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Kreuzfahrt-Reedereien sagen alle Israel-Hafenanläufe kurzfristig ab

Nach dem Angriff der Hamas aus dem Gaza-Streifen auf Israel haben Kreuzfahrt-Redereien ihre bevorstehenden Anläufe israelischer Häfen kurzfristig abgesagt. Einige Schiffe waren bereits auf dem Weg nach Israel oder lagen sogar in einem israelischen Hafen, als die überraschenden Angriffe am Samstag, 7. Oktober 2023, begannen.

Die Nieuw Statendam von Holland America Line verließ den Hafen am Samstagabend, nachdem die Reederei alle Passagiere von ihren Landausflügen zurückgeholt hatte. Eigentlich sollte das Kreuzfahrtschiff drei Tage in Haifa bleiben. Die Nieuw Statendam fährt nun nach Alanya in der Türkei, wo sie am 9. Oktober ankommen soll.

Die Nautica von Oceania Cruises, deren Reise am Freitag, 7. Oktober, in Haifa begann und anschließend auch Ashdod im Programm hatte, hat Haifa im Laufe des frühen Samstagnachmittags verlassen und fährt direkt nach Limassol auf Zypern, wo sie am 9. Oktober ankommen soll.

Die Celebrity Apex ist am Samstag auf dem Weg nach Haifa abgedreht. Sie sollte eigentlich am Sonntag Haifa anlaufen und fährt nun als Ersatzhafen Limassol an, wo sie über Nacht bleibt. Anschließend fährt sie nach Alexandria in Ägypten weiter, wo sie drei statt den geplanten zwei Tagen bleibt. Update: Inzwischen hat Celebrity Cruises auch die Anläufe in Alexandria für die aktuelle und die nachfolgende Reise Mitte Oktober aus dem Routenplan genommen. Die Fahrtroute beinhaltet nun Mykonos, Santorini, Rhodos, Chania/Kreta, Limassol und Bodrum statt Alexandria, Ashdod und Haifa.

Die Odyssey of the Seas von Royal Caribbean International sollte am 9. Oktober Haifa anlaufen und weicht nun nach Bodrum in der Türkei sowie Limassol auf Zypern aus.

Auch die Norwegian Gem fährt nun von Ägypten direkt nach Limassol weiter und legt einen zusätzlichen Seetag ein. Sie sollte eigentlich Ashdod anlaufen.

Besonders schwierig ist die Situation für die Rhapsody of the Seas, die derzeit in Haifa einen Basishafen mit Passagierwechsel hat. Die beiden Haifa-Termine am 9. und 13. Oktober hat Royal Caribbean bereits abgesagt. Wohin die Rhapsody of the Seas ausweicht, ist (Stand Sonntagmorgen) noch nicht bekannt. Derzeit hält sie, von Santorini kommend, noch Kurs auf Haifa.

Regent Seven Seas Cruises hat die Anläufe der Seven Seas Voyager in Haifa am 14. und 15. Oktober sowie Ashdod am 16. und 17. Oktober abgesagt.

Celestyal Cruises hat Israel-Anläufe bereits bis einschließlich November 2023 gestrichen.

Bei MSC Cruises entfallen zunächst die Anläufe der MSC Musica in Haifa am 12., 19. und 26. Oktober sowie 2. November, mit unterschiedlichen Ersatzhäfen wie Antalya, Rhodos oder Marmaris. Die MSC Sinfonia fährt am 16. Oktober nach Bodrum statt Haifa. Update: Inzwischen hat MSC Cruises alle Anläufe israelischer Häfen für 2023 und Anfang Januar 2024 ausgesetzt und die Schiffe entsprechend umgeroutet.

TUI Cruises hatte Anläufe der Mein Schiff 5 in Ashdod und Haifa am 11. und 12. Oktober zunächst noch nicht abgesagt, dann aber letztlich die Israel-Anläufe zumindest für den 11. und 12. Oktober nach Marmaris und Santorini umgeroutet. Für eine Entscheidung zur Reise mit Abfahrt 22. Oktober bittet TUI Cruises seine Passagiere weiterhin bis zu einer endgültigen Entscheidung um Geduld.

Lediglich die Crown Iris der israelischen Reederei Mano Maritime ist den Kreuzfahrthafen von Haifa am 8. Oktober 2023 planmäßig angelaufen. Die Reederei hat ihren Hauptsitz in Haifa.

HINWEIS: Es ist sehr wahrscheinlich, dass weitere Israel-Absagen hinzukommen. Der Aufwand, jede einzelne Absage zu recherchieren und vollständig an dieser Stelle aufzulisten, ist jedoch schlicht zu hoch. Informieren Sie sich für Ihre Reise daher bitte direkt beim Reiseveranstalter über die aktuelle Lage.

Angriffe auf Israel machen Kreuzfahrt-Anläufe in absehbarer Zeit unmöglich

Am Samstag, 8. Oktober 2023, hat die Hamas begonnen, israelische Städte vom Gaza-Streifen aus Tausenden von Raketen zu beschießen und ist mit Kämpfern auch auf israelisches Gebiet vorgedrungen. Bislang ist die Rede von mehreren Hundert Toten und weit über tausend Verletzten in der israelischen Zivilbevölkerung. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erklärte, man befinde sich im Kriegszustand und berief Zehntausende Reservisten ein.

Angesichts der Ankündigung von massiven Vergeltungsschlägen durch Israel und der Aufruf von Netanjahu an alle Palästinenser, den Gaza-Streifen zu verlassen, ist es wahrscheinlich, dass in absehbarer Zeit keine Kreuzfahrtschiff-Anläufe in israelischen Häfen möglich und sinnvoll sein werden. Auch im Norden Israels droht Gefahr, nachdem Israel inzwischen auch Angriffe der Hisbollah aus dem Libanon meldet.

Über 60 Kreuzfahrtschiff-Anläufe israelischer Häfen sind eigentlich allein für Oktober und November 2023 geplant, darunter von Mein Schiff 5, MSC Sinfonia, Costa Pacifica, Seven Seas Voyager, Azamara Journey und Azamara Pursuit, Silver Spirit und Silver Moon, Marina und Rivera, MSC Sinfonia und MSC Musica, Island Princess, AIDAprima, Norwegian Epic und Norwegian Dawn, Rhapsody of the Seas und Odyssey of the Seas.

2 Kommentare

Über den Autor: FRANZ NEUMEIER

Franz Neumeier
Über Kreuzfahrt-Themen schreibt Franz Neumeier als freier Reisejournalist schon seit 2009 für cruisetricks.de und einige namhafte Zeitungen und Zeitschriften. Sein Motto: Seriös recherchierte Fakten und Hintergründe statt schneller Schlagzeilen und Vorurteile, damit sich jeder seine eigene Meinung bilden kann. TV-Reportagen zitieren ihn als Kreuzfahrt-Experten und für seine journalistische Arbeit wurde er mehrfach ausgezeichnet. Er wird regelmäßig in die Top 10 der „Reisejournalisten des Jahres“ gewählt und gewann mit cruisetricks.de mehrfach den „Reiseblog des Jahres“-Award.

2 Gedanken zu „Kreuzfahrt-Reedereien sagen alle Israel-Hafenanläufe kurzfristig ab“

  1. Ich sollte am 07.11.2023 eigentlich mit der MSC Sinfonia nach Haifa kommen. Ich denke auch, dass die Route abgeändert wird und Israel vorerst nicht mehr angefahren wird. Das wäre aktuell die beste Entscheidung. Nein, es wäre die einzige Entscheidung. Auch wenn Haifa für mich eines der Highlights der Reise gewesen wäre, wäre es unverantwortlich Haifa noch anzufahren.

  2. @Patrick: Bis November ist zwar noch etwas Zeit, aber ich denke auch, dass die Chancen, dass sich die Lage bis dahin so deutlich beruhigt, eher gering ist. Ich denke mal, die Reedereien werden im Laufe dieser Woche Entscheidungen treffen. Man darf ja nicht übersehen: Der Angriff erfolgte am erst vor zwei Tagen, an einem Samstag. Da brauchen die Reedereien auch erst einmal ein paar Arbeitstage, um die Lage genau zu bewerten und Alternativ-Häfen und -Routen zu suchen, damit sie ihren Kunden auch konkrete Informationen geben können.

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