Norwegian Getaway in Roatan

Norwegian Cruise Line verabschiedet sich von „Premium All Inclusive“

Rund drei Jahre nach Einführung schafft Norwegian Cruise Line „Premium All Inclusive“ wieder ab. Stattdessen wird es ab 2. April 2019 ein Konzept namens „Free at Sea“ geben, bei sich optional zwei Leistungspakete für eine Pauschale von 99 Euro hinzubuchen lassen. „Premium All Inclusive“ hatte NCL zuletzt in allen europäischen Märkten angeboten.

Zunächst in Deutschland eingeführt und später schrittweise auf ganz Europa ausgeweitet, umfassten die „All Inclusive“-Preise von Norwegian Cruise Line insbesondere die Trinkgelder sowie ein Getränkepaket und einige weitere Leistungen. Laut NCL weitgehend unabhängig davon sind seitdem auch die Preise für die Kreuzfahrten deutlich gestiegen. Grund dafür ist laut NCL die hohe, weltweite Nachfrage.

Mit dem Ende von „Premium All Inclusive“ fallen bei NCL künftig auch wieder Trinkgelder an.

„Free at Sea“ statt „Premium All Inclusive“

Jetzt macht Norwegian Cruise Line die Kehrtwende und schafft „Premium All Inclusive“ ab. Es wird ersetzt durch das Programm „Free at Sea“. Für pauschal 99 Euro pro Person auf einer 7-Nächte Kreuzfahrt lassen sich damit zwei frei wählbare Inklusive-Pakete aus fünf möglichen Optionen zur Kreuzfahrt hinzubuchen:

  • Getränkepaket (alkoholische und nicht alkoholische Getränke bis zu 15 Dollar pro Glas)
  • Spezialitätenrestaurant-Paket
  • Internet-Paket
  • Landausflugspaket mit Guthaben von 50 Dollar pro Kabine und Hafen
  • Freunde & Familie zahlen nur die Steuern (gilt ab dem dritten Gast in der Kabine und auf ausgewählten Kreuzfahrten)

Bei Suiten, Kabinen der Concierge-Kategorie sowie Haven-Kabinen sind alle fünf Pakete im Reisepreise bereits enthalten.

Keine der auswählbaren Optionen ist die Servicegebühr – die wird also wieder zusätzlich zum Reisepreise fällig.

NCLs Europa-Chef Kevin Bubolz erklärt den Konzept-Wechsel im Cruisetricks.de-Gespräch wie folgt: „Als wir mit All Inclusive begonnen haben, waren wir die einzige internationale Reederei, die das angeboten hat. Es war ein Alleinstellungsmerkmal und hat die Sache vereinfacht. Mittlerweile gibt es so viele, die etwas mit ‚inclusive‘ oder ‚all-inclusive‘ verkaufen, dass es jetzt eher kompliziert ist herauszufinden, was genau da jeweils inklusive ist. Der Gedanke der Einfachheit ist also eigentlich nicht mehr erfüllt“.

Bubolz weiter: „Darüber hinaus sind wir schon immer für Freestyle Cruising bekannt, wir geben dem Kunden die Wahl. Das Premium All Inclusive, das wir die letzten drei Jahre promoted haben, empfanden einige Kunden als übertrieben. Mit ‚Free at Sea‘ sind wir jetzt wieder näher an unserem ursprünglichen Gedanken. Als kleinerer Player im deutschen Markt wollen wir uns wieder auf das konzentrieren, was unsere Stärke ist: Freiheit, Flexibilität, Auswahl, Freestyle Cruising.“

Die neuen Regeln sollen für Neubuchungen ab dem 2. April 2019 gelten. Für Reisebüros wird es die volle Provision auch für die 99-Euro-Pakete geben. Inwieweit die Änderungen sich auf das Preisniveau bei Norwegian Cruise Line auswirken, bleibt abzuwarten. NCL kündigte aber entsprechend niedrigere Preise an.

5 Kommentare zu “Norwegian Cruise Line verabschiedet sich von „Premium All Inclusive“

  1. Interessante Entwicklung. Back to the Roots. Bin gespannt, welche Implikationen das auf die preisliche Ausgestaltung bei den anderen, internationalen Cruiseline-Wettbewerbern hat. Damit verändert sich auch die Preisdiskussion zwischen den europäischen und nicht-europäischen Passagieren über die jeweilige Angebotsstruktur in ihren Buchungsländern.

  2. Wir verweigern uns genau seit 3 Jahren diesem „NCL all-inclusive“, und das bei unserem sehr hohen Status!!
    Sieh mal einer an… Anscheinend jede Menge andere cruiser auch. Das Umdenken bei NCL ist allerhöchste Eisenbahn….
    Wir haben immer gutes Trinkgeld gezahlt, das war nicht der Punkt. Aber dieses „all you can sauf“ (weil es ist ja bereits bezahlt), wobei man bei diesen hohen NCL Preisen sowieso nie, wirklich nie 1:1 rausgekommen wäre, das war nie was für uns. Wir trinken gerne mal einen guten Tropfen, aber den kann man auch so bezahlen. Die „inclusive“ Plörre war bäh…
    Wir haben schon immer Preise verglichen, NCL war einfach durch dieses unsägliche Konzept nicht interessant.
    Andere internationale Reedereien haben auch schöne Schiffe.
    Momentan sind 4 Reisen in der Pipeline, keine mit NCL….

  3. Gegendarstellung vom zufriedenen Cruiser:

    Gut, der Cocktail am Pool aus dem Vorratstank in den Plastikbecher gezapft war nicht die Erfüllung. Alle anderen Getränke in Bars und Restaurants waren einwandfrei! Es gab sogar Hennessy. Wir, genau wie viele andere Gäste auch, haben das Angebot als großzügig und gastfreundlich wahrgenommen. Der Service war zuvorkommend. Wir hatten ein hervorragendes Reiseerlebnis und werden gern wieder mitfahren.

    Allerdings verstehe ich Abstinenzler, die sich fragen, weshalb sie diesen Luxus für andere Reisende mitbezahlen sollen wenn sie selbst nur Wasser und Saft trinken. Insofern lohnt sich das neue Konzept für sie, sofern der Grundpreis durch NCL gesenkt wird.

  4. Die Behauptung, dass potentielle Kunden die unterschiedlichen ‚Inclusive‘-Preismodelle der Reedereien verwirrt hätten, ist schon toll dreist, so blöd sind wir nicht! NCL hat in den letzten beiden Jahren die Preise eh schon kräftig nach oben angepasst, da ist nun wirklich nicht mit einer Korrektur nach unten zu rechnen, schon gar nicht, wenn man jetzt die leidige Trinkgeld-Tagespauschale addiert. Die Behauptung, dass sich die Reisenden beim All-Inclusive regelmäßig die Kante geben, ist mit Verlaub Unsinn! Das haben wir weder auf einer NCL-, noch auf einer TUI/Mein Schiff-Kreuzfahrt je erlebt! Das mag vielleicht für Club-Hotel-Urlaube gelten. Ich finde die Abkehr vom Freestyle einfach nur schlecht!

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