Roald Amundsen

Werftbesuch mit Hurtigruten: Viele Details zu den neuen Hybrid-Expeditionsschiffe

Unterwasser-Drohne, hochauflösende 360-Grad-Kamera am Schiffsmast, ein riesiger LED-Screen im Atrium – und natürlich der Hybrid-Antrieb: Bei einem Werft-Besuch bei den neuen Expeditions-Kreuzfahrtschiffen von Hurtigruten gab es einen tiefen Einblick in die Features und Besonderheiten der Roald Amundsen und Fridjof Nansen.

Im Mai 2019 stellt Hurtigruten mit der Roald Amundsen das erste Kreuzfahrtschiff mit Hybrid-Antrieb in Dienst. Ich hatte die Gelegenheit, das Schiff und ihre Schwester Fridtjof Nansen in der Kleven-Werft im norwegischen Ulsteinvik zu besichtigen. Von der Reise habe ich spannende, neue Details zu den Hybridschiffen mitgebracht. Und ich hatte Gelegenheit, mich mit CEO Daniel Skjeldam über das Nachhaltigkeits-Engagement zu unterhalten.

Für ein kleines Schiff mit einer Tonnage von knapp 21.000 BRZ bieten die neuen Hybrid-Expeditionskreuzfahrtschiffe von Hurtigruten erstaunlich viel Innovation und spannende Features. Mit viel Technik sollen die Passagiere möglichst flexibel und umfassend die Fahrtgebiete erleben können, in denen die Schiffe unterwegs sind: Wissenschaftslabor und Touch-Screen, LED-Videowände, Streaming-Technik am ganzen Schiff und zum Smartphone der Passagiere, Außenkameras und sogar eine Unterwasser-Drohne sollen zu Einsatz kommen.

Verglastes Observation-Deck im Bug

Im Zentrum stehen dabei die Explorer Lounge. Davor liegt ein direkt im Bug des Schiffs angesiedelter, verglaster Aussichtsbereich und direkt darüber ein offener Bereich am Bug. Ausblick nach vorne gibt es außerdem auf Deck 10 in der Explorer Lounge & Bar.

Vom verglasten Observation-Deck habe ich aus der Werft ein 360-Grad-Panoramabild mitgebracht – die Verglasung fehlt hier noch, aber das Bild vermittelt schon einen Eindruck, wie sich dieser Bereich direkt im Bug des Schiffs einmal anfühlen wird. Ein zweites Panorama-Bild bietet einen Rundum-Blick in der Kleven-Werft in Ulsteinvik:

interaktive Panorama-Bilder: Roald Amundsen

Vollbild-Modus (empfehlenswert): Panorama-Bilder der Roald Amundsen - Blickrichtung verändern: ins Bild klicken, Maustaste halten und Maus bewegen - weitere Panorama-Szenen ansehen: Pfeil-Button links und rechts.

Amundsen Science Center

Im Amundsen Science Center gibt es einen Wissenschaftsbereich, der sowohl mit Mikroskopen ausgestattet ist, als auch mit Virtual-Reality-Technik, einem Touch-Screen-Tisch und einigen Video-Bildschirmen. Mit bodentiefen, beweglichen Video-Displays lässt sich der Raum flexibel in mehrere Vortragsräume unterteilen oder ganz offen gestalten, wenn die Video-Screens im Quadrat zusammengeschlossen werden.

Grundriss des Science Centers (Bild: Hurtigruten)
Grundriss des Science Centers (Bild: Hurtigruten)

Besonders reizvoll ist der Ansatz, Vorträge und Live-Videos per Streaming am ganzen Schiff zu verteilen. Wer also einen Vortrag lieber in seiner Kabine ansehen will, tut das über den Kabinen-Fernseher. Und wer draußen an Deck mit der Kamera auf den nächsten Wal wartet, kann sich die Vorträge live auf sein Smartphone oder Tablet streamen lassen.

Computer_Rendering des Science Centers (Bild: Hurtigruten)
Computer-Rendering des Science Centers (Bild: Hurtigruten)

Zu den Streaming-Angeboten gehören auch die Bilder einer Unterwasser-Drohne, die Live-Übertragung von Außenkameras, einer hochauflösenden 360-Grad-Kamera am Schiffsmast und eine mit Gyroskop stabilisierte Kamera mit extremem Zoom für Video-Bilder vorbeiziehender Landschaften oder auch Tierbeobachtung von Schiff aus.

Mehr als ein wenig Mikroskopieren für Passagiere

Auf das Science Center der Roald Amundsen und Friedtjof Nansen ist Hurtigruten besonders stolz. Denn dabei geht es nicht nur um ein wenig Mikroskopieren von Krebsen oder Plankton für die Passagiere. Vielmehr unterstützt Hurtigruten mit dem Labor und Messgeräten an Bord einige Forschungseinrichtungen an Land. Ziel ist, eine Art schwimmende Außenstelle für Universitäten zu sein.

bei unserem Wertbesuch sah das Science Center noch so aus ...
bei unserem Wertbesuch sah das Science Center noch so aus …

Karin Strand, Field Operations Manager und Expeditionsleiterin bei Hurtigruten schildert die Forschungsarbeit im Science Center im cruisetricks.de-Interview:

Karin Strand, Field Operations Manager und Expeditionsleiterin, Hurtigruten

Karin Strand, Field Operations Manager und Expeditionsleiterin, Hurtigruten

„Wir haben Forschungspartnerschaften mit dem Scripps Institut in Kalifornien, mit dem Norwegian Polar Institute, da ist die Kooperation derzeit „Science to Port“. Und wir arbeiten auch mit der Universität von Longyearbyen, für die wir während des Sommers 2018 ein Experiment mit Phytoplankton-Proben durchgeführt haben und das wir fortführen werden.

„Von einigen Orten, die wir anlaufen, ist es sehr schwer, solche Daten zu erheben. Dabei können wir helfen.”

Wir sammeln Phytoplankton-Daten, um herauszufinden, wie viel Nahrung im Wasser vorhanden ist, weil das etwas über die zu erwartende Biodiversität aussagt und über nachhaltige Entwicklung von Biodiversität in der Region, in der wir uns bewegen. Von einigen Orten, die wir anlaufen, ist es sehr schwer, solche Daten zu erheben. Dabei können wir helfen.

Messung von Mikroplastik ist im Moment noch ganz neu für uns, weswegen wir noch keine Daten dazu haben. Die Ausrüstung dazu installieren wir gerade, um künftig konsistente Daten erfassen zu können.

Dann haben wir auch ein Programm zur Identifizierung von Walen, um ein Projekt namens „Happy Whale“ zu unterstützen und um die Migrationsmuster von Walen zu verstehen. Das ist auch ein Teil dessen, wo wir sehr aktiv sind. Und für Seevögel.“

LED-Screen im Atrium

Ein weiteres Highlight der Hybrid-Schiffe von Hurtigruten ist der sieben Decks hohe, hochauflösende LED-Bildschirm im Atrium. 17,5 Meter hoch und 6,5 Meter breit erstreckt er sich von Deck vier bis zehn und hat eine Auflösung von 6720 mal 2496 Bildpunkten ohne störende Kanten im Bild, wie sonst typischerweise bei Großbildschirmen.

So soll das Atrium mit dem riesigen LED-Screen einmal aussehen, wenn das Schiff fertig ist (Bild: Hurtigruten)
So soll das Atrium mit dem riesigen LED-Screen einmal aussehen, wenn das Schiff fertig ist (Bild: Hurtigruten) …

Zu sehen sein sollen auf diesem LED-Screen beispielsweise Landschaftsaufnahmen des jeweiligen Fahrtgebiets, aber auch die schon angesprochenen Live-Streams von Vorträgen und der unterschiedlichen Kameras und der Unterwasser-Drohne.

... und so sieht das Atrium derzeit in der Werft aus.
… und so sieht das Atrium derzeit in der Werft aus.
Anmerkung*: Cruisetricks.de war zum Werftbesuch in Ulsteinvik auf Einladung von Hurtigruten.

Weitere Teile der Serie " Werftbesuch mit Hurtigruten: Viele Details zu den neuen Hybrid-Expeditionsschiffe ":

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Cruisetricks.de war zum Werftbesuch in Ulsteinvik auf Einladung von Hurtigruten.

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