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Financial Times: Royal Caribbean verhandelt Übernahme der Sandals Resorts

Royal Caribbean verhandelt laut Financial Times die Übernahme der Sandals Resorts International, einer großen Resort-Hotelgruppe in der Karibik. Im Raum steht die operative Kontrolle von Sandals und Übernahme von zunächst 50 Prozent der Unternehmensanteile für drei Milliarden Dollar – knapp der Wert von zwei Mega-Kreuzfahrtschiffen.

Die Financial Times beruft sich in ihrem Bericht auf eine vertrauliche Quelle und betont, dass der Verkauf noch nicht beschlossen sei und der Deal scheitern könne. Übernimmt Royal Caribbean tatsächlich die Sandals Resorts, würde es dem Unternehmen einen großen Vorsprung gegenüber der Konkurrenz wie Carnival, NCL und MSC verschaffen im aktuellen Rennen um Reederei-eigene Privatinseln und Strandresorts im wichtigsten Fahrgebiet der Branche, der Karibik.

Sandals hat insgesamt 20 Resorts in Antigua, Bahamas, Barbados, Curacao, Jamaika, Grenada, Saint Lucia und San Vincent sowie zwei Resorts unter der Marke Beaches Resorts in Jamaika und Turks & Caicos. Laut Financial Times ist Sandals der größte, einzelne Arbeitgeber in der Karibik.

Die Übernahme von zunächst 50 Prozent der Anteile an Sandals Resorts International soll Royal Caribbean angeblich rund drei Milliarden Dollar kosten – etwa so viel wie zwei große, neue Kreuzfahrtschiffe. Dabei soll die Royal Caribbean Group die Führung bei Sandals übernehmen, mit der Perspektive, später auch die restlichen Anteile zu erwerben.

Über die Sandals Resorts gab es laut Financial Times seit dem Tod des Gründers Gordon Stewart im Jahr 2021 immer wieder Gespräche mit potenziellen Käufern, die bislang ergebnislos verlaufen waren. Auch vor seinem Tod hatte Stewart versucht, das Unternehmen zu verkaufen, was letztlich am Beginn der Pandemie scheiterte.

Übernahme-Gespräche bestätigen großen Trend in der Kreuzfahrtbranche

Unabhängig davon, ob der Deal zustande kommt oder nicht, bestätigt aber allein die Tatsache, dass Royal Caribbean über Akquisitionen in diesen Dimensionen verhandelt, eine Entwicklung in der Kreuzfahrtbranche, die immer mehr Fahrt aufnimmt: Die großen Kreuzfahrt-Unternehmen fokussieren nicht mehr nur auf ihre Schiffe, sondern versuchen zunehmend, auch Kontrolle über Häfen und Destinationen zu erlangen.

Was 1977 mit der ersten Privatinsel in den Bahamas begann, NCLs Great Stirrup Cay, ist heute zu einem wichtigen Bestandteil der Unternehmensstrategie geworden und wird von Experten als wesentlicher Baustein für weiteres Wachstum der Kreuzfahrt insbesondere mit sehr großen Schiffen gesehen.

Zuletzt hatte Royal Caribbean bereits im sogenannten Proxy-Statement (Mitteilung an die Aktionäre) für die Hauptversammlung 2026 das neue Selbstbild bereits deutlich formuliert: „Wir sind ein weltweit führendes Reiseunternehmen, dessen Angebot Kreuzfahrten, exklusive Reiseziele und Urlaubserlebnisse an Land umfasst.“

Von den Reedereien kontrollierte Destinationen wie Privatinseln und Strand-Resorts, aber in etwas anderer Ausprägung auch eigene Piers und Anleger an beliebten Orten vermeiden Overtourismus-Probleme, ermöglichen passende Angebote für die Zielgruppe der jeweiligen Reederei und schaffen vor allem Freiheiten bei der Routenplanung und ausreichende Infrastruktur an Land für die hohe Passagierzahl der Mega-Kreuzfahrtschiffe.

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Über den Autor: FRANZ NEUMEIER

Franz Neumeier
Über Kreuzfahrt-Themen schreibt Franz Neumeier als freier Reisejournalist schon seit 2009 für cruisetricks.de und einige namhafte Zeitungen und Zeitschriften. Sein Motto: Seriös recherchierte Fakten und Hintergründe statt schneller Schlagzeilen und Vorurteile, damit sich jeder seine eigene Meinung bilden kann. TV-Reportagen zitieren ihn als Kreuzfahrt-Experten und für seine journalistische Arbeit wurde er mehrfach ausgezeichnet. Er wird regelmäßig in die Top 10 der „Reisejournalisten des Jahres“ gewählt und gewann mit cruisetricks.de mehrfach den „Reiseblog des Jahres“-Award.

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