Der Overtourismus-Druck bringt die griechische Insel Santorini immer wieder an ihre Grenzen und führt nun erneut zu Regeländerungen für die Kreuzfahrt: Der Eselspfad vom Hafen nach Fira ist wegen eines Mauereinsturzes bis auf weiteres gesperrt. Deshalb hebt die Insel die erst kürzlich erlassene, umstrittene Anordnung zur Verteilung der Kreuzfahrtpassagier auf die beiden Häfen der Insel wieder auf.
Nur noch 30 Prozent der Kreuzfahrt-Passagiere durften zuletzt den neuen Hafen in Athinios nutzen, von dem aus typischerweise die Landausflüge der Reedereien abgewickelt werden. Das hatte zu beschränktem Angebot an Ausflügen geführt.
Die übrigen Passagiere mussten zum alten Hafen am Anleger Ormos Thiron mit der Talstation der Fira-Seilbahn und dem Einstieg zum Eselspfad. Weil der Eselspfad nun erst einmal als Entlastungsstrecke für die Seilbahn entfällt, wurde die 30-Prozent-Regel für Athinios ausgesetzt. Alle Passagiere, die an einem organisierten Ausflug teilnehmen, müssen die Reedereien nun ausnahmslos nach Athinios bringen.

Was war passiert? Am Montag, 27. Juli 2026, war die Mauer eines Privatgebäudes oberhalb der Serpentinenstraße vom Hafen hinauf in die Stadt Fira eingestürzt, die Touristen für Eselsritte oder – wenn sie mutig genug waren – auch zu Fuß nutzen konnten. Die Seilbahn ist daher vorerst die einzige Verbindung zwischen dem alten Hafen und Fira.
Der Eselspfad ist seit langer Zeit vor allem aus Tierschutzgründen umstritten und wir unter anderem von der Tierschutzorganisation Peta seit vielen Jahren als Tierquälerei angeprangert. Alle Versuche, die Nutzung der Esel zum Transport von Passagieren zwischen Hafen und Fira zu unterbinden, sind bislang jedoch gescheitert. Wann der Eselspfad nach dem Mauer-Einsturz wieder freigegeben wird, oder ob auf absehbare Zeit überhaupt wieder, ist derzeit nicht bekannt.




