US-Reederei Blount Small Ship Adventures gibt Kreuzfahrtgeschäft auf

Die kleine US-Reedeerei Blount Small Ship Adventures gibt auf und wird nach der Coronakrise den Kreuzfahrtbetrieb nicht mehr aufnehmen. Die drei Schiffe der Flotte sollen verkauft werden.

Das Unternehmen wolle sich künftig auf sein zweites Standbein konzentrieren und in der eigenen Werft weiterhin Boote bauen, sagte Marcia Blount, Präsidentin und CFO von Blount Small Ship Adventures. Das berichtet die Website Workboat.com.

Blount Small Ship Adventures war seit 1966 im Kreuzfahrtgeschäft. Damals hatte Kapitän Luther H. Blount mit Kreuzfahrten begonnen. Bereits seit 1949 hatte er ein Werftunternehmen gegründet, das unter anderem ein Patent für die Bugrampen hält, mit denen auch die aktuellen Schiffe von Blount ausgestattet sind.

Die Kreuzfahrtschiff-Flotte von Blount Small Ship Adventures bestand zuletzt aus den beiden kleinen, küstennahen Schiffen Grand Caribe und Grand Mariner mit einer Kapazität von 100 beziehungsweise 98 Passagieren sowie dem 76-Passagiere-Schiff Niagara Prince. Diese Schiffe waren in den 1990er-Jahren in der eigenen Werft gebaut und 2009 beziehungsweise 2010 umfangreich renoviert worden. Alle drei Schiffe fuhren unter amerikanischer Flagge.

Alle drei Schiffe von Blount Small Ship Adventures waren auf besonderen Routen an der nordamerikanischen Ostküste und auf Flüssen beispielsweise auch am Erie-Kanal, den Großen Seen, am Hudson River und am Mississippi unterwegs. Durch besondere Features wie absenkbare Steuerhäuser und eine nach vorne ausklappbare Gangway hatten sie die Möglichkeit, Routen zu fahren, die anderen Reedereien versperrt blieben.

Gegenüber Workboat.com sagte Marcia Blount, die Werft sei das das Kerngeschäft des Unternehmens: „Wir sind gesund, mit einigen großartigen Aufträgen.“ Dazu gehören ein kleines Boot zum Setzen von Bojen, das auch Eis brechen kann, sowie zwei Crew-Transfer-Boote für ein Offshore-Windkraftwerk an der amerikanischen Ostküste.

Mit Blount Small Ship Adventures gibt das erste amerikanische Kreuzfahrtunternehmen wegen der Coronakrise auf. In Europa haben zuvor bereits Transocean/CMV sowie Pullmantur Cruises Insolvenz angemeldet. FTI Cruises hat seine Kreuzfahrtsparte aufgelöst. Als größtes Kreuzfahrtunternehmen der Welt hat Carnival Corp. zahlreiche Kreuzfahrtschiffe verkauft, einige zur direkten Verschrottung.

Kommentar schreiben

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.