Bug der Fridtjof Nansen

„Wave Piercing Bow“-Bugform, Schiffdaten und Impressionen aus der Kleven-Werft

Eine der äußerlichen Auffälligkeiten der Roald Amundsen, Fridtjof Nansen und bald auch des dritten Hybrid-Kreuzfahrtschiffs von Hurtigruten ist die neue Bugform mit einem nahezu senkrechten Steven und einem integrierten, angedeuteten Bugwulst.

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Insgesamt hat Hurtigruten bei den neuen Schiffen sehr eng mit Rolls-Royce zusammengearbeitet. Für die Optik brachte die Reederei aber auch den Yachtdesigner Espen Oeino (Monaco) ins Spiel.

Nahezu das gesamte technische Schiffsdesign stammt von Rolls-Royce Commercial Maritime, wo teils sogar speziell für diese Schiffsklasse neue Produkte entwickelt wurden – beispielsweise Seitenstrahlruder, die den Anforderungen für die höchste Eisklasse PC6 des Schiffs gerecht werden.

Die ungewöhnliche Bugform lag als Patent bei Rolls-Royce bereits eine Weile in der Schublade, kommt nun aber bei den Hybrid-Schiffen erstmals zum Einsatz. Rune Ekornesvag, Vice President Sales and Contract bei Rolls-Royce, erklärt den „Wave Piercing Bow” in einem cruisetricks.de-Kurzinterview:

Rune Ekornesvag, Vice President Sales and Contract, Rolls-Royce

Rune Ekornesvag, Vice President Sales and Contract, Rolls-Royce

„Der Bug schneidet quasi durch die Wellen.”

„Wir nennen das ‚Wave Piercing Bow‘, was bedeutet, dass der Bug quasi durch die Wellen schneidet. In der Praxis bedeutet das deutlich weniger Stampfbewegungen bei Seegang. Das ist natürlich gut für den Komfort der Passagiere, die typischerweise keine Seeleute sind. Das ist wichtig. Aber es reduziert auch den Reibungswiderstand des Wassers ziemlich stark und damit den Kraftstoffverbrauch. Also: Komfort und Energieeffizienz.“

Impressionen aus der Kleven-Werft in Ulsteinvik

Ich habe fast einen ganzen Tag in der Kleven-Werft in Ulsteinvik verbracht, die Fridtjof Nansen von außen, die Roald Amundsen auch von innen besichtigt, Vorträge angehört, Gespräche geführt und mich auf dem Werftgelände umgesehen. Hier einfach ein paar Bilder und Impressionen von diesem spannenden Tag in Ulsteinvik und der Anreise von Alesund aus per Bus und Fähre:

Daten und Infos zum Schiff

Derzeit hat Hurtigruten bei der Kleven-Wert in Ulsteinvik drei der neuen Expeditions-Kreuzfahrtschiffe mit Hybrid-Antrieb bestellt: Die Roald Amundsen geht im Mai 2019 in Dienst, die Fridtjof Nansen soll 2020 folgen, ein drittes, noch namenloses Schiff 2021. Sehr wahrscheinlich werde es weitere Schwesterschiffe geben, sagte Hurtigruten-CEO Daniel Skjeldam während der Werftbesichtigung in Ulsteinvik.

Roald Amundsen
Roald Amundsen

Die Kleven-Werft gehört inzwischen übrigens direkt zu Hurtigruten: Im Juni kaufte ein Tochterunternehmen der Reederei die in finanzielle Schieflage geratene Werft. Drei Passagier-Schiffe hatte Kleven schon zwischen 1996 und 2002 für Hurtigruten gebaut, ansonsten ist die Werft eher im Bereich von Spezialschiffen und Offshore-Versorgern aktiv und hat seit 2005 rund 100 Schiffe gebaut.

Fakten zu den Schiffen: Roald Amundsen und Fridtjof Nansen

  • Baukosten: je 150 bis 180 Millionen Euro
  • Tonnage: BRZ 20.889
  • Länge: 140 Meter
  • Breite: 23,6 Meter
  • Tiefgang: 5,3 Meter
  • Eisklasse: PC6
  • Passagiere: 530
  • Crew: 151
  • Kabinen: 265 Kabinen, alle außen, rund die Hälfte davon mit Balkon
  • Haupt-Maschinen: vier Bergen B33:45 von Rolls Royce, je 3.600 kW
  • Akku-/Batterie-Kapazität: derzeit 2 x 627 kWh
  • Antrieb: zwei Azipull-Thruster mit Permanent-Magnet-Motor, je 3 MW
Anmerkung*: Cruisetricks.de war zum Werftbesuch in Ulsteinvik auf Einladung von Hurtigruten.

Weitere Teile der Serie " Werftbesuch mit Hurtigruten: Viele Details zu den neuen Hybrid-Expeditionsschiffe ":

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Cruisetricks.de war zum Werftbesuch in Ulsteinvik auf Einladung von Hurtigruten.

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