtsmann-Haus hier gebaut, die Naturaufnahmen hier gedreht. Das war 1989.






Uummannaq ist nicht der einzige Ort, der beansprucht, die Heimat des Weihnachtsmanns zu sein. Der Schweizer Weihnachtsmann beispielsweise soll im Schwarzwald zu Hause sein, die Finnen verorten ihn in Lappland, die Schweden in Dalarna oder gar ohne festen Wohnsitz, der amerikanischen Santa Claus wohnt am Nordpol und die Niederländer glauben gar, dass er per Dampfschiff aus Spanien kommt.

Warum all diese Theorien natürlich nicht stimmen können und der Weihnachtsmann tatsächlich in Uummannaq zu Hause ist, findet sich auf liebevolle und humorvolle Weise auf der Website von Greenland Travel begründet.







Ob man nun an den grönländischen, einen anderen oder überhaupt keinen Weihnachtsmann glaubt: Die Wanderung zu seinem Haus ist an einem sonnigen Sommertag jedenfalls ein großartiges Naturerlebnis, immer mit Blick auf die schroffe Felsformation des Berges und den weiten Blick über die Fjorde und Eisberge, die dort vorbeitreiben.




