Costa Concordia soll in Genua verschrottet werden

Das Wrack der am 13. Januar 2012 vor der italienischen Insel Giglio verunglückten Costa Concordia soll in Genua verschrottet werden. Das berichten italienische Medien und die Nachrichtenagentur Reuters. Die italienische Regierung muss diesen Plänen aber noch zustimmen, eine offizielle Verlautbarung soll es dazu am 16. Juni geben.

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Lange war darüber diskutiert worden, wo die Costa Concordia verschrottet werden soll. Costa hatte darauf gedrängt, italienische Firmen damit zu beauftragen, idealerweise nahe dem Unternehmenssitz in Genua. Auch die italienische Regierung hatte eine Verschrottung durch ein italienisches Unternehmen präferiert, auch um die daran hängenden Arbeitsplätze im Land zu schaffen beziehungsweise zu erhalten. Die Versicherungen, die wohl den Großteil der Kosten tragen müssen, hatten für kostengünstigere Varianten in Indien oder der Türkei plädiert.

Der zunächst für Juni geplante Abtransport des Schiffswracks soll nun einen Monat später stattfinden. Als mögliche Termine werden der 19. oder 20. Juli 2014 genannt. Zu der Verzögerung ist es gekommen, weil es beim Anbringen der Schwimmtanks zu einer kleineren Panne gekommen war. Bereits im September 2013 war die bei dem Unglück gekenterte Costa Concordia mit Hilfe von Schwimmtanks und einer komplizierten Kranvorrichtung aufgerichtet worden.

Der Transport des havarierten Kreuzfahrtschiffs von Giglio nach Genua soll rund fünf Tage dauern. Umweltverbände wie Greeenpeace wollen den Transport begleiten, um sicherzustellen, dass aus dem Wrack kein Öl oder andere Schadstoffe ins Meer laufen.

Die Verschrottung soll von einer Unternehmensgruppe unter Führung des Eni-Saipem-Konzerns durchgeführt werden, der unter anderem auch mit der genuesischen Werft T. Mariotti zusammenarbeitet, wie Reuters berichtet. Saipem ist ein italienischer Konzern, der vor allem im Offshore-Bereich mit Ölbohrplattformen und Spezialschiffen tätig ist.

Die Costa Concordia war im Januar 2012 nach der Kollision mit Felsen auf dem Meeresgrund gekentert. 32 Menschen waren bei dem Unglück ums Leben gekommen, 4.197 konnten sich retten. Strafrechtlich muss sich für die Schiffskatastrophe derzeit lediglich noch Kapitän Francesco Schettino vor Gericht verantworten, der weiterhin seine Unschuld beteuert. Daneben sind aber zahlreiche Schadensersatzklagen von Passagieren und Angehörigen der Opfer anhängig oder in Vorbereitung.

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