Urteil: „Zwangstrinkgeld“ ist Teil des Reisepreises

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Erneut hat ein Gericht entschieden, dass verbindliche Trinkgelder, so genannte „Serviceentgelte“ fester Bestandteil des Kreuzfahrt-Reisepreises sind und nicht lediglich in einer Fußnote angegeben werden dürfen. Geklagt hatte die Verbraucherschutz-Organisation „Verband Sozialer Wettbewerb“ gegen eine Werbeanzeige von MSC im Kundenmagazin der Deutschen Bahn.

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Laut Süddeutscher Zeitung hat das Landgericht München I in dem – noch nicht rechtskräftigen – festgestellt, dass die Reederei künftig nicht mehr mit Preisen werben darf, in denen das obligatorische Serviceentgelt nicht eingerechnet ist. Bereits im Februar hatte das Berliner Kammergericht in einem sehr ähnlichen Fall genau so geurteilt.

Beide Urteile stellen damit fest, dass ein Serviceentgelt fester Bestandteil des Reisepreises ist und bei der Bewerbung einer Kreuzfahrt in selbigen eingerechnet werden muss – und zwar entgegen der Argumentation der Reedereien auch dann, wenn die verpflichtende Zahlung dieses von Passagieren häufig auch als „Zwangstrinkgeldes“ titulierten Serviceentgelts voraussetzt, dass der Passagier keine Beanstandungen an Bord geltend macht.

Das Münchner Landgericht stellt dazu fest, dass einwandfreier Service ohnehin Teil des Reisevertrags sei und bei Nichtzahlung des Serviceentgelts durch den Kunden aufgrund von Beanstandungen rechtlich gesehen einer pauschalen Reisepreisminderung gleichkäme. Die Natur von freiwilligem Trinkgeld, das nicht Bestandteil des Reisepreises ist, sei dass der Kunde auch dann nicht zur Zahlung verpflichtet sei, wenn er eigentlich zufrieden ist.

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Das Münchner Urteil ist noch nicht rechtskräftig, eine schriftliche Urteilsbegründung liegt noch nicht vor.

Eine direkte Auswirkung auf Passagiere haben freilich beide Urteile nicht, da es sich jeweils um wettbewerbsrechtliche Klagen handelt. Ein Erstattungsanspruch von bezahlten Serviceentgeld oder ein Recht, das Serviceentgelt zu verweigern, entsteht für den Passagier daraus nicht. Allerdings riskiert der Reiseveranstalter beziehungsweise die Reederei ein hohes Ordnungsgeld bei künftigen Verstößen gegen die Auflagen des Gerichts. Laut Süddeutscher Zeitung droht der Reederei bei Wiederholung ein Ordnungsgeld von bis zu 250.000 Euro – sofern das Urteil rechtskräftig wird.

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Ein Kommentar zu Urteil: „Zwangstrinkgeld“ ist Teil des Reisepreises

  1. Erich Dietmueller on August 2, 2013 at 2:23 pm

    Endlich kommt Bewegung in die Sache. Zu meiner Zeit an Bord war „Trinkgeld“ das Ergebnis von zufriedenen Gästen.Heute ist es Zwang und die Reedereien zahlen damit einen Großteil ihrer Lohnkosten. Um dem ganzen noch die Krone aufzusetzen, engagiert man Billiglöhner ohne Ausbildung. Das Ergebnis ist oft erschreckend und ich wundere mich oft mit was der Heutige Kreuzfahrtpassagier zufrieden ist. Liest man diverse
    Bewertungsforen hört an „bestens““hervorragend“, „ausgezeichnet“
    Die Reedereien welche zu Dumpingpreisen ihre Kreuzfahrten anbieten, können gar nicht mehr hervorragend sein, denn das Budget gibt nichts mehr her.Ich bin neugierig bis der große Katzenjammer ausbricht, denn der ist absolut fällig wenn die Wirtschaft weiter so nachgibt. Dann werden wieder Schiffe aufliegen und die Preis steigen. Doch dann gibt es kein Fachpersonal mehr, weil es nicht ausgebildet wurde!

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