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Esta für USA: Gebührenerhöhung von 21 auf 40 Dollar, Inkrafttreten unklar

Donald Trumps „One Big Beautiful Bill Act“ hat auch eine direkte Konsequenz für USA-Reisende: Die Gebühr für die Einreisegenehmigung Esta verdoppelt sich annähernd, von 21 auf 40 Dollar. Wann die neue Gebührenhöhe in Kraft tritt, ist allerdings noch unklar. Drastisch teurer werden auch Visa für die USA, die bei Esta-Berechtigung aber nicht relevant sind.

Das Gesetz ist zum 4. Juli 2025 in Kraft getreten. Ab wann die darin beschlossenen, höheren Visa- und Esta-Gebühren jedoch tatsächlich kassiert werden, ist bislang nicht bekannt. Sport- und Tourismusverbände sorgen sich schon jetzt um die Besucherzahlen für Großereignisse wie Fußballweltmeisterschaft 2026 und die Olympischen Spiele 2028, die beiden in den USA stattfinden.

Das Gesetz erlaubt weitere Gebührenerhöhungen, angelehnt an die Inflationssrate, ohne neuen Beschluss durch den US-Kongress.

Zugleich kürzt der „One Big Beautiful Bill Act“ die Tourismuswerbung für die USA drastisch. Das Budget für „Brand USA“ sinkt von jährlich 100 Millionen auf nur noch 20 Millionen Dollar. Aber auch Positives für die Reisebranche enthält das Gesetz, nämlich die so dringend notwendige Modernisierung der Flugverkehrskontrolle in den USA. Von den Tourismusverbänden in den USA kommt aber jedenfalls heftige Kritik an den Budget-Kürzungen für „Brand USA“ und die Esta-Gebührenerhöhung.

Esta-Gebühr steigt auf 40 Dollar

Zuletzt hatte die USA die Esta-Gebühr bereit 2022 von 14 auf 21 Dollar erhöht. Die jetzige Erhöhung bedeutet also eine Kostensteigerung für USA-Reisende um 26 Dollar (285 Prozent) innerhalb von gut drei Jahren. Immerhin hat Trumps Politik bislang zu einem niedrigeren Dollar-Kurs geführt, sodass 40 Dollar aktuell nur rund 34 Euro entsprechen. Die Website der zuständigen Behörde U.S. Customs and Border Protection spiegelt noch die Gebührenerhöhung von 2022 wider. Dort wird man mutmaßlich erfahren, wann die neue Gebühr von 40 Dollar fällig wird.

Esta ist eine Abkürzung, die für „Electronic System for Travel Authorization“ steht. Im Rahmen des sogenannten „Visa Waiver Program“ können Bürger aus zahlreichen Staaten, darunter auch Deutschland, als Touristen oder für Geschäftsreisen für die Dauer von maximal 90 Tage ohne Visum in die USA einreisen. Einmal genehmigt, gilt Esta für beliebig viele Einreisen innerhalb von zwei Jahren.

Esta ist Voraussetzung, um überhaupt ins Flugzeug in die USA steigen zu dürfen, garantiert aber die Einreise nicht. Die Entscheidung liegt ausschließlich beim jeweiligen Grenzbeamten. Und mit Esta verzichten Reisende auch automatisch auf jegliche Einspruchsmöglichkeit oder andere rechtliche Schritte, wenn die Einreise – auch ohne Angabe von Gründen – verweigert wird.

Visa-Gebühr steigt mit neuer „Visa Integrity Fee“ um 250 Dollar

Komplett neu ist die „Visa Integrity Fee“. 250 Dollar bei der Ausstellung eines Non-Immigrant-Visa verlangt die USA künftig. Die neue Gebühr fällt zusätzlich zu bereits bestehenden Gebühren an, insbesondere die „Machine Readable Visa (MRV) fee“ – die bislang normale Visum-Gebühr, die für die meisten Visa-Typen 185 Dollar beträgt und die Verwaltungskosten bei der Visa-Erstellung decken soll.

Ein zehn Jahre lang gültiges B-1- beziehungsweise B-2-Visum für Geschäftsreisende und Touristen kostet aktuell also 185 Dollar, künftig plus „Visa Integrity Fee“ dann 435 Dollar. B-1 oder B-2 benötigen deutsche Geschäfts- und Urlaubsreisende typischerweise aber nicht, weil für die die Esta-Ausnahmeregelung gilt.

Für die Kreuzfahrt relevant ist die Visa-Kategorie D für Crew-Mitglieder, das 185 Dollar kostet (Laufzeit abhängig von der Nationalität, für Staatsbürger der Philippinen beispielsweise zehn Jahre, für Deutsche fünf Jahre). Die Kosten für das D-Visum erhöhen sich nun ebenfalls auf 435 Dollar.

Bei regelkonformem Verhalten, also Einhaltung aller Regeln, die mit dem Visum verbunden sind, sieht das Gesetz eine Rückerstattung der 250-Dollar-Gebühr vor. Allerdings rätseln selbst Rechtsexperten, wie die Einhaltung der Regeln kontrolliert und die Rückerstattung erfolgen könnte. Steve Brown von der auf Immigration spezialisierten Anwaltskanzlei Reddy Newman Brown beispielsweise empfiehlt, die „Visa Integrity Fee“ vorerst als nicht erstattbar in die Reisekosten einzukalkulieren, solange die Rechtslage so unklar sei.

Gilt vorerst für das laufende Haushaltsjahr, das am 30. September 2025 endet. Danach ist eine weitere Erhöhung möglich, die sich laut dem Gesetz an der Inflationsrate orientieren kann.

Wie schon bei der Gebührenerhöhung für Esta ist aber nicht klar, ab wann die neue Gebühr bei Ausstellung eines Visums nun tatsächlich erhoben wird.

Und noch eine Gebühren-Erhöhung: „I-94 Fee“ von sechs auf 24 Dollar

Deutlich erhöht wird die „I-94 Fee“. Diese Gebühr fällt an, wenn man das Einreiseformular „I-94“ in Papierform einreicht beziehungsweise einreichen muss. Das geschieht typischerweise bei Einreise über eine Landgrenze in die USA, also von Kanada oder Mexiko aus. Bei See- und Flug-Einreise werden die I-94-Daten dagegen elektronisch übermittelt, wofür die Gebühr nicht anfällt. Bisher betrug die „I-94 Fee“ sechs Dollar, künftig sind es 24 Dollar. Auch bei der „I-94 Fee“ steht noch nicht fest, ab wann der höhere Betrag kassiert wird.

EU-Gegenstück zu Esta: Etias

US-Amerikaner benötigen für die touristische Einreise nach Deutschland, respektive in den Schengen-Raum, derzeit kein Visum und auch keine dem Esta ähnliche Voranmeldung. Die EU hat zwar das European Travel Information and Authorization System (Etias) beschlossen, das dem Esta der USA ähnlich ist. Die Einführung verzögert sich aber und soll nun Ende 2026 stattfinden. Für Etias ist eine Gebühr von 20 Euro vorgesehen (nachdem ursprünglichen Planungen zunächst eine Gebühr von sieben Euro vorsahen).

3 Kommentare

Über den Autor: FRANZ NEUMEIER

Franz Neumeier
Über Kreuzfahrt-Themen schreibt Franz Neumeier als freier Reisejournalist schon seit 2009 für cruisetricks.de und einige namhafte Zeitungen und Zeitschriften. Sein Motto: Seriös recherchierte Fakten und Hintergründe statt schneller Schlagzeilen und Vorurteile, damit sich jeder seine eigene Meinung bilden kann. TV-Reportagen zitieren ihn als Kreuzfahrt-Experten und für seine journalistische Arbeit wurde er mehrfach ausgezeichnet. Er wird regelmäßig in die Top 10 der „Reisejournalisten des Jahres“ gewählt und gewann mit cruisetricks.de mehrfach den „Reiseblog des Jahres“-Award.

3 Gedanken zu „Esta für USA: Gebührenerhöhung von 21 auf 40 Dollar, Inkrafttreten unklar“

  1. @Hans: Aus Prinzip ? Weil bei den Gesamtkosten einer solchen Reise fallen die 40 USD ja nicht ins Gewicht.
    Ich werde auch weiterhin die USA bereisen.die eErhöhung interessiert mich kaum bzw. wird sie mich nicht vom Einreisen abhalten.
    Ich werde mich bei Verlängerung nur kurz ärgern und das wars dann.

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