Oceania Cruises hat als erste Kreuzfahrtreederei auf neue Hafen-Sondergebühren reagiert, die China als Vergeltung für US-amerikanische Zölle erhebt. Um die erst vor wenigen Tagen angekündigte Gebühr zu vermeiden, hat die US-Reederei den Anlauf der Riviera in Shanghai während der aktuellen Kreuzfahrt gestrichen. Rund 1,4 Millionen Euro hätte die Reederei zusätzlich zu den normalen Liegegebühren bezahlen müssen.
China erhebt die neuen Sondergebühren für Hafenanläufe von allen Schiffen, also auch Kreuzfahrtschiffen, deren Reedereien eine Verbindung zu den USA haben. Die zusätzliche Hafengebühr beträgt aktuell 400 Yuan pro Net Ton (NRZ, Nettoraumzahl), was etwa 48 Euro entspricht. Bis 2028 soll sie sogar bis auf 1.120 Yuan (135 Euro) steigen. Immerhin ist die Gebühr auf fünf Anläufe pro Jahr gedeckelt und wird nur für den ersten Hafen einer Reise berechnet.
Bei Ankündigung der großen Zoll-Offensive der USA im April 2025 hatten Kreuzfahrt-Reedereien noch gelassen reagiert und keine Auswirkungen auf die Kreuzfahrt gesehen. Nun zeigt sich zumindest eine indirekte Folge, wenn auch relativ begrenzt für Anläufe in China. Allerdings kommt das zu einem ungünstigen Zeitpunkt, denn nach einem sehr langsamen Neustart nach der Pandemie ist der chinesische Markt für die internationalen Reedereien gerade wieder attraktiv geworden.
Die neue Sondergebühr würde für ein Schiff der Größe der Spectrum of the Seas, die in China fährt, mehr als acht Millionen Euro bedeuten. Allerdings hat Royal Caribbean für das Schiff offenbar eine Ausnahme verhandelt. Die Spectrum of the Seas hat ihren Basishafen in Shanghai und fährt im Wesentlichen mit chinesischen Passagieren.
Oceania Cruises hat laut Boring Report angekündigt, die Fahrtrouten ihrer Schiffe zu ändern und keine chinesischen Häfen mehr anzulaufen. Andere Kreuzfahrt-Reedereien haben sich bislang (Stand: 18. Oktober 2025) noch nicht geäußert.
Unklar ist beispielsweise auch, was die neue Gebühr für Disney Cruise Line bedeutet. Denn die US-Reederei will im Frühjahr 2026 mit der Disney Adventure eigentlich in asiatischen Märkten einschließlich China aktiv werden und hat für das neue Schiff Singapur aus Basishafen vorgesehen.
Nicht betroffen von der Sondergebühr ist dagegen wohl die MSC Bellissima mit Basishafen Shanghai, weil MSC Cruises als schweizerisches Unternehmen keine Verbindung zu den USA hat, die China mit der Sondergebühr als Gegenmaßnahmen zu deren Zollpolitik treffen will.





Hi. Wie sieht es da mit Costa aus , welche ja diesen Winter von Hong Kong aus in See sticht ? Keine US Reederei aber Verbindung dazu durch carnival als mutterkonzern. Wir sind für den 21.11 eingebucht, hoffentlich bleibt dort alles beim altem
@Carsten: Nach meinem Verständnis ist Hongkong von den neuen Gebühren nicht betroffen. Die Stadt hat nach wie vor einen gewissen Sonderstatus innerhalb Chinas. Die Gebühren gelten für „Mainland China“, wozu Hongkong nicht zählt.