Astor, August 2014 in Oslo

MS-Astor-Schiffsgesellschaft meldet Insolvenz an

Die Premicon Hochseekreuzfahrt GmbH & Co. KG MS Astor, Eigner des deutschen Kreuzfahrtschiffs Astor, hat beim Amtsgericht Bremen Insolvenz angemeldet. Die anstehenden Reisen der Astor sind  aber offenbar nicht in Gefahr, eine Arretierung des Schiffs wurde abgewendet.

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Als Grund für die Zahlungsunfähigkeit nannte der Generalbevollmächtigte Sven Lundehn die Umstellungen bei der Vermarktung der Astor und den daraus resultierenden Auslastungsproblemen des Kreuzfahrtschiffs und die allgemein schwierige Marktlage vor allem für kleine Ein-Schiff-Gesellschaften.

Jetzt sollen im Rahmen des Insolvenzverfahrens die bereits begonnenen Sanierungs- und Restrukturierungsmaßnahmen fortgeführt und der laufende Schiffsbetrieb gesichert werden. Die Gläubigerbanken und die Premicon AG haben Sven Lundehn als Generalbevollmächtigten eingesetzt, der damit die Leitung des Finanzierungsfonds für die „Premicon Hochseekreuzfahrt GmbH & Co. KG MS Astor“.

Wegen ausstehender Zahlung hatte offenbar sogar die Arretierung der Astor gedroht. Global Maritime Group, Muttergesellschaft des der derzeitige Charterer Cruise & Maritime Voyages (CMV), hat dies durch die Begleichung der offenen Rechnungen jedoch abwendete.

Das Programm der Astor werde durchgeführt, versichert der Generalbevollmächtigte in einer Pressemitteilung. Das Schiff habe die Werft nach Durchführung aller notwendigen Arbeiten planmäßig verlassen und nehme jetzt Kurs auf Australien. Gehälter für die Crew, Treibstoffkosten sowie Hafengebühren würden bezahlt. Für die Passagiere werden kein Unterschied feststellbar sein.

Die Insolvenz der Premicon Hochseekreuzfahrt GmbH & Co. KG MS Astor ist der zweite Fall von Zahlungsunfähigkeit einer deutschen Ein-Schiff-Gesellschaft innerhalb einer Woche. Erst vor wenigen Tagen hatte die MS Deutschland-Beteiligungsgesellschaft Insolvenz angemeldet.

Update vom 7.11.2014:

Das Amtsgericht Bonn hat inzwischen den in Restrukturierungsmaßnahmen im Rahmen von Insolvenzverfahren erfahrenen Rechtsanwalt Ralph Bünning aus der Kanzlei Schultze & Braun, Bremen, zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. „Wir haben zwischen der Ein-Schiffgesellschaft und dem Charterer Einigkeit darüber erzielt, den Schiffsbetrieb aufrecht zu erhalten und alle Kreuzfahrten, auch im Sommer 2015, wie geplant durchführen zu wollen“, so Ralph Bünning.

5 Kommentare zu “MS-Astor-Schiffsgesellschaft meldet Insolvenz an

  1. Das nächste Schiff was wahrscheinlich die deutsche Szene verlösst.
    Unter Transocean TOURS fuhren 2 bis 3 Hochseeschiffe überwiegend erfolgreich.
    Premicon/ TransOcean Kreuzfahrten schafft nicht mal die „Astor“ hier zu halten.
    Was sind das nur für Geschäftsführer, aber die früheren Transocean Tours Führungskräfte entlassen.
    Ich bin gespannt wie es weiter geht. Wünschenswert ist natürlich alle unter einem Dach, aber die Veranstalter (Verdienen wohl zuviel?) fahren die beliebten Schiffe lieber in die Pleite. Den Eindruck habe ich bis jetzt.

  2. Schade, der Niedergang kleinerer Schiffe!
    Aber ist NICHT aufzuhalten!
    Wandel gab es schon immer!
    Oder einen “ auf ganz teuer machen „!!!

  3. Es ist wirklich schade. Die Astor war in den letzten Jahren immer „unser“ Schiff. Aber es ging so langsam bergab. Ganz deutlich war es im Juni auf der Norwegenkreuzfahrt schon zu spüren. Trotzdem wollen wir 2015 noch einmal einen Versuch starten. Wir lieben einfach dieses Schiff.

  4. September 2013 von Bremerhaven nach Portugal:
    meine 5. Reise mit der Astor. Deutlich spürbar
    schlechtes Personal, schlechtes Essen, unpersönliches
    Agieren des Führungspersonals.
    Davor fühlte ich mich dort einfach zuhause, weil fast
    alles gestimmt hat.
    Hoffentlich findet sich jemand der es sich leisten kann,
    das altmodischere Reisen im kleinen Rahmen (=Astor)anzubieten.
    So ein Schiff muss erhalten bleiben, das war für mich der Inbegriff fürs Kreuzfahren, kein schwimmender Plattenbau!

  5. Nun sind wohl alle „guten“ Führungskräfte der „Astor“ auf der „Berlin“ gelandet.
    Der sehr beliebte „Big Daddy“ Larry Jackson (kannte ihn persönlich von der „Astoria“) ist jetzt als Hoteldirektor zugestiegen. Mit der tollen Besetzung wird die „Berlin“ enorm aufgewertet. Ein Schiff, ob groß oder klein, bringt erst mit der „richtigen“ Besatzung zufriedene Gäste. Hier hat FTI Cruises mit der Auswahl der Crew hervorragende Arbeit geleistet. Ich bin am 17. Juli 2015 an Bord. Natürlich wünsche ich der „Astor“ und „Deutschland“ bessere Zeiten mit entsprechenden Geschäftsführern. Unter einem Dach zusammen arbeiten (Catering, Verwaltung) würde Geld sparen.
    Peter Stilbach, ehem. Proviantmeister der „Berlin“ (Deilmann)

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