Der Kreuzfahrthafen von Miami könnte bald nicht mehr in der Lage sein, Treibstoff für Kreuzfahrtschiffe zu liefern. Das Grundstück, auf dem aktuell die Treibstofftanks stehen, wurde an ein Immobilien-Entwicklungsunternehmen verkauft. Für die Treibstofftanks gibt es allerdings offenbar noch Verträge bis immerhin 2027. In Krisensitzungen sucht der weltgrößte Kreuzfahrthafen nun nach einem Ausweg aus der heiklen Situation.
Die Tanks, aus denen der Hafen von Miami die Kreuzfahrtschiffe mit Treibstoff versorgt, stehen auf Fisher Island nahe des kleinen Fährterminals dort. Das Land, auf dem die Tanks stehen, gehört nicht dem County, das den Hafen betreibt, sondern einem privaten Eigentümer.
Und dieser Grundeigentümer hat die Fläche im September 2025 an die Chicagoer HRP Group verkauft, die dort weitere Wohneinheiten bauen will. Es geht um ein Grundstück mit der Fläche von knapp 40.000 Quadratmetern, was etwa 5,5 Fußballfeldern entspricht.

Fisher Island ist eine Insel und teure Gated Community südöstlich der Fahrtrinne des Kreuzfahrthafens. Zahlreiche Edel-Wohnhäuser stehen dort, es gibt in der Mitte einen großen Golfplatz, eine kleine Segelboot-Marina – und eben die Treibstofftanks. Unter anderen sollen auf Fisher Island Celebritys wie Oprah Winfrey, Julia Roberts, Andre Agassi und Barbara Becker Wohnungen haben.
Das County hat einem Bericht des lokalen Fernsehsenders WLRN zufolge zwei Möglichkeiten: die Enteignung des bisherigen Standorts zu betreiben, um die bestehenden Tanks zu erhalten, oder einen neuen Standort suchen und dort schleunigst eigene Treibstofftanks bauen. Infrage kämen dafür wohl auf Grundstücke auf der Insel, auf dem auch die Kreuzfahrtterminals stehen.
Eine fertige Lösung braucht Port Miami wohl bis Ende 2027. Bis dahin gibt es, so sagt es zumindest die Website des Käufers, eine Verpflichtung, das Grundstück an den bisherigen Eigentümer zurückzuleasen, um bestehende Verträge mit dem Treibstoffdepot zu erfüllen.
Jason Liberty, CEO der Royal Caribbean Group hat sich bereits deutlich zu der Situation geäußert: Man brauche Sicherheit bezüglich der Treibstoff-Versorgung, insbesondere auch auf relativ kurze Sicht, bevor eine langfristige Lösung wie etwa der Neubau entsprechender Anlagen auf einem anderen Grundstück realisiert werden könne.
Für Anfang kommender Woche sind nun erst einmal Schlichtungsgespräche zwischen dem Miami-Dade County und dem Grundstückskäufer angesetzt. Bis zum Abschluss der Schlichtung hat sich das Immobilien-Entwicklungsunternehmen offenbar bereit erklärt, keine Bebauungspläne zur Genehmigung einzureichen, die potenziell den Wert des Grundstücks und damit wohl auch die Kosten für die Enteignung in die Höhe treiben könnten.





Ich finde es ziemlich fahrlässig bzw. naiv für einen so großen Hafen,das kritische Infrastruktur nicht im eigenen Besitz ist.
Das Problem hätte man entweder durch Ankauf des Grundstücks oder Verlagerung der Tanks schon von Anfang an oder oder zumindest vor relativ langer Zeit lösen müssen bzw. gar nicht erst entstehen lassen.
Und 2 Jahre für Festlegung des Bauorts,Vorbereitung,Bau und Eröffnung sind selbst in den USA ein sehr kurzer Zeitraum.